Studie Welchen wirtschaftlichen Wert haben Innovationen?

Von Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK 2 min Lesedauer

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Die Wirkung von Forschung und Innovation nachzuweisen ist ein komplexes Thema. Eine makroökonomische Impact-Studie des Fraunhofer IPK und des Fraunhofer ISI hat jetzt bestätigt, dass ein nationales Forschungsnetzwerk in Brasilien zu 0,66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes beiträgt.

Den Wert von Innovationen hat eine Impact-Studie erfasst.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Den Wert von Innovationen hat eine Impact-Studie erfasst.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von fast 2,2 Billionen US-Dollar ist Brasilien die größte Volkswirtschaft Südamerikas und ein wichtiger Akteur auf globaler Ebene. Das Land ist ein bedeutender Rohstoffexporteur sowie Öl- und Gasproduzent, hat aber Potenzial für eine größere Wertschöpfung in Technologiebereichen, die für ein nachhaltiges Wachstum unerlässlich sind. Deshalb beauftragte der brasilianische Industrieverband CNI (Confederação Nacional da Indústria) im Jahr 2011 den nationalen Dienst für industrielle Ausbildung SENAI (Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial) mit dem Aufbau eines landesweiten Netzwerks von Instituten für angewandte Forschung.

Aufbau eines FuE-Netzwerks

SENAI orientierte sich dabei unter anderem am Vorbild der Fraunhofer-Gesellschaft und bat 18 ihrer Institute um Unterstützung. Das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK begleitet seitdem SENAI bei der strategischen Planung und praktischen Umsetzung des FuE-Netzwerks. Mittlerweile sind 26 SENAI-Innovationsinstitute (ISI) mit rund 1500 Wissenschaftlern in Betrieb und liefern Spitzenforschung und technologische Entwicklungen für die brasilianische Industrie.

Mit einer Anfangsinvestition von SENAI und der brasilianischen Entwicklungsbank (BNDES) haben die SENAI-Innovationsinstitute in den letzten 12 Jahren rund 3350 FuE-Projekte mit 1325 Unternehmen durchgeführt. Das Gesamtvolumen betrug rund 2,5 Milliarden brasilianische Reais. In mehr als 56 Prozent dieser Projekte waren KMU involviert. Dem Netzwerk gelang es zudem, 185 Start-ups mit 90 großen Unternehmen zusammenzubringen.

Innovationsinstitute steigern Bruttoinlandsprodukt

Um den wirtschaftlichen Effekt der SENAI-Innovationsinstitute zu analysieren und nachzuweisen, dass sich die anfänglichen Investionen auszahlen, führten das Fraunhofer IPK und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag von SENAI eine makroökonomische Impact-Studie durch. Die Forschenden verglichen das BIP-Wachstum im Zeitverlauf in Regionen, in denen SENAI-Institute gegründet wurden, mit dem BIP-Wachstum in Regionen ohne solche Institute. Das Ergebnis: Die SENAI-Innovationsinstitute tragen zu 0,66 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts von Brasilien bei.

Die SENAI-Innovationsinstitute tragen zu 0,66 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts von Brasilien bei.

In den Regionen, in denen die Institute tätig sind, stieg das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 985 auf 1210 brasilianische Reais. Diese Effekte sind robust, statistisch signifikant und zeigen über die Zeit ein konsistentes Muster.

Forschungsintensive Projekte treiben Wachstum

Die Studie zeigt auch, dass technische Dienstleistungen und Beratung zwar eine Rolle spielen, aber vor allem forschungsintensive Projekte dieses Wachstum treiben. "Das bestätigt den transformativen Charakter von angewandter Forschung und Innovation", sagt Prof. Dr. Holger Kohl, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IPK. "Mit der von ihnen erzielten Wirkung beweisen die SENAI-Innovationsinstitute, ähnlich wie Fraunhofer, wie erfolgreich Forschung sein kann und wie gezielte Investitionen in angewandte Wissenschaft einen signifikanten wirtschaftlichen Wert erbringen können."

Weitere Informationen:

Kohl, H., Schubert, T., et al. (2025). What is the Economic Value of Innovation? The SENAI Innovation Institutes’ Impact on the Brazilian Economy. Macroeconomic Impact Study, Executive Summary. doi.org/10.24406/publica-4902

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