Maschinensicherheit

3D-Kamerasystem schützt Arbeiter an Rührmaschinen

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Bis 50 konfigurierbare Schutzräume

Dazu werden mit der Software Safety Eye Configurator über oder um identifizierte Gefahrenbereiche virtuelle Warn- und Schutzräume angelegt. Mit einfach zu bedienenden Software-Tools bietet die Konfigurationssoftware zahlreiche Möglichkeiten. In der Praxis sind bis zu 50 Warn- und Schutzräume konfigurierbar, wobei Farbcodes verschiedene Schutzzonen symbolisieren: Der Eingriff in einen Warnbereich (gelb) stellt für den Bediener noch keine Gefahr dar. Eine Warnlampe und/oder ein akustisches Signal weisen darauf hin, dass er sich gerade einem sicherheitsrelevanten Bereich nähert. So kann er sein Verhalten noch anpassen, während die Maschine weiterarbeitet. Erst wenn Safety Eye die Verletzung einer als rot gekennzeichneten Schutzzone registriert, löst die Sicherheitssoftware eine darauf abgestimmte sicherheitsgerichtete Aktion aus: Die Anlage oder der Anlagenteil stoppt, der Antrieb fährt in einen reduzierten gefahrlosen Modus, gleichzeitig leuchtet eine rote Warnlampe auf und ein Warnsignal ertönt. Um wieder in den Produktionsmodus zurückzukehren, muss der Bediener nach dem Verlassen des sicherheitsrelevanten Bereiches den aktuellen Zustand quittieren und den Wiederanlauf aktivieren.

Die per Safety Eye Configurator definierten Räume lassen sich per Mausklick jederzeit ändern und anpassen. Selbst die Verknüpfung verschiedener Räume und Funktionen ist einfach durchführbar und in Betrieb zu nehmen, zusätzliche Hard- oder Software entfällt.

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Sicher und komfortabel

„Gefahrensituationen können bei den Teigmixern insbesondere beim Befüllen und Entleeren der Maschinen auftreten. Greift der Bediener zum Ausräumen verbleibender Teigreste in das Rührgerät, darf sich das Rührelement nur noch im reduzierten Geschwindigkeitsmodus drehen. Kommt der Bediener dem rotierenden Element zu nahe, muss dieses in Sekundenbruchteilen stoppen“, betont Koen Matheussen. Safety Eye unterscheidet auch die am Teigmixer zum Einsatz kommenden Behälter. Steht kein Gefäß vor der Maschine und die Anlage befindet sich im Arbeitsmodus, erlaubt Safety Eye eine uneingeschränkte Annäherung an die Maschine.

Am Ende der insgesamt sechsmonatigen Testphase zog Mondelz Fazit. Ergebnis: Beide Lösungen erfüllen die geforderten Sicherheitsstandards. Doch in Sachen Handling, Einfachheit und Flexibilität war Safety Eye im Vorteil: „Am Ende der Pilotphase, nach gründlicher Evaluation und den gemeinsam mit Pilz vorgenommenen Anpassungen und Optimierungen im Detail, waren es vor allem unsere Maschinenbediener, die ein eindeutiges Votum für das sichere Kamerasystem von Pilz abgaben“, fasst Koen Matheussen zusammen. (jv)

SPS IPC Drives 2017: Halle 9, Stand 370

* Stijn van Driessche ist Safety Solutions Engineer bei Pilz, Belgien.

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