Aluminium Viertes Krisenjahr in Folge für Aluminiumindustrie 

Quelle: Aluminium Deutschland 2 min Lesedauer

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Die deutsche Aluminiumindustrie befindet sich weiterhin in der Krise. Im Jahr 2025 sinkt die Auslastung der Produktionskapazitäten um bis zu weitere 0,8 Prozentpunkte. Das hat der Branchenverband Aluminium Deutschland mitgeteilt.

Aluminium Deutschland Präsident Rob van Gils: „Die Lage ist besorgniserregend. Die Produktionszahlen zeigen unmissverständlich: Unsere innovative deutsche Aluminiumindustrie konnte sich aufgrund der mäßig wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen seit 2021 nicht erholen.“(Bild:  Aluminium Deutschland)
Aluminium Deutschland Präsident Rob van Gils: „Die Lage ist besorgniserregend. Die Produktionszahlen zeigen unmissverständlich: Unsere innovative deutsche Aluminiumindustrie konnte sich aufgrund der mäßig wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen seit 2021 nicht erholen.“
(Bild: Aluminium Deutschland)

Wie die Produktionsdaten für das vierte Quartal 2025 zeigen, liegt das Produktionsniveau im Vergleich zu 2021 nur noch bei 76 bis 88 Prozent. Der wichtigste Aluminiumstandort Europas ist damit seit vier Jahren nicht mehr gewachsen. Hauptursachen sind unzureichende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, tiefgreifender Strukturwandel sowie eine anhaltend schwache Konjunktur. Zwar verzeichnen inzwischen nicht mehr alle Bereiche der Industrie Rückgänge, dennoch liegen die Produktionsniveaus nach wie vor deutlich unter dem Stand von 2021. In der Folge bleibt ein erheblicher Teil der Kapazitäten weiterhin deutlich unterausgelastet, insbesondere im Bereich der mittelständisch geprägten Strangpressindustrie.Aluminium Deutschland Präsident Rob van Gils: „Die Lage ist besorgniserregend. Die Produktionszahlen zeigen unmissverständlich: Unsere innovative deutsche Aluminiumindustrie konnte sich aufgrund der mäßig wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen seit 2021 nicht erholen. Ohne eine aktive und wirksame Industriepolitik und eine wesentliche Verbesserung der Standortfaktoren wird unsere Industrie nicht bestehen können – Deutschland wird so noch stärker in Rohstoffabhängigkeiten kommen und seine Resilienzziele verfehlen.“

 Ohne eine aktive und wirksame Industriepolitik und eine wesentliche Verbesserung der Standortfaktoren wird unsere Industrie nicht bestehen können – Deutschland wird so noch stärker in Rohstoffabhängigkeiten kommen und seine Resilienzziele verfehlen.

Rob van Gils, Präsident Aluminium Deutschland

Produktionsrückgang beim Recycling

Das Aluminiumrecycling zeigt im vierten Quartal 2025 eine negative Entwicklung. Von Oktober bis Dezember produzierten die Unternehmen rund 629.000 Tonnen Aluminium (-3 Prozent). Das Produktionsniveau des Gesamtjahres 2025 liegt mit rund 2,7 Millionen Tonnen um ein Prozent unter dem Vorjahreswert und etwa 16 Prozent unter dem Niveau von 2021. Zentrale Hemmnisse sind weiterhin die schwache Nachfrage der Kundenindustrien, beispielsweise im Bereich Automobil, Bau oder Anlagenbau sowie eine Verknappung und damit starke Preiserhöhungen von Aluminiumschrotten.

Halbzeugproduktion 2025: Vorjahresniveau gehalten, Strangpressen weiter rückläufig

Die Produktion von Aluminiumhalbzeug verzeichnete im vierten Quartal 2025 bei rund 518.000 Tonnen ein Plus von zwei Prozent. Im Gesamtjahr 2025 summierte sich die Gesamtproduktion auf rund 2,3 Millionen Tonnen (+1 Prozent). Die Produktion von Walzprodukten lag bei 1,8 Millionen Tonnen und damit um zwei Prozent höher als im Vorjahr, jedoch noch rund 12 Prozent unter dem Niveau von 2021. Die Produktion von Strangpressprodukten erreichte 463.000 Tonnen, was einem Rückgang von einem Prozent entspricht und etwa 24 Prozent unter dem Niveau von 2021 liegt.

Industrie sieht keine Verbesserungen der Standortfaktoren in Deutschland

Die geringe Auslastung im vierten Jahr in Folge ist Symptom einer schwachen Nachfrage in den Zulieferindustrien – insbesondere im Bereich der Automobil-, der Bauindustrie und dem Anlagenbau. Sie ist aber auch Ausdruck der international nicht mehr wettbewerbsfähigen Standortbedingungen in Deutschland. EU-Handelspolitik und CO₂-Grenzausgleich gefährden die Wettbewerbsfähigkeit weiter.

Wenn Entlastungs- oder Schutzinstrumente wie der Industriestrompreis oder CBAM ins Leere laufen und zusätzliche Belastungen drohen, werden wir die fortschreitende Deindustrialisierung Deutschlands nicht aufhalten und bringen dringend notwendige Industriearbeitsplätze in Gefahr.

Angelika El-Noshokaty, Hauptgeschäftsführerin Aluminium Deutschland

Aluminium Deutschland Hauptgeschäftsführerin Angelika El-Noshokaty betont: „Wir brauchen eine dringende Abkehr traditioneller industriepolitischer Denkmuster, innerhalb derer wir immer zuerst über mögliche Auswirkungen unseres Handelns bei unseren Handelspartnern spekulieren und dann an unsere heimische Industrie denken. Wenn Entlastungs- oder Schutzinstrumente wie der Industriestrompreis oder CBAM ins Leere laufen und zusätzliche Belastungen drohen, werden wir die fortschreitende Deindustrialisierung Deutschlands nicht aufhalten und bringen dringend notwendige Industriearbeitsplätze in Gefahr.“

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