Kabelkonfektionierung Systemverkabelung vs. Einzelverdrahtung
Siemens hat eine standardisierte Systemverkabelung entwickelt, die die Verdrahtung von E/A-Baugruppen und Sensoren/Aktoren beschleunigt und den Arbeitsaufwand um bis zu 80 % reduziert.
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Eine Grundvoraussetzung für das zuverlässige Funktionieren jeder elektronischen Anlage sind fehlerfreie und jederzeit nachvollziehbare Verbindungen zwischen den einzelnen Automatisierungskomponenten, so auch für das Zusammenspiel der Ein-/Ausgabe-Baugruppen einer SPS mit der Sensorik und Aktorik im Feld. Die Verdrahtung wirkt sich neben der reinen Funktion auch maßgeblich aus auf den Zeitaufwand und somit auf die Kosten für die Projektierung, die Beschaffung, den Schaltschrankaufbau, die Inbetriebnahme und den Service im laufenden Betrieb.
Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung wird mit zunehmender Anlagengröße immer unübersichtlicher
Die noch immer vorherrschende konventionelle Einzelverdrahtung über Reihenklemmen auf einer Rangierebene erfordert in dieser Hinsicht erheblich mehr Aufwand. Hinzu kommt, dass diese Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung mit zunehmender Anlagengröße immer unübersichtlicher wird und dadurch die Fehlermöglichkeiten steigen. Das wiederum erhöht den Prüfaufwand und erschwert auch die Nachvollziehbarkeit bei Servicearbeiten oder Erweiterungen.
Siemens bietet mit der „Systemverkabelung“ Simatic Top connect für die Controller-Familien Simatic S7-300 und S7-400 eine effizientere Verdrahtung als die Einzelverdrahtung. Die Simatic Top connect gibt es in zwei Varianten: dem sogenannten vollmodularen Anschluss, einem weitgehend standardisierten Stecker-/Kabel-Baukasten und als flexiblen Anschluss mit gebündelten, in den Frontsteckern vormontierten und durchnummerierten Einzeladern. Mit beiden Varianten können Nachteile wie unübersichtliche Verdrahtung, vertauschte Anschlusspunkte und langwierige Fehlersuche eliminiert werden – ein schnelleres, weniger fehlerbehaftetes Verdrahten wird ermöglicht.
Vollmodulare Anschluss besteht aus Frontsteck- und Anschlusmodulen
Der vollmodulare Anschluss setzt sich zusammen aus sogenannten Frontsteckmodulen, wahlweise selbst- oder vorkonfektionierten Verbindungsleitungen (flachrund bzw. rund) und Anschlussmodulen mit unterschiedlicher Funktionalität. Die Anschlussmodule werden anstelle der Reihenklemmen auf der Rangierebene montiert und über je eine Verbindungsleitung mit dem Frontsteckmodul auf der E/A-Baugruppe verbunden. Dadurch werden zwei von drei möglichen Fehlerquellen eliminiert. Es hält auch komplexe Installationen übersichtlich und reduziert den Prüfaufwand auf einen Bruchteil des üblichen Maßes. Zudem ist diese Verdrahtung bei späterem Service schnell zu durchschauen und bei Bedarf einfach zu erweitern.
Die robusten, staubgeschützten Frontsteckmodule (modifizierte Frontstecker) sind verfügbar für die Anbindung digitaler und analoger Signale an die Steuerungen Simatic S7-300 und S7-400. Je nach Ausführung können daran zwei oder vier Verbindungsleitungen mit jeweils acht Kanälen einschließlich Spannungsversorgung einfach per Stecker angeschlossen werden. Damit entfällt das fehlerträchtige Auflegen von bis zu 40 Adern je Baugruppe. Über Feder- oder Schraubklemmen kann außerdem auf die Spannungsversorgung zugegriffen werden.
Teil 2: Flexibler Anschluss spart Zeit
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