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Wenn Standardgetriebe nicht passt, dann kundenspezifisch
Aus diesem Grund macht das Unternehmen etwa zwei Drittel seines Umsatzes mit diesen Standardgetrieben. Außerdem sind auch kundenspezifische Getriebe möglich. Für Thomas Herr eine ideale Ergänzung: kann mit einem Standardgetriebe der Kunde nicht zufrieden gestellt werden, lässt sich immernoch eine auf ihn zugeschnittene Lösung finden.
Bei Neugart gibt es jedoch noch einen dritten Bereich: die Lohnfertigung hochkomplexer, hochpräziser Verzahnungsteile. Diese Verzahnungsteile nutzt Neugart selbst, bietet sie aber auch seinen Kunden an.
Seit man 2008 das neue Werk II in Kippenheim errichtet hat, sind diese Bereiche des Unternehmens auch räumlich getrennt: im neuen Werk wurde die Fertigung und Montage der Standardgetriebe ganz im Zeichen von Leanproduction optimiert. Die Produktion erfolgt über das Kanban-System, Lagerhaltung gibt es so gut wie nicht mehr. Die Getriebe werden zusammengesetzt, sobald der Auftrag eingegangen ist - man kann also schnell und flexibel die Kunden bedienen.
Neugart bleibt auch in Zukunft der Mechanik treu
Im älteren Werk I dagegen wird nun verstärkt die kundenspezifische Getriebeentwicklung und -fertigung vorangetrieben. Außerdem werden hier die Verzahnungsteile gefertigt. In beiden Werken gibt es eigene Entwicklungsabteilungen, die jedoch Knowhow und Entwicklungen untereinander austauschen.
Wie Bernd Neugart berichtet, wolle man die kundenspezifische Getriebeentwicklung ausbauen. Die Engineering- und Fertigungskapazitäten dafür wurden bereits verstärkt. Auch in Zukunft will sich das Unternehmen weiter auf die Mechanik konzentrieren: "Wir können dem Kunden antriebstechnische Lösungen anbieten, die sich aber auf die Mechanik konzentrieren. Dies wollen wir auch nach wie vor aufrecht erhalten. Wir lassen die Elektrotechnik bei den Elektrotechnik-Anbietern. Dafür stehen wir bereit, diese mit unserem Knowhow in der Mechanik zu unterstützen." so Neugart. Wünscht ein Kunde eine Komplettlösung, dann arbeitet das Unternehmen mit namhaften Herstellern wie B&R zusammen.
Mit Auslegungssoftware den Konstrukteur sinnvoll unterstützen
Neugart bedient seine Kunden jedoch nicht alleine durch seine hochwertigen Getriebe sondern unterstützt sie auch bei der Auswahl und Auslegung. Dafür wurde die Software NCP (Neugart Calculation Program) entwickelt und im Internet bereit gestellt. Der Leistungsumfang ist groß, so dass eine Schulung sinnvoll ist. Doch die Vorteile liegen auf der Hand: bereits während der Auslegung erhält der Konstrukteur zusätzliche Informationen, es lassen sich auf einfache Weise Vergleiche mit unterschiedlichen Komponenten aufzeigen und die Plausibilität der Komponentenauswahl wird automatisch überprüft.
Thomas Herr ist überzeugt von NCP: "Die Software ist mit einer sehr intuitiv zu bedienenden Oberfläche ausgestattet, die es erlaubt, mit wenigen Angaben schon anspruchsvolle Auslegungen vorzunehmen. Dem Experten stehen natürlich noch weitere Eingabemöglichkeiten zur Verfügung, so daß dieser auch sehr komplexe Auslegungen in extrem kurzer Zeit erstellen kann." Der Erfolg der Software gibt ihm recht: ausgebuchte Schulungen, große Kundenzufriedenheit und hohe Downloadzahlen. Um den Anwender auch in Zukunft bestmöglich zu unterstützen, wird NCP laufend weiterentwickelt, denn: Stillstand würde Rückschritt bedeuten. (mi)
* Stefanie Michel, Redaktion konstruktionspraxis
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