Technisches Textil Vegane Lederalternativen aus Zellulose

Quelle: Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung 1 min Lesedauer

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In dem von der EU finanzierten Projekt Fabulose will ein Konsortium aus Forschungsinstituten, Biotech-Innovatoren und Industrieakteuren leistungsstarke, biobasierte und recycelbare lederähnliche Stoffe herstellen. So ermöglicht die HighPerCell-Technologie der DITF das erneute Verspinnen von bakterieller Zellulose zu Filamenten.

Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie(Bild:  Sumatrix)
Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie
(Bild: Sumatrix)

Derzeitige Lederalternativen werden entweder aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt, die nicht recycelbar sind, oder sie sind zumindest teilweise biobasiert, aber schwer zu skalieren und zu recyceln.
Deshalb zielt das vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) unterstützte Projekt darauf ab, tierische Materialien zum Beispiel in der Automobil-, Mode- oder Polstermöbelbranche durch nachhaltige Alternativen zu ersetzten.
Im Projekt werden fortschrittliche Fermentationstechniken, Abfallströme als Rohstoffe und KI-gesteuerte Prozessoptimierung eingesetzt, um effizient bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente zu produzieren. Die biobasierten Materialien werden in einer Beschichtungsformulierung kombiniert, die die Haltbarkeit und Ästhetik von traditionellem Leder nachahmt. Die HighPerCell-Technologie der DITF ermöglicht das erneute Verspinnen von bakterieller Zellulose zu Filamenten, die zu recycelten Textilträgern verarbeitet werden, die eine hohe Zugfestigkeit bieten und keine giftigen Stoffe beinhalten.

Infografik des Projekts(Bild:  Fabulose Projekt)
Infografik des Projekts
(Bild: Fabulose Projekt)

Statt einzelne Partien (Batches) zu bearbeiten, ermöglicht die Technologie zudem einen Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozess, der die zukünftige Skalierung zu einer kostengünstigen Massenproduktion vereinfacht.
Um optimale Materialeigenschaften zu bestimmen, wurden im Projekt die Marktanforderungen erhoben. Ökodesign- und Safe-by-Design-Prinzipien bewerten potenzielle Risiken und stellen sicher, dass Sicherheits- und Nachhaltigkeitsziele erfüllt werden. Ein Digital-Twin-Framework wird wichtige Prozessparameter für die Optimierung und Überwachung der Materialleistung umfassen.

Zusammenfassung der wichtigsten Projektinnovationen:

  • Verwendung von Fermentationsprodukten zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Rohmaterialien
  • Kultivierung von Mikroorganismen auf Abfallstoffen und CO₂ zur Senkung der Produktionskosten und Verringerung der Umweltbelastung
  • Recycling von bakterieller Zellulose zu Filamenten mittels Spinnverfahren zur Herstellung von Textilien mit gleichbleibender und hochwertiger Qualität.
  • Entwicklung von Produktionsprozessen für Cyanophycin zur Herstellung strapazierfähiger Beschichtungen und Veredelungen.
  • Entwicklung eines Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozesses zur Vereinfachung der zukünftigen Skalierung.

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