Berechnungssoftware Version 2.2 der CT-Analyse-Software VGStudio MAX geplant
Volume Graphics plant die Version 2.2 seiner CT-Analyse-Software VGStudio MAX herauszubringen.
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Mit der Analyse-Software für die industrielle Computertomographie VGStudio MAX 2.2 können CAD-Modellen im STEP- und IGES-Format direkt importiert werden. Zum einen erhöht sich dadurch die Genauigkeit von Soll-Ist-Vergleichen, da die Berechnung nicht mehr auf STL-, sondern auf originäre CAD-Daten zurückgreift. Zum anderen vereinfacht sich die Auswertung komplexer Bauteile, die aus mehreren Komponenten bestehen. Zu denken ist an Spritzgießteile mit Einlegeteilen aus verschiedenen Kunststoffen, Gummi oder Metallen sowie an fertig montierte Geräte oder Instrumente.
Sollen die CT-Datensätze solcher Objekte messtechnisch ausgewertet werden, sind die einzelnen Komponenten zu separieren. Das war bislang, je nach Komplexität, mit viel manueller Arbeit verbunden. Anhand der eingelesenen CAD-Daten kennt VGStudio MAX vorab die Verläufe der Materialübergänge bzw. Körperkanten. Die Software bedient sich dieser Daten als Hilfsmittel für die anschließende voxelbasierte Kantenfindung. Selbstverständlich erfolgt die Auswertung der CT-Modelle grundsätzlich auf der Ebene von Ist- bzw. gescannten Daten.
Tool gibt Faserrichtung an
Ein neues Tool in VGStudio MAX bietet statistische Auswertungen über die vorrangigen Ausrichtungen der Fasern bei Faserverbundwerkstoffen (CFK, GFK). Die Software blickt dafür tief ins Objekt. Die Richtungserkennung funktioniert auch noch bei Datensätzen, deren Fasern selbst nicht mehr auflösbar sind bedingt durch Faktoren wie Bauteilgröße und Faserstärke. VGStudio MAX ist in der Lage, die geringsten Kontraste im Grauwertprofil zu unterscheiden und damit die Faserrichtungen anzugeben.
Abrollen gekrümmter Objekte
Bei der Auswertung von im weitesten Sinne gekrümmten Objekten besteht häufig der Wunsch, das Bauteil entlang einer Linie in die Ebene abzurollen. Hintergrund: Der Anwender kann sich senkrecht zur Abrollrichtung 2D-Schichtbilder darstellen lassen und sich durch das Objekt scrollen. Auf diese Weise ist es etwa möglich, den Kontakt von Gewindeflanken zu überprüfen. Ein anderes Beispiel wäre die Untersuchung von Reifenprofilen.
Diese Methode funktioniert auch bei deformierten bzw. verzerrten Bauteilen. In diesen Fällen geht es weniger um ein „Abrollen“, mehr um ein „Entzerren“. Ein Anwendungsfall wären Leiterplatten in der Elektronik. Für die Untersuchung der Leiterbahnen ist eine ebene Darstellung der Leiterplatte erforderlich. Die Software erlaubt es, die Deformationen auf dem Bildschirm „eben zu richten“. Der Nutzer kann sich die Abrollung resp. Entzerrung in einem Fenster seines Arbeitsbereichs komfortabel darstellen lassen.
Klassische Porenanalysen nach VDG P201
Im VGStudio MAX 2.2 erfolgt die Auswertungen nach VDG Merkblatt P201. Volume Graphics hat die dort beschriebene klassische Vorgehensweise, die mit Mikroskop und realen Bauteilschnitten arbeitet, in der Software abgebildet. Dazu gehören beispielsweise das Einpassen von Bezugsflächen in den Bauteilschnitt wie auch die unterschiedlichen Defekt-Klassifizierungen. „Wir verwenden für die Auswertung eine komplizierte 2D-Algorithmik, die mit Subvoxeln umgehen kann und dadurch genaue Auswertungen ermöglicht“, erklärt Christof Reinhart, Geschäftsführer bei Volume Graphics, „wir nähern uns damit der klassischen Methode sehr nahe an; voxelbasierte und mikroskopische Auswertungen werden vergleichbarer“.
Höhere Performance und mehr Bedienungskomfort
Nicht zuletzt sorgt eine Reihe kleinerer Detailverbesserungen im kommenden Release für ein Plus an Performance und Bedienungskomfort. So etwa im Koordinatenmessmodul, wo das Handling mit vielen Bauteilmerkmalen verbessert wurde. So konnte die Datenstruktur effizienter gestaltet werden. Die Software benötigt dadurch weniger Speicherbedarf. (jus)
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