Motion Control

Wie Software die hardwarebasierte Bewegungssteuerung veränderte

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Eine wesentliche Grundfunktion ist geblieben

Einzelachsen als Positionierantriebe, interpolierende Systeme in Handlingsportalen, Wickelantriebe mit integrierter Bewegungssteuerung im Servo-Umrichter, leistungsstarke Motion Controller und SPS-Systeme: Die Aufzählung macht deutlich, dass sich der Lösungsraum für das Ausrüsten einer Applikation stetig erweitert hat. Bei allem technischen Fortschritt und der stetig steigende Stellenwert der Software ist eine wesentliche Grundfunktion aber geblieben – die Bewegungsführung. Intelligente Einzelachsen mit Motion Control und SPS im Antrieb eignen sich an dieser Stelle zum Beispiel sehr gut für Wickler und fliegende Sägen. Sind koordinierte Servo-Achsen – zum Beispiel in Robotern oder Portalsystemen – gefragt, sind zentrale Bewegungssteuerungen erste Wahl.

„Unabhängig davon, welche Technik später arbeitet - die Bewegung macht alles aus. Wir schauen uns deshalb innerhalb einer engen Entwicklungspartnerschaft mit unseren Kunden sehr genau an, wie diese Bewegungen aussehen müssen, wie schnell und exakt sie zu sein haben. Wir fassen unsere Gesamtleistung deshalb auch unter der Überschrift „Motion Centric Automation“ zusammen“, erklärt Dr. Armin Walter, Geschäftsführer der Lenze Engineering GmbH, zusammen. „Unsere Kunden interessiert weniger das wie. Sie wollen wettbewerbsfähige Maschinen bauen.

Beschleunigte Entwicklung

Darum geht es. Hierbei zählt neben der Performance auch mehr denn je, mit der Entwicklungsarbeit schneller fertig zu sein, damit sich Maschinen im Markt eher verkaufen lassen“, sagt Dr. Walter mit Blick auf einfach einsetzbare Software-Module, die Standardfunktionen so weit wie möglich abdecken. Lenze unterstützt die Schnelligkeit in der Entwicklung aktuell mit dem Ausbau der Application Software Toolbox FAST (siehe Kasten).

Dahinter steht ein Pool an Technologiemodulen, mit denen sich Anwendungen sehr einfach strukturiert aufbauen lassen, weil Teilaufgaben, die immer benötigt werden, bereits vorbereitet sind. Beispiele hierfür sind einfache Visualisierungen, Referenzenfahrten oder auch der Handbetrieb. Das Ganze reicht weiter bis hin zu vergleichsweise komplexen Handlings- und Robotikanwendungen.

Vor 20 Jahren setzte Lenze mit der 9300 Servo PLC einen Trend: Mit integrierten Motion-Control- und Steuerungsfunktionen sind seitdem kinematische Maschinenelemente, Koppelgetriebe oder ganze Maschinentypen in der Software abbildbar und mit ihren Auslegungsdaten beschrieben und regelungstechnisch beherrschbar. Weil die Programmierung immer mehr das Engineering der Antriebstechnik beherrscht, wird es in Zukunft wichtiger denn je sein, diese Arbeit zu vereinfachen, in dem komplexe Programmierungen in leicht einsetzbaren Applikationsbausteinen gekapselt sind. Flankiert wird das Ganze durch ein verändertes Bild in den Geschäftsbeziehungen, weil sich Komponentenhersteller zu echten Technologiepartnern des Maschinen- und Anlagenbaus entwickeln. (jv)

* Torsten Heß, Focus Industries – Robotics & Handling, Lenze

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