Oberflächenbeschichtung Biegsame Keramik zum Aufsprühen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Forscher am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken haben über ein ungewöhnliches Verfahren eine Beschichtung entwickelt, die sich wie eine Keramik verhält aber trotzdem biegsam wie Metall ist.

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Beschichtete Metalle nach Dornbiegeversuch
Beschichtete Metalle nach Dornbiegeversuch
(Bild: INM)

Auf ein Metall eine keramische Beschichtung aufzubringen, ist die Methode der Wahl, um die Vorteile von Metall und Keramik zu kombinieren. Zumeist werden solche Keramiken bei zirka 1200 Grad Celsius gehärtet und gesintert. Dabei sind die Keramiken zwar sehr kompakt und abriebfest, aber sehr bruchempfindlich.

Nasschemische Beschichtung lässt keine Risse entstehen

Deshalb haben die Forscher einen anderen Produktionsweg gewählt: Über Beschichtungstechniken wie Tauchen oder Sprühen, die man normalerweise für Kunststoffbeschichtungen wählt, ist es ihnen gelungen, eine anorganische, eben keramische Beschichtung aus Siliziumoxid und Siliziumcarbid herzustellen. Über diesen sogenannten nasschemischen Weg genügten schon zirka 400 bis 500 Grad Celsius, um die Beschichtung auszuhärten. Bei Versuchen, ein so beschichtetes Metall um 180 Grad um einen Dorn zu biegen oder eine 500 Gramm schwere Stahlkugel aus einem Meter Höhe darauf fallen zu lassen, waren keine Risse oder Bruchstellen zu erkennen.

Beschichtung soll auf Anwendungen zugeschnitten werden

Zurzeit ist das Basismaterial für eine derartige Beschichtung im Labormaßstab am INM verfügbar. Es eignet sich beispielsweise für die Beschichtung von Stahl, Edelstahl, Titan und Titanlegierungen. Über Industriekooperationen wollen die Forscher zukünftig das Material, auf Anwendungen im Maschinen-, Schiffs- und Stahlbau, für Energiesysteme sowie in der Automobil- und Luftfahrtindustrie passgenau zuschneiden. (qui)

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