Kugelgewindetrieb 100 Prozent Swiss-Made Gewindetriebe von Eichenberger

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier / Karl-Ullrich Höltkemeier

Der Name Eichenberger Gewinde ist heute ein Synonym für hochpräzise, gerollte Gewindetriebe. Nicht nur was die Qualität dieser Bewegungselemente betrifft, sondern auch in Sachen Anwendung bieten die mechanischen Motion Devices für fast alle Anforderungen eine platzsparende und elegante Lösung. Nach 60 Jahren Aufbauarbeit hat Eichenberger heute für beinahe jede Anwendung eine Spindellösung. konstruktionspraxis war in Burg und sprach mit Carmela und Kurt Husistein

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Gewindespindeln fabriziert bei der Eichenberger Gewinde.
Gewindespindeln fabriziert bei der Eichenberger Gewinde.
(Bild: Höltkemeier)

Burg liegt im Schweizer Kanton Aargau – im oberen Wynental, grenzt an den Kanton Luzern und ist mit einer Fläche von 94 Hektaren die zweitkleinste Gemeinde des Kantons. Dort legte Hans Eichenberger im Jahr 1953 auf der Burg mit seiner Präzisionsdreherei den Grundstein zur heutigen Eichenberger Gewinde AG.

Qualitativ hochwertige Kugelumlaufspindeln und Gleitspindeln – per Kaltumformung hergestellt – das sind die Kernkompetenz des Unternehmens.

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Die weitere Stärke der Aargauer liegt in der kundenspezifischen Entwicklung von Spezial-Kugelgewindetrieben. Damit hebt sich der Gewindespezialist auch im Ausland von der Konkurrenz deutlich ab. Die Spindeltriebe der Eichenberger Gewinde kommen in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz – grundsätzlich überall, wo etwas bewegt werden muss.

Vier sich ergänzende Produktelinien

Dazu der Geschäftsführer Kurt Husistein: „Dank vieler Jahre Entwicklung ist ein Portfolio entstanden, woraus sich schlussendlich vier sich ergänzende Produktelinien ergaben. Das Kleeblatt besteht aus den Kugelgewindetrieben Carry (für hohe Lasten) und Carry Speed line (für schnelle Bewegungen) sowie aus dem Original Speedy (die schnelle Gleitgewindespindel) und Rondo (unsere Rundgewindespindel, als Alternative zu Trapezgewinden).

Kurt Husistein ergänzt: „Eichenberger Gewinde steht für Kugelgewindetriebe auf der Basis durch Rollen hergestellter Gewinde. Sie kommen weltweit zum Einsatz. Wir entwickeln Produkte, die den Anwendern einen bedeutenden wirtschaftlichen Nutzen bringen.“

Zum Erfolgsrezept der Eichenberger Gewinde zählt der ausgeprägte Spürsinn für die Bedürfnisse und Vorstellungen der Kunden. Fachliche Kompetenzen, die sich in den vergangenen Jahren in unzähligen wegweisenden Eigenprodukten niedergeschlagen haben.

Hans Eichenberger legte im Jahr 1953 auf der Burg (beim Bellevue) mit seiner Präzisionsdreherei den Grundstein zur heutigen Eichenberger Gewinde AG. Die Firma von Sameli Hans, wie ihn die Burger nannten, platzte schon bald aus ihren räumlichen Nähten, so dass 1964 der erste Neubau mit industriellem Sheddach an der Grenzstrasse bezogen werden konnte.

1986 wurde die Namensänderung in Eichenberger Gewinde AG vollzogen. 1988 gilt als Startjahr für die Entwicklung von Kugelgewindetrieben. „Einer unserer langjährigen Kunden hatte ein ganz spezifisches Problem, und wir haben es gelöst!“ schilderte Husistein den Beginn der Erfolgsstory. Es handelte sich dabei um einen ausgeklügelten Kugelgewindetrieb für die bekannte Herstellerin von Kaffeemaschinen, die Cafina AG in Hunzenschwil.

Hochwertige Gewindetriebe gefragt

Auf Wunsch von Cafina wagte sich Eichenberger an die Entwicklung einer hochpräzisen, in Serie gefertigten Spindel. Doch Cafina wünschte auch die Mutter vom gleichen Hersteller zu erhalten ... Daraus ist eine wertvolle und bereits 25-jährige Partnerschaft entstanden.

Kurt Husistein: „Für Eichenberger führte diese Entwicklungsphase zu einem wichtigen Meilenstein und hatte die Geburt des Kugelgewindetriebs zur Folge.“

1953 als Lohnfertiger gegründet, 1988 mit der eigenen Herstellung von Kugelspindeln begonnen, beträgt der Anteil an Eigenprodukten mittlerweile über 90 Prozent. Die 120 Mitarbeiter beschäftigende Eichenberger Gewinde AG gilt nicht nur in der Schweiz als erster Ansprechpartner, wenn es um qualitativ hochwertige Gewindetriebe geht. Der Bezug des neuen Bürogebäudes im letzten Jahr zeigt, dass am Standort Burg festgehalten wird.

Auf die Kugel gesetzt

Das Flaggschiff des Unternehmens ist der Kugelgewindetrieb, der rund zwei Drittel des Umsatzes ausmacht. 2012 wurden über 425.000 Kugelgewindetriebe gefertigt. Ein großer Teil der Produkte, nicht nur Kugelgewindetriebe, geht in die Medizintechnik, sei es im Bereich Analyse, Dialyse, Spitalbettantriebe u.v.m. Aber auch in der Automobilbranche sowie der Verpackungs-, Lebensmittel- oder Textilindustrie sind die „Bewegungstalente“ im Einsatz und nicht mehr wegzudenken. Dazu kommt Selbstverständliches im Alltag: beim Bus z. B. sind Eichenberger Gewindetriebe im wahrsten Sinne des Wortes die Türöffner.

Standort im Herzen der Schweiz

Einer der großen Trümpfe, welchen Eichenberger Gewinde im internationalen Wettbewerb ausspielen kann, lautet: Bei uns bekommt der Kunde alles aus einer Hand! Für die Entwicklung, Fertigung und das Qualitätsmanagement zeichnet ein und derselbe Produktionsstandort verantwortlich, nämlich der Betrieb auf der Burg – im Herzen der Schweiz, wie die Geschäftsleitung gerne anfügt.

So gesehen erstaunt es nicht, dass sich die 120-köpfige Belegschaft zu rund 80 Prozent aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rekrutiert, deren Arbeitsweg sich auf maximal zehn Autominuten oder weniger beschränkt. Somit Arbeitsplätze, die vor dem Hintergrund der täglichen Staumeldungen geradezu zum Privileg werden.

Es gibt kaum eine Branche, in der die Spindeln aus Burg nicht in irgendeiner Form ihren Dienst tun – tagein, tagaus und klaglos. Was gleichzeitig belegt, warum das Unternehmen über 75 Prozent des Umsatzes im Export erwirtschaftet.

Kurt Husistein zum Ende des Gespräches: „Eichenberger möchte auch in den nächsten 60 Jahren weiterhin für den Kunden ein verlässlicher Partner sein. Mehr noch, unsere Entwickler stellen sich den Forderungen der Kunden, um mit ihnen zusammen innovative und zukunftsorientierte Produkte zu entwickeln.

Dabei erarbeiten sie gemeinsam mit den Konstrukteuren aus aller Welt kluge Antriebslösungen. Diese in der Regel anwendungsspezifischen Entwicklungen bringen dem Kunden einen technischen Vorteil und ermöglichen ihm eine hohe Wertschöpfung.

Natürlich sorgen auch wir uns um die Umwelt. Mit einem hohen Wirkungsgrad unserer Produkte, können wir den benötigten Energieaufwand deutlich senken. das ist unser Beitrag zur schonung der natürlichen Ressourcen.“

Eichenberger Gewinde stellt auf der Motek 2013 aus, Halle 5, Stand 5330

* Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier, Chefredaktion konstruktionspraxis

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