Werkstoffe

Strahlenschutz ganz ohne Blei

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Neue Produktionstechnologie garantiert hochgenaue Geometrien

„Das Material ist perfekt für diese Anwendung“, so Gert Sorgatz, Betriebsleiter bei der Reiter-HG Geiger Kunststofftechnik GmbH. „Allerdings haben wir festgestellt, dass die Plastifiziereinheiten in unseren Spritzgussmaschinen und bestimmte Bereiche im Spritzgießwerkzeug durch den hohen Wolframanteil im Trilliant Healthcare Radiation Shielding Compound schnell verschleißen. Also mussten spezielle Reparaturkits angefertigt und verarbeitungsfreundliche und kunststoffgerechte Geometrien mit wenig Ecken und Kanten für das Bauteil gefunden werden.“ Zudem stellten die unterschiedlichen Fließfähigkeiten der Materialien eine Herausforderung dar. So müssen diese innerhalb bestimmter Toleranzen geliefert werden, da sonst dünne Bereiche in der Form nicht ausfüllbar gewesen wären. Die aus diesen Problemen entstandenen Lösungen vereinen sich in einer neuer Produktionstechnologie, die höchste Präzision garantiert. Der neue Arbeitsprozess erlaubt die Herstellung von Bauteilen mit komplexen, hochgenauen Geometrien ohne mechanische Nachbearbeitung.

Integration von Funktionen im Bauteil möglich

Neben der Präzision ist dabei außerdem vor allem auch die Multifunktionalität des Bauteils wichtig. „Beispielsweise können Halterungen und Führungselemente mitangebracht werden, so dass es neben dem Strahlenschutz auch eine hochpräzise Führungsaufgabe erfüllt“, erklärt Sorgatz. Doch auch der wirtschaftliche Aufwand bei der Herstellung spielte eine große Rolle. Durch die Entwicklung des Trilliant Compounds und des darauf zugeschnittenen Produktionsprozesses von Seiten der Reiter-HG Geiger können die Kosten für abschirmende Bauteile im Gegensatz zu einer herkömmlichen Fertigung aus traditionell konfektionierten Metall- und Bleiteilen um 30 % bis 50 % reduziert werden. Da der Werkstoff Blei zu 100 Prozent ersetzt wurde, wurden auch die negativen Auswirkungen auf Gesundheit und die Umwelt gemindert. Darüber hinaus erlaubt diese Kunststoff-Wolfram-Verbindung zusammen mit dem speziell entwickelten Produktionsprozess eine große Gestaltungsfreiheit, so dass Bauteile in Formen produziert werden können, die bestimmte elektronische Komponenten effektiver abschirmen als zerspante Elemente. So werden die Neuerungen rund um den neu entwickelten Produktionsprozess in Zukunft auch in andere Projekte miteinfließen. „Wir haben hier definitiv eine Vorreiterrolle, weshalb Projekte aus verschiedenen Industriezweigen an uns herangetragen werden. Derzeit fertigen wir schon acht weitere Artikel aus Wolfram“, so Sorgatz. (qui)

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