Granatapfel-Entkernmaschine Von der Idee zum Produkt: fächerübergreifende Zusammenarbeit im Studium

Quelle: THWS 2 min Lesedauer

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Welche Schritte zwischen Idee und fertigem Produkt liegen, haben Studierende der Bachelorstudiengänge Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Business and Engineering der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) in einem fächerübergreifenden Entwicklungsprojekt ausprobiert. Ihr Auftrag lautete, eine Maschine zum Entkernen von Granatäpfeln zu entwickeln.

Praxisnahe Projekte anstatt blanker Theorie: Schweinfurter Studierende entwickeln Granatapfel-Entkernmaschine.(Bild:  THWS/Frank Hüllmandel)
Praxisnahe Projekte anstatt blanker Theorie: Schweinfurter Studierende entwickeln Granatapfel-Entkernmaschine.
(Bild: THWS/Frank Hüllmandel)

Wie die Produktentwicklung in der Praxis aussieht, haben Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) jetzt erprobt. Fächerübergreifend und interdisziplinär galt es, eine Granatapfel-Entkernmaschine zu entwickeln.

„Das Entkernen von Granatäpfeln ist von Hand sehr mühsam und es gibt keine geeigneten Hilfsmittel dazu. So kam die Idee zustande“, erzählt Prof. Dr.-Ing. Jörg Missbach. „Außerdem war es mir wichtig, für die Studierenden ein greifbares Thema aus dem Alltag zu wählen, sodass sie dieses auch zu Hause praktisch angehen können.“

Drei Studierendengruppen traten in Konkurrenz zueinander, wie man einen Granatapfel mechanisch öffnet, entkernt und dafür eine Maschine konstruiert, die diese Arbeit schneller, einfacher und sauberer als von Hand erledigt. Die Maschine sollte dabei nicht größer als ein handelsüblicher Kaffeevollautomat und nicht zu teuer sein, um auch für Privathaushalte oder die Gastronomie in Frage zu kommen.

Vom Projektmanagement bis zur Validierung

Wie in einem Start-up oder in Entwicklungsabteilungen der Industrie lernten die Studierenden Aspekte des Projektmanagements, das Erstellen einer Anforderungsliste, einer Marktanalyse sowie Patentrecherche. Danach wurden Bauteile konstruiert, 3D-CAD-Modelle sowie Konstruktionszeichnungen erstellt und Baugruppen mittels Simulation auf Belastungsgrenzen hin untersucht. Mit einem 3D-Drucker wurden eigene Bauteile für ein Gewinde oder Flügelräder zum Herauslösen der Kerne gedruckt. Bei der Abschlusspräsentation stellten die Gruppen ihre Prototypen vor. „Alle drei Gruppen leisteten in nur zehn Wochen Projektzeit beachtliche Arbeit“, lautete das Resümee von Prof. Dr.-Ing. Jörg Missbach und dem Modulverantwortlichen Prof. Dr.-Ing. Nicolas Tiesler.

Vorbereitung aufs Berufsleben

Das Fazit der Studierenden war ebenfalls durchweg positiv: „Im Entwicklungsprojekt hatte ich die Gelegenheit, meine Fähigkeiten im Projektmanagement und der Entwicklung zu vertiefen“, beschrieb Wirtschaftsingenieurwesen-Studentin Sevde Nur Alici. „Besonders begeistert hat mich die Entwicklung eines neuen Produkts, was zusätzlich eine kreative und erfüllende Dimension in das Projekt brachte.“

Die zwischenmenschlichen Aspekte waren auch für Maschinenbau-Student Julius Lahaye ein wichtiger Punkt: „Die Arbeit im Team ist sicher eine gute Vorbereitung auf das spätere Berufsleben, denn diese lehrt einen viele Dinge, die im Studium sonst weniger zur Geltung kommen. Zum Beispiel Kommunikations- und vor allem auch Kompromissfähigkeit.“

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