Virtual Reality Studierende entwickeln ein Display für virtuelle Mars-Missionen

Quelle: FHWS 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt haben gemeinsam mit Partnern eine Virtual-Reality-Anwendung entwickelt, die das Leben und Forschen auf dem Mars realistisch simuliert.

Willkommen auf dem Mars: Das Bild zeigt doe Start-Sequenz der Virtual-Reality-Anwendung.(Bild:  THWS - Stefan Sauer)
Willkommen auf dem Mars: Das Bild zeigt doe Start-Sequenz der Virtual-Reality-Anwendung.
(Bild: THWS - Stefan Sauer)

Staunend steht Julian Nöth als virtueller Astronaut neben der Space-X-Rakete und lässt den Blick über die Landschaft schweifen: Während sich in der Ferne der gigantische Mars-Vulkan Olympus Mons erhebt, erstrecken sich vor ihm Wohncontainer und Solarfelder im gelblichen Dunst. Trotz – oder gerade wegen – extremer Unwirtlichkeit ist das Leben auf dem eisigen und sauerstoffarmen Planeten Mars ein großes Faszinosum für die Menschheit.

THWS-Student Julian Nöth beim Vorführen der Virtual-Reality-Anwendung auf dem Mars.(Bild:  THWS - Rainer Schäffner)
THWS-Student Julian Nöth beim Vorführen der Virtual-Reality-Anwendung auf dem Mars.
(Bild: THWS - Rainer Schäffner)

Der Verwirklichung sind Studierende des Studiegangs Geovisualisierung an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zumindest virtuell einen Schritt nähergekommen.

VR für Mars-Astronauten

Julian Nöths virtueller Mars-Ausflug ist Teil eines Projekts von THWS-Dozent Stefan Sauer. Im Pariser Centre Pompidou hatte er zufällig eine Video-Installation von Foster + Partners gesehen: Das Londoner Architekturbüro hatte im Auftrag der NASA ein „Mars Habitat“ entworfen, das durchaus Realität werden könnte. Sauer war so fasziniert, dass er ein solches Projekt „nach Würzburg holen und die üblichen Grenzen einreißen wollte“. Im Herbst 2023 stellte er den Studierenden die Aufgabe, eine Virtual-Reality-Anwendung (VR) für Mars-Astronauten zu visualisieren. Um die Ausgangslage so realistisch wie möglich zu gestalten, holte er erfahrene Projektpartner ins Boot: Neben Marina Konstantatou von Foster + Partners konnte er Leonie Bensch vom Institut für Softwaretechnologie am DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und Philipp Roth von der Digital-Agentur Stoll von Gáti gewinnen. Sie versorgten die Studierenden mit wissenschaftlichen Daten, gaben Feedback und leisteten technische Unterstützung.

Basierend auf realen Geodaten

In fünf Teams erstellten die 14 Studierenden eine verblüffend realistische Mars-Umgebung, in die man mittels VR-Brille eintauchen kann. Das Besondere: Die Anwendung basiert auf realen Geodaten des Mars und arbeitet mit Live-Daten, die über Sensoren und einen Microcontroller (Arduino) eingespeist werden. Herzstück der Anwendung ist ein Head-up-Display, das dem Astronauten sämtliche überlebenswichtige Daten anzeigt. Dazu gehören Puls, Sauerstoff-Sättigung, Körpertemperatur und EKG ebenso wie Temperatur, Feuchtigkeit und kosmische Strahlung in der Umgebung, Daten zu Orientierung und Navigation sowie Informationen über die Forschungsmission.

Wie die Anwendung funktioniert:

  • Durch Aufsetzen der VR-Brille schlüpft der Nutzer in die Astronautenrolle, das Display im Visier zeigt ihm sofort alle wichtigen Daten an.
  • Konsequent durchdacht sind auch die Wohn- und Forschungscontainer mit Nahrungsmittellagern, Generatoren zur Sauerstofferzeugung und Solarfeldern zur Energieversorgung.
  • Eine beispielhafte Forschungsaufgabe ist die geologische Untersuchung des Bodens mithilfe einer Gesteins-Sonde.
  • Wird der Sauerstoff im Raumanzug knapp, warnt das Head-up-Display den Astronauten – Zeit, in den Wohncontainer zurückzukehren.

Obwohl die Studierenden keinen realen Ausflug auf den Mars unternehmen würden, haben sie die Aufgabenstellung als „spannend und faszinierend“ empfunden. Neben manchen technischen Hürden sei die größte Herausforderung gewesen, „14 Leute mit unterschiedlichen Meinungen, Vorstellungen und Arbeitsweisen zu einem Team zu verzahnen“. Dies habe viel Respekt, Wertschätzung, Offenheit und Kompromissbereitschaft erfordert. „In diesem Semester haben wir unheimlich viel über uns selbst gelernt“, resümiert Dozent Stefan Sauer. Für ihn steht am Ende „ein tolles Ergebnis, mit dem wir uns in der Fachwelt sehen lassen können“.

(ID:49943634)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung