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Relevante Sicherheitsnormen sind die DIN EN 61400, die EN ISO 13849-1 und die IEC EN 62061
Im Bereich der Sicherheitstechnik ist die speziell auf Windenergieanlagen zugeschnittene DIN EN 61400 relevant. Sie beinhaltet Betrachtungen zum mechanischen Aufbau sowie einige allgemeine Angaben zu Sicherheitsfunktionen. Dazu zählen zum Beispiel die Abschaltung bei Überdrehzahl, Generatorfehlern, zu starken Vibrationen oder Leitungsverdrillung. Auf konkrete Hinweise zur Auslegung der sicherheitsbezogenen Teile der Steuerung wird in der DIN EN 61400 jedoch verzichtet.
Durch die Gültigkeit der Maschinenrichtlinie sorgen hier die EN ISO 13849-1 und die IEC EN 62061 für Abhilfe, die entsprechend harmonisiert sind. Die EN ISO 13849-1 ist durch die Ablösung der DIN EN 954-1 zum Ende dieses Jahres der neue, universelle Sicherheitsstandard im Maschinen- und Anlagenbau. Sie lässt sich sowohl für elektrische als auch für pneumatische und hydraulische Steuerungen anwenden. Die deutlich umfangreichere IEC EN 62061 hingegen hat ihre Wurzeln in der Prozesstechnik und ist daher eher für komplexe, verkettete Elektroniksysteme geeignet.
Performance Level nach EN ISO 13849-1 gibt die Ausfallwahrscheinlichkeit an
Die EN ISO 13849-1 beschäftigt sich mit der Ausfallwahrscheinlichkeit der sicherheitsbezogenen Teile einer Steuerung und bewertet sie mit Hilfe des Performance Levels (PL). Wird der Performance Level mit PL e angegeben, ist die Ausfallwahrscheinlichkeit sehr gering und damit ein hohes Sicherheitsniveau vorhanden. PL a weist auf eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit und damit ein niedrigeres Sicherheitsniveau hin.
Der für die Applikation erforderliche PL wird mit Hilfe des Risikografen ermittelt. Dazu sind vom Startpunkt ausgehend nacheinander die Punkte Verletzungsschwere (S), Aufenthaltszeit im Gefahrenbereich (F) und Vermeidungsmöglichkeit (P) zu beurteilen (Bild 2).
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