Künstliche Intelligenz Wie der Mittelstand die Chancen generativer KI erschließen kann

Quelle: Fraunhofer IAO 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ein Forschungsteam des Fraunhofer IAO hat mit Förderung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Rahmen eines Forschungsprojekts die Auswirkungen von generativer Künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt untersucht. Das Ergebnis soll mittelständischen Unternehmen dabei helfen, das Potenzial zu erschließen und mithilfe von konkreten Handlungsempfehlungen die Einführung zu unterstützen.

Eine aktuelle Studie soll KMU eine Orientierungshilfe zu den aktuellen Entwicklungen bieten und konkrete Empfehlungen für den Umgang mit generativer KI geben.(Bild:  Fraunhofer IAO)
Eine aktuelle Studie soll KMU eine Orientierungshilfe zu den aktuellen Entwicklungen bieten und konkrete Empfehlungen für den Umgang mit generativer KI geben.
(Bild: Fraunhofer IAO)

Die Einführung von Chat-GPT im November 2022 hat eindrucksvoll gezeigt, wie weitreichend die Fähigkeiten generativer Künstlicher Intelligenz (KI) sind. Die niederschwellige Nutzung des Chatbots hat Menschen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft gleichermaßen elektrisiert und für viele das Thema KI zum ersten Mal greifbar gemacht. Der Entwicklungssprung von bisher verwendeten KI-Modellen zu denen, die mit generativer KI arbeiten, ist gewaltig: Hier kann die KI u.a. eigenständig neue Inhalte erstellen, die wie von Menschen gemacht erscheinen.

Generative KI eröffnet enorme Chancen für Anwendungen in praktisch allen Bereichen von Unternehmen jeglicher Branche. Diese Technologien sind jedoch komplex und es bedarf der Expertise, damit es zu einer zielführenden und durch alle mitgetragenen Anwendung in den Unternehmen kommt.

Professorin Katharina Hölzle, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

KI-Kenntnisse steigern Akzeptanz und fördern Ideen für KI-Anwendungsfälle

Erste Erfolge mit generativer KI lassen sich in wenigen Tagen umsetzen, Quick Wins seien in einer Vielzahl an Unternehmen direkt einsetzbar. Als wesentliche, langfristig umzusetzende Empfehlung formuliert das Autorenteam, dass Unternehmen das Thema generative KI strategisch angehen und verankern sollten. Zudem erfordert der Einsatz einen verstärkten Aus- und Weiterbildungsbedarf bei Mitarbeitenden, die entsprechend kurz- und langfristig und anhand veränderter Kompetenzprofile qualifiziert werden müssen. Geschulte Mitarbeitende sind zudem in der Lage, schneller innovative Anwendungsfälle für KI zu identifizieren und zu priorisieren. Dieser potenziell essenzielle Erfolgsfaktor sorgt für einen weiteren Entlastungseffekt insbesondere bei repetitiven Aufgaben.

Vernetzung mit Partnern schafft Unabhängigkeit

Darüber hinaus kann sich je nach Ausrichtung der Unternehmensstrategie anbieten, Partnerschaften mit großen Anbietern, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Beratungsfirmen in der Entwicklung und Anwendung von Generativer KI einzugehen. Auch wenn es bisher noch keine Kennzeichnungspflicht gibt, empfiehlt das Autorenteam zudem, freiwillig zu markieren, welche Inhalte mit Hilfe oder von KI erstellt wurden, um eine Transparenz über die verwendeten Daten, Modellarchitektur, Tests und Evaluationsergebnisse zu schaffen.

KI-Nutzung bringt soziale und ökologische Verantwortung mit sich

Die Nutzung von KI bringt außerdem eine hohe Verantwortung für Unternehmen mit sich, so das Autorenteam:

  • Zum einen unter ökologischen Gesichtspunkten, da große KI-Modelle einen signifikanten Energieverbrauch bedeuten.
  • Zum anderen gilt es, in Unternehmen, Organisationen und in der Gesellschaft offen über die Grundlagen, verwendete Daten und Modellannahmen der Generativen KI zu sprechen.

Wie kann sichergestellt werden, dass die KI auf Basis der vorliegenden Daten nicht diskriminiert, die erzeugten Resultate vertrauenswürdig sind und es nicht zu einer technozentrierten Kultur in den Unternehmen kommt?

Signikfikante Änderungen in der Arbeitswelt

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Einführung von menschenzentrierter generativer KI signifikante Änderungen in der Arbeitswelt mit sich bringt, da nahezu alle Tätigkeitsbereiche und Branchen davon betroffen sind. Um von den Chancen zu profitieren und langfristig wirtschaftliche Wertschöpfungspotenziale zu nutzen, ist das Handeln aller Beteiligten – Unternehmensführung, Mitarbeitende, Forschung, Ökosystem, Politik und Gesellschaft – und die Verankerung des Themas erforderlich.

Die Basis für das Forschungsprojekt bildet eine Befragung von 48 Experten aus Wissenschaft, Technologie und Praxis. Die Studie steht ab sofort kostenlos zum Download zur Verfügung.

(ID:49917615)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung