Zweistufige Stirnradhohlwellen-Antriebe Zweistufige Stirnradhohlwellen-Antriebe mit Vollfederung und individueller Anpassungsoption

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Die GGT Gemeinder Getriebetechnik hat eine vollabgefederte Variante ihres standardmäßig halbabgefederten, elektrischen Stirnradhohlwellen-Antriebs entwickelt. Vorgestellt wird die Neuerung zusammen mit einem Getriebe für Niederflurstraßenbahnen auf der diesjährigen InnoTrans.

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Der 900 kg leichte Stirnradhohlwellen-Antrieb wurde eigens nach den Wünschen des polnischen Auftraggebers entwickelt.
Der 900 kg leichte Stirnradhohlwellen-Antrieb wurde eigens nach den Wünschen des polnischen Auftraggebers entwickelt.
(Bild: Gmeinder Getriebe- und Maschinenfabrik)

147.700 Güter- und Personenwagen und 12.500 Lokomotiven bewegen sich auf Deutschlands Schienen. Auch wenn sie als umweltfreundlichere Alternative zum Straßenverkehr gelten, dürfen sich die Eisenbahnbauer darauf keinesfalls ausruhen. Denn während die Nachfrage nach den umweltschonenden elektrischen Antrieben immer wichtiger wird, erhöhen sich auch die Ansprüche an Laufruhe und Transportqualität.

Die GGT Gemeinder Getriebetechnikhat daher jetzt eine vollabgefederte Variante ihres standardmäßig halbabgefederten, elektrischen Stirnradhohlwellen-Antriebs entwickelt. Vorgestellt wird die Neuerung zusammen mit einem Getriebe für Niederflurstraßenbahnen auf der diesjährigen InnoTrans.

Die elektrischen, zweistufigen Stirnradhohlwellen-Antriebe wurden den Vorgaben der Pojazdy Szynowe PESA Bydgoszcz SA angepasst. So waren die Struktur und die Aufhängpunkte, sowie die Motorkennlinie und die geplanten Einsatzprofile der Fahrzeuge vorgegeben.

„Da zugelassene Drehgestellrahmen für diesen Einsatz zur Anwendung kommen, war es Bedingung, die existierenden Anlenkpunkte weiter zu benutzen“, so Dr. Hans-Dieter Eisbrecher, technischer Leiter bei der GGT Gemeinder Getriebetechnik. Außerdem wurde sehr viel Wert auf die Reisequalität für die Passagiere und die damit verbundene Laufruhe gelegt: „Wenn vorwiegend über 140 km/h gefahren wird, werden vor allem vollgefederte Stirnradhohlwellen-Antriebe eingesetzt. Denn die lauftechnisch relevante ungefederte Masse ist bauartbedingt sowohl in Quer- als auch in vertikaler Richtung sehr klein, was dem Fahrkomfort und der Laufstabilität zugute kommt“, erklärt Eisbrecher. „Im Fahrzeug hat der querliegende Fahrmotor den Vorteil, dass die Drehgestellmitte für die Zugkraftanlenkung und die Drehgestellanbindung frei gehalten werden kann“, so Eisbrecher weiter.

Verschleißfrei Verbindung

Der mit 900 kg ungewöhnlich leichte Antrieb verfügt über ein maximales Drehmoment von 6.288 Nm, das über eine Membrankupplung mit integrierter Rutschnabe auf das Getriebe übertragen wird. Entsprechend dessen Übersetzungsverhältnis wird es über die beiden Stirnradstufen vergrößert und auf die Hohlwelle gebracht, wo die Keilpaketkupplung über eine Stirnverzahnung angeschraubt ist. Von dort aus wird das Drehmoment auf die Radsatzwelle übertragen.

Auf der schräg verzahnten Stirnritzelwelle aus geschmiedetem Einsatzstahl sitzt die Membrankupplung zum Anschluss des elektrischen Antriebsmotors, was eine bequeme Wartung und Montage erlaubt. Des Weiteren ist diese entstehende Verbindung verschleißfrei und kann mit Hilfe der Hydraulikanschlüsse an den Wellenenden jederzeit gelöst und gefügt werden.

Zur optimalen Schmierung taucht je ein Zahnrad in den Ölsumpf ein, wobei ausreichend Öl haften bleibt. Überschüssiges Öl wird aufgefangen und den Lagern zur Schmierung zugeführt, bevor es wieder in den Ölsumpf zurück geleitet wird. Über den Stab, der den Einfüllstutzen für das Getriebeöl verschließt, kann der aktuelle Ölstand bequem kontrolliert werden.

Adaptierbar auf weitere Drehgestellarten

Entwickelt wurden die Stirnradhohlwellen-Antriebe in weniger als einem halben Jahr. Fertigung und Montage der Stirnradhohlwellen-Antriebe übernimmt die Schwestergesellschaft Gmeinder Getriebe- und Maschinenfabrik. Das Unternehmen kann die Getriebe auch auf jede andere Drehgestellart adaptieren. Zu diesem Zweck muss lediglich die Übersetzung angepasst werden. Fragen dazu beantworten die Mitarbeiter von Gmeinder gerne vor Ort am Messestand.

Auch Antriebe für Niederflurstraßenbahnen werden gezeigt. Mehr als 20 Jahre Erfahrung stecken in diesen Getrieben, die in München schon erfolgreich auf Schienen getestet wurden.

GGT Gemeinder Getriebetechnik auf der InnoTrans 2012, Halle 20, Stand 209 (hö)

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