Im Projekt Salsa entwickeln 14 Partner aus Forschung und Industrie Konzepte für autonomes und automatisiertes Fahren. Nach der Hälfte der Projektlaufzeit wurden nun erste Ergebnisse präsentiert.
Dr. Andrea Elser von Valeo und Lars Gadermann vom Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design (IKTD) der Universität Stuttgart sind Projektleiter von Salsa.
(Bild: SALSA Projektbüro)
Nach rund 18 Monaten Laufzeit stellte das Förderprojekt Salsa im Februar 2026 erste Ergebnisse in der Schwabenlandhalle vor. Salsa (anm. d. Red.: projekteigene Schreibweise SALSA) – das steht für „Smarte, Adaptive und Lernbare Systeme für Alle“. Das Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, besteht aus 14 Partnern aus Wirtschaft und Forschung sowie drei assoziierten Partnern. Die Partner präsentierten den rund 110 Teilnehmern aus Wirtschaft, Forschung, Presse, Politik und der Öffentlichkeit bisher erreichte Ergebnisse der verschiedenen Teilprojekte und vermittelten dank Demonstratoren und einer Ausstellung anschaulich die Brücke zwischen Mensch und Technik.
Salsa adressiert die Herausforderungen, die sich aus der Interaktion zwischen automatisierten und konventionellen Fahrzeugen sowie anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern ergeben. Da nach wie vor Verkehrsunfälle einen erheblichen Beitrag der Todesfälle in Deutschland ausmachen, will Salsa durch die Weiterentwicklung des automatisierten und autonomen Fahrens einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Mit der Entwicklung adaptiver Systeme soll eine nahtlose und sichere Kommunikation sowohl innerhalb des Fahrzeugs als auch zwischen Fahrzeug und Umgebung ermöglicht werden, um das Vertrauen in automatisierte Technologien zu fördern und somit auch Verkehrssicherheit und Akzeptanz zu steigern.
Der Fokus unserer Forschung liegt auf der nutzerzentrierten Anpassung der Fahrzeuggestalt, des Fahrverhaltens sowie der internen und externen Kommunikation an die vielfältigen Bedürfnisse von Insassen und anderen Verkehrsteilnehmern.
Lars Gadermann, technischer Projektleiter SALSA
Die Integration automatisierter und autonomer Fahrzeuge in den Verkehrsalltag ist relevanter denn je. Immer mehr Hersteller beschäftigen sich mit der Integration und den damit verbundenen Herausforderungen. „Durch unseren ganzheitlichen Ansatz schaffen wir einen Transfer, der sonst kaum möglich wäre: Die systematische Verknüpfung der Innen- und Außenperspektive. Der Mensch steht so bei uns immer im Vordergrund, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Fahrzeugs“, berichtet Dr. Andrea Elser von Valeo, Projektleiterin von Salsa.
„Der Fokus unserer Forschung liegt auf der nutzerzentrierten Anpassung der Fahrzeuggestalt, des Fahrverhaltens sowie der internen und externen Kommunikation an die vielfältigen Bedürfnisse von Insassen und anderen Verkehrsteilnehmern. Derzeit entwickeln wir im Fahrzeug einen benutzerfreundlichen, intelligenten und anpassbaren Innenraum“, erläutert Lars Gadermann, technischer Projektleiter des Projekts, vom Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design (IKTD) der Universität Stuttgart. „Verständliche und ästhetisch gestaltete externe Human-Machine-Interfaces (eHMI) tragen darüber hinaus maßgeblich dazu bei, die Sicherheit und Akzeptanz automatisierter Fahrzeuge im öffentlichen Raum zu erhöhen.“
Ein ganzheitliches Konzept aus sechs Themenbereichen
Das Projekt teilt sich in sechs verschiedene Themenbereiche auf, die das zentrale Ziel des verbesserten Nutzererlebnisses bei automatisierten Fahrfunktionen verfolgen. Betrachtet werden dabei sowohl Pkw als auch Lkw.
Im Bereich Schlaf entwickeln die beteiligten Projektpartner innovative Konzepte, die komfortables Aufwachen ermöglichen und somit das Risiko der Sleep Inertia im Fahrzeug nachhaltig senken sollen. Dabei wurde unter anderem ein adaptiver Assistent in Form eines Chatbots entwickelt, der sich den Aktivitäten der Insassen anpasst.
Der Themenbereich Fahrerzustand entwickelt Technologien zur umfassenden Erfassung des Nutzerzustands, die sowohl den mentalen als auch den physischen Zustand des Fahrers berücksichtigen. Dies umfasst die Integration von Sensoren und Algorithmen, die in Echtzeit Daten über Aufmerksamkeit, Müdigkeit, Stresslevel und andere relevante Faktoren erfassen. Die gesammelten Daten werden verwendet, um den aktuellen Fahrmodus anzupassen und sicherzustellen, dass der Nutzer in der Lage ist, die automatisierten Funktionen sicher zu verwenden.
Im Bereich eHMI entstehen durch externe Human-Machine-Interfaces neue Kommunikationswege zwischen Fahrzeug und Umfeld, deren funktionale Sicherheit, Standardisierung und Resilienz gegenüber Cyberattacken essenziell sind, um im Mischverkehr Vertrauen, Akzeptanz und sichere Interaktion zu gewährleisten. Hierbei werden verschiedene Interessengruppen des eHMI wie Radfahrer, Fußgänger, Fahrer konventioneller Pkw oder auch Fahrzeugkäufer berücksichtigt. Das Fahrzeugdesign wird deshalb ebenso in die Untersuchungen einbezogen, wie auch das implizite Fahrverhalten der automatisierten Systeme. Zudem wird auch eine Bewertungsmethode für eHMI-Konzepte entwickelt und abgeprüft, wie eHMI prosoziales Verhalten im Verkehr unterstützen kann.
Im Bereich der Kommunikation und Adaption wird sich der Herausforderung angenommen, die steigende Komplexität der Bediensysteme im Fahrzeuginnenraum von Touchbildschirmen zu entkoppeln und mittels morphender und gestaltändernder Elemente wieder in haptischen Bedienelementen innerhalb des Fahrzeugs unterzubringen. Dazu werden im Projekt grundlegende Untersuchungen zur Gestaltänderung und zum Morphing durchgeführt und erarbeitet, wie diese, auch mittels KI, für Individualisierung und Personalisierung genutzt werden können, um die Usability, die User Experience und den Spaß zu erhöhen. Auch Anwendungen für die Verwendung im Lkw stehen hierbei im Fokus, um beispielsweise die Menüführung mittels KI zu verbessern oder Rastplatzempfehlungen mittels einer individuellen App aussprechen zu können.
Der Themenbereich Akzeptanz beschäftigt sich vorrangig mit der Akzeptanz automatisierter und autonomer Fahrzeuge im Mischverkehr. Darunter fallen der sinnvolle Einsatz von Assistenzsystemen sowie eine vertrauensvolle Auslegung von Minimal Risk Manövern, bei denen das automatisierte Fahrzeug im Notfall sicher zu stehen kommt, ohne die Insassen zu beunruhigen. Die Konsortialpartner nutzen dazu dynamische Fahrsimulationen um konkrete Empfehlungen für eine vertrauensfördernde Auslegung von Fahrfunktionen geben zu können, die eine positive Wahrnehmung unterstützen.
In der Wissensvermittlung wird untersucht, wie Nutzer neue Informationen lernen und somit mit Fahrzeugen interagieren. Studien in Salsa belegen, dass Fahrende neue Funktionen vor allem durch Ausprobieren erlernen und Lernsysteme, die praxisnahes, handlungsbegleitendes und multimediales Training bieten, deutlich effektiver und motivierender sind als klassische Handbücher. Besonders relevant für die Nutzer sind Inhalte zu Bedienung, Limitationen, Risiken und Anzeigen der Systeme, wobei zeitlich flexible Konzepte sowohl vor als auch während der Nutzung bevorzugt werden.
Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Salsa hat eine Projektlaufzeit von insgesamt drei Jahren. Der Start im Juli 2024 ebnete den Weg für intensive Forschungsarbeiten der Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft. Salsa wird mit einer Projektförderung von 10 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt.
An Salsa beteiligte Partner
Im Forschungsprojekt Salsa entwickeln 14 Partner aus Forschung und Industrie Konzepte für autonomes und automatisiertes Fahren.
Projektleitung: Valeo Schalter und Sensoren GmbH,
technische Projektleitung: Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design (IKTD) der Universität Stuttgart,
Audi
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen,
Cancontrols GmbH,
Elektrobit Automotive GmbH,
Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS),
Fraunhofer IOSB,
Hochschule der Medien,
Invensity GmbH,
MAN Truck & Bus SE,
Spiegel Institut Mannheim GmbH,
Studiokurbos GmbH
und das Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften.
Assoziierte Partner sind BASF, Porsche und VW Nutzfahrzeuge. Projektträger ist die TÜV Rheinland Consulting GmbH.
Stand: 08.12.2025
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