Getriebemotor Südafrika: Getriebemotoren von Lenze bewegen schwere Erzabbaumaschinen

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Zu den renommierten Herstellern von Spezialmaschinen für den Erzabbau gehört das schwedische Unternehmen Sandvik. Für die in Südafrika beheimatete Assmang Limited hat Sandvik 104 Kegelstirnradgetrieben des Typs GKS14 aus der Serie G-motion von Lenze bestellt und an strategischer Position in die Maschinen eingebaut.

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Die rapide Industrialisierung in den Schwellenländern China und Indien treibt die Nachfrage nach Stahl in die Höhe. Der Rohstoffhunger steigt. Die Fieberkurven an den internationalen Rohstoffbörsen klettern nach oben. So haben sich beispielsweise die Eisenerzpreise in den vergangenen Jahren verdreifacht. Analysten erwarten für das Jahr 2008 eine weitere deutliche Steigerung. Die Rohstoffhausse hat die Kassen der Bergbauunternehmen prall gefüllt. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Branche weltweit Zukäufe von mehr als 120 Milliarden US-Dollar. Neue Erzlagerstätten werden erschlossen.

Eisen ist eine unverzichtbare Stütze der Weltwirtschaft. Im Jahr 2005 nahm Südafrika den achten Platz unter den Eisenerz fördernden Staaten ein. Damit dies auch so bleibt, müssen laufend neue Lagerstätten erschlossen werden. Für eine in naher Zukunft erschöpfte Lagerstätte soll bis Juli 2008 in der Nähe von Sishen eine neue Mine in Betrieb genommen werden. Nach dem Hochfahren der Produktion werden nach den Planungen über acht Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr das Bergbaugebiet in der nördlichen Kapprovinz verlassen. Antriebe von Lenze helfen beim Abbau.

Rohstoffe haben Konjunktur und sind begehrt wie nie zuvor

Der Weg, den Erze, Kohle oder andere Rohstoffe von der Abbaustelle bis zur Verhüttung zurücklegen müssen, ist lang. Hoher Maschineneinsatz ist hier erforderlich. Wer Bilder von den gigantischen Schaufelradbaggern, die beim Tagebau zum Einsatz kommen, einmal gesehen hat, wird sie so bald nicht mehr vergessen. Riesige Maschinen werden aber nicht nur für das Abbauen, sondern auch für den Transport der gewonnenen Schüttgüter und das Absetzen des Abraums verwendet.

Zu den renommierten Herstellern dieser Spezialmaschinen gehört das schwedische Unternehmen Sandvik. Der Konzern unterhält im österreichischen Leoben die Sandvik Mining and Construction Materials Handling GmbH & Co KG, die als Kompetenzzentrum für Tagebau, Lagerplatztechnik und Hafentechnologie fungiert und als solche für die komplette Abwicklung von der Auftragsvergabe bis zur Übergabe der Geräte verantwortlich zeichnet.

Zu seinem Kundenkreis zählt Sandvik unter anderem die in Südafrika beheimatete Assmang Limited, die nicht nur der weltweit größte Manganproduzent ist, sondern auch im südlichsten Staat Afrikas mehrere Eisenerzminen betreibt.

Lenze ist mit 104 Kegelstirnradgetrieben des Typs GKS14 dabei

Für seine neu erschlossene Eisenerzmine Khumani nahe dem 570 Kilometer westlich von Johannisburg gelegenen Sishen hat das Bergbauunternehmen bei Sandvik neun schienengebundene Großmaschinen geordert. Dabei handelt es sich um vier Schaufelradrücklader (Reclaimer) und fünf Absetzer (Stacker), die zum Umsetzen, Mischen und Weitertransport des Schüttguts genutzt werden. Für Sandvik war dies zum Bestellzeitpunkt der bis dahin größte Materialhandlingauftrag in Südafrika.

Auch für Lenze ist dieser Auftrag ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Die stolze Zahl von 104 Kegelstirnradgetrieben des Typs GKS14 aus der Serie G-motion wurden von Sandvik bestellt und an strategischer Position in die Maschinen eingebaut. Die auf Schienen fahrbaren Reclaimer und Stacker sind wie Eisenbahnlokomotiven auf Drehgestellen gelagert. Für die Bewegung jedes der acht Räder sorgen Einzelradantriebe.

Da am entlegenen Einsatzort der Maschine extrem hohe Tageshöchstwerte und große Schwankungen der Temperatur vorherrschen, wurden an den Getriebemotor höchste Ansprüche im Hinblick auf die Qualität und Robustheit gestellt. Für die dreistufigen GKS-Winkelgetriebe, die sich durch ihre exzellente Performance und ein robustes Graugussgehäuse auszeichnen, war die Einhaltung dieser Anforderungen kein Problem.

Aufgrund der Verwendung optimierter Wellendichtringe und spezieller Labyrinthdichtungen mit entsprechendem Anschluss für eine fest verbundene Nachschmiervorrichtung sowie des Einsatzes von beidseitigen Ölschaugläsern steht dem Anwender ein langlebiger und wartungsfreundlicher Getriebemotor zur Verfügung.

In kürzester Zeit zum fertigen Produkt

Aber nicht nur das Getriebe selbst hatte höchsten Ansprüchen zu genügen, auch die Lenze-Organisation war gefordert: Das Projekt unterlag einem sehr engen Zeitplan, der unbedingt einzuhalten war. Erschwerend kam hinzu, dass viele kundenspezifische Anforderungen innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden mussten. Lenze modi?zierte dazu seinen Standardgetriebemotor.

So wurden unter der Federführung der österreichischen Lenze-Niederlassung in Unterpremstätten unter anderem der Motor, die Bremse, das Schutzdach und die Abdichtung der Abtriebswelle (Labyrinthdichtungen), die Drehmomentstütze sowie die Hohlwellenabdeckung gegenüber der Standardlösung verändert und gemäß den Vorstellungen von Sandvik gestaltet.

Mit der Abwicklung des Sandvik-Projekts hat Lenze ein großes Ziel erreicht und ein deutliches Zeichen gesetzt: Das Unternehmen erfüllt die geforderten Kriterien wie ausgeprägte Flexibilität, große Stückzahlen, attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, höchste Qualität und absolute Liefertreue zur vollsten Zufriedenheit. Internationale Großprojekte setzt Lenze erfolgreich um.

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