Ratgeber

Wie aus Flüchtlingen Fachkräfte werden

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

5 Tipps zur erfolgreichen Integration in Betrieben

„Nicht nur die Flüchtlinge haben im letzten Jahr unglaublich viel gelernt“, berichtet Matthias Hecker, Ausbildungsleiter bei Rittal und hauptverantwortlich für die Flüchtlinge an der Werkbank. „Auch wir haben durch das Pilotprojekt neue Erfahrungen gewonnen, die uns im aktuellen Durchgang spürbar zugutekommen.“ In fünf Tipps hat das Familienunternehmen seine Erfahrungen im Ratgeber auf den Punkt gebracht.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Potenziale ermitteln: Erfolgreiche Integration über ein Praktikum beginnt mit gegenseitigem Kennenlernen und der Ermittlung schulischer und beruflicher Voraussetzungen. Die Arbeitsagenturen und Job Center in Hessen haben Zugriff auf standardisierte Potenzialanalysen der Flüchtlinge. Wo diese noch nicht eingeführt sind, bietet sich eine Probearbeitswoche an.

Deutsch lernen: Um die Sprachkenntnisse zu erweitern, können Azubi-Paten, Ehemalige und Ehrenamtliche als Ansprechpartner für schulische, betriebliche und private Herausforderungen eingesetzt werden. Darüber hinaus bieten Apps und Websites E-Learning-Angebote zum Spracherwerb an. Berufsbezogene Sprachkenntnisse lassen sich am besten an der Werkbank erlernen.

Kümmerer finden: Neben mangelnden Deutschkenntnissen plagen Flüchtlinge auch Ängste und Einsamkeit. Wenn sich Ausbilder, Azubi-Paten, Kollegen und Ehrenamtliche darauf einlassen, Flüchtlinge durch Nachhilfe, praktische Hilfe und persönlichen Kontakt zu unterstützen, erreichen diese das erforderliche Leistungsniveau einer Ausbildung schneller und integrieren sich besser in das Umfeld, in dem sie arbeiten.

Willkommen heißen: Eine gelebte Hilfskultur im Unternehmen ist unabdingbar für die gelungene Integration von Flüchtlingen. Vorbild sein, aber nicht bevorzugen, lautet die Devise für Management und Führungskräfte. Sie geben ihren Mitarbeitern Orientierung und sorgen für die Akzeptanz der neuen Kollegen in der Belegschaft.

Netzwerke bilden: Enge Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen und Erfahrungsaustausch in unternehmensübergreifenden Initiativen erleichtert nicht nur die Entwicklung eines Integrationsprojekts, sondern führen auch zu Veränderungen in Politik, Verwaltung und Gesetzgebung. Die 3+2-Regelung, die Flüchtlingen und Unternehmen die Sicherheit des Aufenthalts für drei Jahre Ausbildung und zwei Jahre Arbeit gibt, ist aus den Diskursen von Netzwerken wie „Wir zusammen“ entstanden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44371880)