Laut Analyse von PWC treiben die steigenden Energiekosten und die Inflation den deutschen Maschinenbauern die Sorgenfalten auf die Stirn. Hier ein Überblick zur Lage.
Das aktuelle PWC-Maschinenbau-Barometer lässt nichts Gutes ahnen, heißt es. Die Branche leide unter hohem Kostendruck durch Inflationseffekte. Angesichts weiterer Probleme blickt der deutsche Maschinenbau eher betrüblich auf das neue Jahr.
(Bild: T. Rebeling)
Die Inflation setzt die deutsche Wirtschaft weiterhin unter Druck, den natürlich auch die Maschinenbauer spüren. Kaum einer rechnet mit einer Entspannung – eher das Gegenteil ist der Fall. Vor allem die Kosten für Energie und Strom werden nach Schätzung der Entscheider aus dem deutschen Maschinenbau dabei durchschnittlich um mindestens 35 Prozent anziehen, wie aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC Deutschland hervorgeht.
Für das Jahr 2023 prognostizieren die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer eine Umsatzentwicklung für die Gesamtbranche von -2,9 Prozent. Der Anteil derjenigen Entscheider, die überhaupt noch an ein Wachstum glauben, ist rapide gesunken. Inzwischen erwarten über 50 Prozent der Befragten eine negative Umsatzentwicklung. Damit ist die Umsatzprognose seit dem Vorquartal wieder deutlich abgeschmolzen. Sie befinde sich auf dem tiefsten Stand der letzten zwei Jahre.
Energiekostenanstieg belastet die Maschinenbau-Stimmung
Gut 80 Prozent der dazu befragten deutschen Maschinen- und Anlagenbauer gehen davon aus, dass die Gesamtkosten im Jahr 2023 weiter ansteigen werden. Für ebenso viele Befragte bleibe der dadurch entstehende Kostendruck die größte Herausforderung für eine positive Unternehmensentwicklung im kommenden Jahr. Das wird sich vor allem auf die Preise auswirken. Denn über zwei Drittel der Maschinenbaumanager werden zu Beginn des kommenden Jahres die Verkaufspreise nach oben schrauben, wie die Befragung zeigt. Lediglich 11 Prozent rechnen noch damit, ihre Profitabilität wenigstens halten zu können. Für über ein Drittel ist ein Margenrückgang unausweichlich.
Im Kostenmix sind, wie bereits angedeutet, vor allem die Energiekosten für den Maschinen- und Anlagenbau von hoher Relevanz. Deshalb rechnen rund 71 Prozent der Befragten damit, dass im kommenden Jahr die Energiekosten weiter steigen. Im Durchschnitt erwartet diese Fraktion eine Steigerung von etwa 36,3 Prozent. Und jeder zehnte Entscheider geht sogar davon aus, dass die Energiekosten um über 50 Prozent nach oben klettern können. Zwei Drittel der Befragten befürchtet außerdem steigende Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte, wobei im Schnitt mit einem Anstieg von von 17,6 Prozent gerechnet wird. Deutlich geringer fielen die möglichen Steigerungen der Personalkosten aus, die demnach um 7 Prozent anziehen würden.
Die Ergebnisse Barometers zeigten deutlich, wie wichtig aktuell Maßnahmen sind, wie etwa die kürzlich vom Bundestag verabschiedete Gaspreisbremse. Die gute Nachricht sei, dass die derzeitige Auslastung der Maschinenbauer auf einem stabil hohen Niveau liege. Die Mehrheit der befragten Unternehmen arbeite sogar bereits heute am Kapazitätslimit. Deshalb sind speziell jetzt Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Eindämmung der Energiekosten dringend geboten, mahnen die Experten von PWC.
Steigende Verunsicherung im Maschinen- und Anlagenbau
Fast 50 Prozent der befragten Unternehmenslenker blickt also pessimistisch auf die deutsche Konjunkturentwicklung der kommenden zwölf Monate. Noch vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine vor rund einem Jahr hatte dieser Anteil nur bei 14 Prozent gelegen, blickt PWC zurück. Im Vergleich zum Vorquartal ist vor allem die Gruppe der Unentschlossenen von 34 auf 42 Prozent deutlich größer geworden. Bei der Bewertung der Weltwirtschaft zeigt sich ein ähnliches Bild, denn rund und die Hälfte der Entscheider steht auch der Entwicklung der globalen Konjunktur im Jahr 2023 skeptisch gegenüber. Ein Drittel weiß nicht so recht. Und lediglich jeder fünfte Maschinenbau-Player glaubt noch an einen positiven Trend.
Deshalb setzen die meisten Unternehmen derzeit quasi auf die Stärkung ihrer „Abwehrkräfte“. Als Gegenmaßnahmen gegen die Folgen des Krieges in der Ukraine fokussiert sich die Mehrheit der Entscheider etwa auf die Steigerung der Energieeffizienz. Diese Fraktion hat verglichen mit dem Vorquartal am stärksten zugenommen – von 40 auf 57 Prozent. Viele Unternehmen arbeiten parallel dazu auch an einer Neuaufstellung. Vier von zehn Befragten erschließen beispielsweise neue Kunden, 39 Prozent strukturieren ihrer Lieferketten um und weitere 29 Prozent verändern ihren Energiemix, wie man erfährt. Mittelfristig werde zudem der Footprint hinterfragt. Wer sich die „Wetterlage“ im deutschen Maschinen- und Anlagenbau noch detaillierter zu Gemüte führen möchte, der findet hier das komplette PWC-Barometer.
Stand: 08.12.2025
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