Servohydraulische Achsen

70 Prozent Energie und 90 Prozent Öl gespart

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70 Prozent Energieeinsparung

Anwender können mit der Umstellung auf servohydraulische Achsen bis zu 70 Prozent Energie einsparen. In der konventionellen Drosselsteuerung ergeben sich zwei erhebliche Nachteile, da sowohl die systemeigenen Drosselverluste negativ zu Buche schlagen als auch das Abführen der daraus entstehenden Wärme zu Problemen führen kann. Aus diesem Grund erreichen solche Aggregate mit Kühlung eine beachtliche Größe; 250 Liter Volumen hatte das bisherige Aggregat. Mit Hilfe der neuen Achse sind für den Hydraulikanteil heute nur noch 30 Liter Ölvolumen erforderlich. Zudem entfällt die Aufstellfläche des Aggregats, das von allen Seiten frei zugänglich sein musste.

Bei größeren Anlagen, wie sechsachsigen Hexapod-Flugsimulatoren, kann das Aggregat der herkömmlichen Hydraulik ohne weiteres eine separate Halle füllen. In einer solchen Anwendung gelang es Bucher Hydraulics, den Energiebedarf um rund 70 Prozent und den Ölbedarf um etwa 90 Prozent zu senken, da lediglich das tatsächliche Pendelvolumen abgedeckt werden musste.

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Reduzierung des Ölvolumens und geringerer Platzbedarf sind bei Weitem nicht die einzigen Kriterien, die für eine Modernisierung einer herkömmlichen Hydraulik sprechen. Vielmehr ist es die Gesamtbetrachtung des Systems, zu der auch Geräuschniveau, Installations- und Inbetriebnahme-Aufwand, Betriebskosten, erforderliches Anwender-Know-how sowie Betriebs- und Zukunftssicherheit zählen. Gleichzeitig ist das System überlastsicher, präzise und robust auch bei extern einwirkenden Kräften.

Aufgrund dieser Merkmale eignen sich servohydraulische Achsen neben Prüfständen auch für Pressen, die besonderen Wert auf lange Lebensdauer legen, oder Spritzgießmaschinen, bei denen ein Großteil der Produktherstellkosten im Bereich der Energiekosten liegen. Das Spektrum möglicher Applikationen reicht bis hin zu Hubsystemen, die unter großen Lasten präzise und möglichst ruck- und schwingungsfrei bewegt werden sollen.

Technologiewelten verschmelzen

Durch die Verschmelzung von Hydraulik und Automatisierung entstehen Systeme, die aufgrund des Systemaufbaus und der vereinfachten Integration in das Anlagenkonzept Vorteile bringen. Im Gegensatz zu elektromechanischen Servoantrieben bieten servohydraulische Antriebe die Vorteile eines hydraulischen Getriebes: Während klassische Schneckengetriebe wegen inhärenten Reibungsverlusten einen Wirkungsgrad von 50 Prozent im Drehgestell-Prüfstand aufweisen, hat das hydraulische Getriebe mit 4-Quadranten-Pumpe, Zylinder und Hilfsventilen einen Wirkungsgrad von 80 Prozent.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die servohydraulische Achse wie ein elektromechanischer Antrieb verhält. Installation und Betrieb erfordern kein spezielles Hydraulik-Wissen. Dies wird unterstützt durch die Anwendungen, die via Feldbus mit dem Rechner des Anwenders verbunden werden können.

Bucher Hydraulics hat dafür eigens eine Software entwickelt, die für die Anwendung optimiert ist und auf eine Subsystem-Steuerung programmiert wird. Die gewohnte Benutzeroberfläche und Datenbank kann beibehalten werden. Der Anwender erhält das komplette System und spart Zeit und Ressourcen für Programmierung. (br)

Hannover Messe 2017: Halle 21, Stand G23

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