3D-CAD-Software Textilmaschinenbauer Sahm migriert von Logocad Triga auf Autodesk Inventor
Die Georg Sahm GmbH & Co. KG in Eschwege entschied sich für die Migration auf die 3D-CAD-Software Autodesk Inventor in Verbindung mit der PDM-Lösung Productstream Professional. Gemeinsam mit den Consultants von Eplan wurden sowohl die CAD- als auch die PDM-Daten migriert. Seitdem profitieren die Konstrukteure des Herstellers von Präzisionsspul- und –wickelmaschinen unter anderem von verbessertem Bedienkomfort bei der 3D-Konstruktion.
Anbieter zum Thema
Wenn ein Hersteller von Garnen die Anschaffung einer Wickelmaschine plant, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er bei Georg Sahm in Eschwege landet. Denn rund 250.000 Wickel- und Spulmaschinen von Sahm sind weltweit im Einsatz. Aber nicht nur mengenmäßig, sondern auch in punkto Qualität und Leistung gehört das Unternehmen zur Weltspitze: Die Maschinen wie Präzisions-Kreuzspulmaschinen, Parallelspulmaschinen und Hochleistungswickler, die meist im Dreischichtbetrieb laufen, arbeiten mit Spul- bzw. Wickelgeschwindigkeiten von bis zu 3.000 m/min.
Mechanische Konstruktion: Gutes Zusammenspiel von MCAD und PDM
Wie die meisten Maschinenhersteller steht auch Sahm mit nahezu jedem Auftrag im Spannungsfeld von Standard- und Sonderlösungen. Alexander Göke, EDV-Leiter bei Sahm: „Wir haben ein breites Programm an Serienmaschinen, das wir aber auftragsbezogen fertigen und oft für den jeweiligen Einsatz modifizieren. Daneben entwickeln und bauen wir auch reine Sondermaschinen zum Spulen und Wickeln.“
Um diese Anforderungen marktgerecht zu lösen, braucht man eine leistungsfähige mechanische Konstruktion, die auf Module zurückgreift und ein schnelles Erzeugen von Varianten zulässt. Bis vor Kurzem erledigte man diese Aufgaben mit der CAD-Software Logocad Triga, für das Produktdatenmanagement (PDM) setzte man PDM-9000 ein.
Eindeutige Entscheidung für Inventor
Als Eplan Software & Service den Support von Logocad Triga abkündigte (das System wird Ende 2007 eingestellt) und die Migration auf die nun vertriebene 3D-CAD-Software Autodesk Inventor anbot, wollten die Verantwortlichen bei Sahm nicht lange warten. Alexander Göke: „Wir haben uns zunächst auf dem Markt umgeschaut und die in Frage kommenden CAD-Systeme genau analysiert. Dabei waren die Variantenkonstruktion und die Bediener-freundlichkeit zentrale Aspekte.
Ebenso wichtig war uns das Zusammenspiel des CAD-Systems mit der PDM-Lösung: Die Verknüpfung dieser beiden Systeme, die wir seit Jahren intensiv nutzen, bringt für unsere Konstrukteure eine außerordentliche Arbeitserleichterung mit sich.“
Testinstallation gab den Ausschlag
Als Ergebnis der Analyse zeigte sich, dass Autodesk Inventor in Verbindung mit Product-stream Professional als PDM-System den Anforderungen von Sahm am Besten entsprach. Eine erfolgreiche Testinstallation von Autodesk Inventor und Productstream Professional (hieß damals noch Compass) gab den Verantwortlichen dann die Gewissheit für den Umstieg und ließ die Konstrukteure das Zusammenspiel von MCAD und PDM erproben.
Alexander Göke: „Ein weiterer Vorteil, der aus unserer Sicht für diese Lösung sprach, ist das Migrationstool, das Eplan für die 3D-Datenübernahme von Logocad Triga auf Autodesk Inventor entwickelt hat.“
Migration in einem Schritt – sorgfältig vorbereitet
Die Migration selbst wollte Sahm in einem einzigen Schritt, d.h. für MCAD und PDM gemeinsam, erledigen. Das will wohl vorbereitet sein, zumal dies insgesamt 17 Konstruktions-Arbeitsplätze betraf. Im Vorfeld erstellten die Projektverantwortlichen bei Sahm und Eplan einen Migrations-Zeitplan, und die Eplan-Consultants konfigurierten die Umgebung des Systems nach den Anforderungen des Anwenders. Auch die Daten-konvertierung wurde sorgfältig vorbereitet. Dabei übernahm man direkt auch Neutralformat-daten als tif-Dateien, die nun als Archiv dienen.
Aber auch native Logocad 2D-Dateien lassen sich problemlos in Productstream Professional verwalten. An einem einzigen Wochenende wurden dann die Daten übertragen – und am darauffolgenden Montag fanden alle Mitarbeiter der mechanischen Konstruktion, die im Vorfeld natürlich systematisch geschult worden waren, eine völlig neue IT-Landschaft vor.
Produktivitätssschub vom Start weg
Dass es nach der Umstellung nicht zu einem Produktivitätseinbruch kam, ist vor allem der Bedienfreundlichkeit von Autodesk Inventor und Productstream Professional zu verdanken. Alexander Göke: „Die Akzeptanz der Konstrukteure war von Anfang an sehr hoch. Das gilt für unsere Entwicklungskonstruktion, die dem System sehr aufgeschlossen gegenüber stand, weil sie neue Teile nun schneller und besser konstruieren kann. Es gilt aber ebenso für die Auftragskonstruktion, die z.B. Baugruppenzeichnungen und Aufstellungspläne erstellt. Hier ist die Versuchung sicherlich groß, weiterhin im alten System zu arbeiten, das wir bislang noch nicht abgeschaltet haben. Aber auch die Konstrukteure in dieser Abteilung nutzen weitestgehend den Inventor und erstellen die Pläne im neuen System, weil sie darin Vorteile sehen.“
Rasch wachsender Datenbestand
So wächst der Datenbestand im Autodesk Inventor und in Productstream Professional sogar rascher, als zunächst erwartet. Durch die im PDM-System abgelegten Bauteile wird auch ein höherer Standardisierungsgrad erreicht – das erleichtert den Konstrukteuren die Arbeit. Die Automatisierung von Freigabe- und Änderungsprozessen schafft zudem die Voraussetzung für eine fehlerfreie Konstruktion und einen stets aktuellen Zeichnungsstand: Inkonsistenzen, die man manuell bereinigen muss, gehören der Vergangenheit an.
Nachdem die Migration reibungslos verlief und abgeschlossen ist, kann Sahm jetzt Projekte angehen, welche die kombinierte CAD/ PDM-Lösung in andere IT-Systeme einbinden. Auch ein Ausbau in Richtung CAM (Computer Aided Manufacturing) steht auf der Agenda. Darüber hinaus erarbeiten Eplan und Sahm zurzeit gemeinsam ein Konstruktionshandbuch, das Grundsätze für die Konstruktion festlegt und z.B. neue Mitarbeiter schnell mit den innerbetrieblichen Standards vertraut machen soll.
(ID:232373)