Deutsche Zulieferindustrie 2022 Zulieferer verzeichnen Umsatzplus und Produktionsrückgang

Quelle: Pressemitteilung ArGeZ 2 min Lesedauer

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Russlands Krieg in der Ukraine hat die Wertschöpfungsketten nach dem Corona-Schock erneut auf die Probe gestellt. Deutsche Zulieferer erweisen sich dabei abermals als anpassungsfähig, geraten aber unter Druck. Die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) zur Lage der Zulieferunternehmen.

(Bild:  domoskanonos - stock.adobe.com)
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Das Jahr 2022 steht für die deutsche Zulieferindustrie mit einem spürbaren Umsatzplus von rund 15 Prozent auf über 244 Mrd. Euro in den Büchern. Wie die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) mitteilt, ist die Kapazitätsauslastung insgesamt im Verlauf des Jahres 2022 gegenüber dem moderaten Niveau aus dem Vorjahr jedoch leicht auf 81% gesunken. Gründe seien der Arbeitskräftemangel aber auch ein Nachfragerückgang. Die Exportquote von 39 Prozent verdeutliche, dass die deutschen Zulieferer zu einem erheblichen Anteil auf eine stabile weltwirtschaftliche Lage bauen. Die geopolitischen Spannungen rund um Russland, aber auch zwischen den USA und China betreffen daher vor allem die Exportnation Deutschland und die hiesige Zulieferindustrie.

Aktuelle Geschäfte deutlich schlechter als vor einem Jahr

Die Zulieferunternehmen bewerten laut ArGeZ am Ende des ersten Quartals 2023 die aktuellen Geschäfte deutlich schlechter als vor einem Jahr. Unmittelbar vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine stufte noch knapp die Hälfte der Betriebe die Lage als gut ein. Dieser Wert sei nun auf ein Drittel geschmolzen, wobei sich die Situation seit knapp einem halben Jahr als einigermaßen stabil darstelle. Seit Oktober 2022, wo die Unsicherheiten bei der Energieversorgung ihren Höhepunkt erreichten, zeichnet sich ab, dass es trotz der ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland zu keiner Mangellage kommen wird. Die Erwartungen der deutschen Zulieferer haben sich infolgedessen deutlich verbessert, liegen unterm Strich aber noch im negativen Bereich. Gestützt werden die Geschäfte trotz rückläufiger Bestellungen von soliden Auftragsbeständen, heißt es.

Mittelständische Automobilzulieferer geraten zunehmend unter Druck

Die mittelständischen Automobilzulieferer geraten nach Angaben der ArGeZ zunehmend unter Druck. Für sie sei der Produktionsstandort Deutschland noch wichtiger als für die großen Abnehmer. Doch die Automobilproduktion ist hierzulande seit Jahren stark rückläufig, von einst (2012) über 5,6 Mio. PKW und Kleintransporter auf nun rund 3,6 Mio. Einheiten. Gleichzeitig steigt die Produktion deutscher Autokonzerne im Ausland auf inzwischen 10 Mio. Fahrzeuge an. Diese schleichende Deindustrialisierung auch im Automobilsektor führe gerade bei den kleineren Zulieferern zu sinkenden Abrufzahlen, weil im Ausland zunehmend lokal zugekauft wird und nicht jeder Zulieferer mit ins Ausland gehen kann.

In diesem Szenario einer abnehmenden Nachfrage steigen gleichzeitig viele Kosten sehr dynamisch an. Neben den allgemeinen und inflationsbedingten Kostenersteigerungen erhöhen sich die Arbeitskosten und vor allem die Energiekosten. Diese sind nach extremen Anstiegen in 2022 immer noch sehr hoch und treffen energieintensive Betriebe, die am Anfang der automobilen Lieferkette stehen, mit voller Wucht. Denn die industriellen Wärmeprozesse bei der Herstellung und Bearbeitung von Zulieferteilen z.B. aus Metall, Kunststoff, Kautschuk oder Textilien benötigen viel Energie. Wenn diese Kosten im Markt nicht weitergegeben werden können, schmelzen Liquidität und Eigenkapital dahin, so die ArGeZ. Zulieferer müssten deshalb sehr viele und aufwändige Vertragsverhandlungen führen.

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