SPS 2023 „Kontinuierlich erforderliche Produktivitätssteigerungen"

Von Angela Unger-Leinhos 3 min Lesedauer

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Was das Unternehmen Lapp, Experte für Kabel- und Verbindungstechnik, derzeit und Besonderen im Hinblick auf die SPS umtreibt, erklärt Hubertus Breier, Vorstand für Technik und Innovation bei Lapp, im Interview.

Hubertus Breier, Vorstand für Technik und Innovation bei der Lapp Gruppe(Bild:  Lapp)
Hubertus Breier, Vorstand für Technik und Innovation bei der Lapp Gruppe
(Bild: Lapp)

Herr Breier, was sind für Sie aktuell die wichtigsten Trends in der Automatisierung?

Trends wie die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der Anlagen sowie die kürzeren Produktlebenszyklen in einem steigenden globalen Wettbewerb prägen die Branche der Automatisierungstechnik. Angesichts der aktuellen Herausforderungen der Wirtschaft – Inflation, hohe Energiepreise und Regulierungsinitiativen der Politik – müssen sich die Unternehmen darüber hinaus möglichst resilient aufstellen und dabei Ihre Wettbewerbsfähigkeit bewahren. Gleichzeitig sind die Unternehmen gefordert, möglichst nachhaltig zu produzieren und mit Ressourcen effizient umzugehen. Das beeinflusst auch massiv die Auswahl der Automatisierungslösungen. Speziell Themen wie die Miniaturisierung und die damit einhergehende höhere Leistungsdichte bei den Steckverbindern setzt sich in den kommenden Jahren weiter fort. Systemarchitekturen werden immer häufiger dezentral gestaltet. Auch hier treiben wir Lösungen voran, sodass wir mit unserem Portfolio unsere Kunden mit innovativen Produkten unterstützen können.

Was denken Sie: Wie wird sich die Automatisierungsbranche in den nächsten fünf Jahren verändern?

Wie eben erwähnt wird der Automatisierungsgrad weiter steigen. Gründe hierfür sind kontinuierlich erforderliche Produktivitätssteigerungen, kürzere Produktlebenszyklen, der zunehmende Wettbewerbsdruck, die notwendige Rückverfolgbarkeit durch Regulatorik und der Fachkräftemangel. Parallel sehe ich aber auch große Chancen vor allem in den Zukunftsbranchen wie der Intralogistik, der Elektromobilität, der Batterieproduktion sowie der Lebensmittelindustrie. Hier werden intelligente Automatisierungslösungen zunehmend nachgefragt.

Wie stellt sich Ihr Unternehmen im Hinblick auf die neuen Trends und Veränderungen auf?

Zuerst machen wir uns fit für die Trends und fördern die Digitalisierung im Unternehmen, nur so können wir auch für unsere Kunden ein verlässlicher Partner sein. Hierzu zählen ein proaktiver Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb der Unternehmensprozesse, die konsequente Umsetzung von digitalen Produktions- und Logistiksteuerungen und das durchgängige Bewusstsein und Schulungen zur Daten- und Informationssicherheit. Mit zunehmender Vernetzung und Digitalisierung besteht die Notwendigkeit, Automatisierungssysteme vor Cyberbedrohungen zu schützen – für uns und für unsere Kunden. Wir begleiten unsere Kunden aus der Automatisierungsbranche, indem wir innovative und nachhaltige Verbindungslösungen und Services anbieten. Beispielsweise unser Gleichstromportfolio, womit nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch der Bedarf an Kupfer für die Kabel nachhaltig reduziert werden kann.

Die Elektromagnetische Verträglichkeit ist ebenfalls ein wichtiges Technologiethema in der Branche. Hier haben wir maßgeschneiderte, innovative Lösungen. Auch unsere Konfektionslösungen – also vom konfektionierten Stecker bis zur Schleppkette – produzieren wir genau nach Kundenwunsch und liefern sie lieferzeitabgestimmt an unsere Kunden. Dieser Service wird stark nachgefragt. Dadurch spart der Kunde Zeit und kann sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren.

Welche Produkte und Lösungen zeigen Sie auf der SPS?

Ein wichtiges Thema auf der Messe ist die Single Pair Ethernet-Technologie (SPE), diese stellt einen weiteren Baustein zur Ablösung der Feldbusse und zur Vereinheitlichung der Technologie in IP-basierten Netzwerken dar. Hier arbeiten wir gemeinsam mit anderen namhaften Herstellern seit einigen Jahren im SPE Partner Netzwerk an einem einheitlichen Standard für die Industrie. Auf der SPS präsentieren wir neben den bewährten zweiadrigen Leitungen und Patchcords erstmals auch SPE-Steckverbinder und Prototypen von Switches. Das umfassende Portfolio wird durch die ersten Advanced Physical Layer-Leitungen (APL) von Lapp ergänzt. Mit ihrer höheren Übertragungsrate bei größeren Reichweiten sind sie ein Meilenstein für die Prozessautomation. Ein weiterer Schwerpunkt sind unsere Leitungen auf Basis biobasierter Kunststoffe. Dazu zählt die gemeinsam mit BASF entwickelte Etherline FD Bio-P Cat.5e für Industrial Ethernet, deren Mantel zu Teilen aus einem auf Mais basierenden Biopolymer besteht. Darüber hinaus zeigen wir erstmals eine PVC-Leitung mit biobasiertem Anteil. Auf Basis der bewährten Ölflex Classic FD810 wurde gemeinsam mit dem texanischen Lieferanten Westlake eine nachhaltigere Lösung entworfen. Zudem stellen wir auch unsere neu entwickelten M23-Steckverbinder der Generation 2 vor, die sich noch einfacher und wirtschaftlicher konfektionieren lassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Lapp auf der SPS 2023: Halle 2, Stand 310 

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