Kreislaufwirtschaft für Kohlenstoff Spin-off will Erdgas durch Kunststoffabfälle ersetzen

Von Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

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Das Spin-off „Cyclize“ der Universität Stuttgart hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem in der Chemieindustrie Erdgas durch Kunststoffabfälle und Abgas-CO2 ersetzt werden könnte. Eine EXIST-Forschungstransfer-Förderung soll es zur Marktreife führen.

Zum Cyclize-Gründungsteam gehören Jan Stein, Dominik Novakovic, Stephan Renninger und Maike Lambarth (v.l.n.r.). Gelangt das Cyclize-Verfahren zur Marktreife, können damit neue Produkte wie Kunststoffe, Schäume, Kleber, Farben oder Lacke ganz ohne fossile Ressourcen hergestellt werden. (Bild:  Universität Stuttgart)
Zum Cyclize-Gründungsteam gehören Jan Stein, Dominik Novakovic, Stephan Renninger und Maike Lambarth (v.l.n.r.). Gelangt das Cyclize-Verfahren zur Marktreife, können damit neue Produkte wie Kunststoffe, Schäume, Kleber, Farben oder Lacke ganz ohne fossile Ressourcen hergestellt werden.
(Bild: Universität Stuttgart)

Erfunden haben das neue Plasmaverfahren Nachwuchsforschende vom Institut für Photovoltaik der Universität Stuttgart. Sie gründeten das Spin-off „Cyclize“ und wollen drei zentrale Probleme in einem Verfahren lösen:

  • Erdgas für die Chemieindustrie durch nicht-fossile Alternativen ersetzen,
  • die jährlich steigende Menge an Kunststoffmüll sinnvoll und ganzheitlich verwerten und
  • eine sogenannte CO2-Senke etablieren.

Nach eigenen Angaben sollen nicht nur große Mengen an CO2-Emissionen eingespart, sondern darüber hinaus CO2 aus Abgasströmen von Punktquellen genutzt werden. Wie die Forschenden mitteilen, wird der gemischte Kunststoffabfall aus dem Gelben Sack und anderer kohlenstoffhaltiger Abfall aus der industriellen Herstellung zusammen mit dem Abgas-CO2 verwertet und in den Kohlenstoffkreislauf zurückgeführt. Damit werde die Chemieindustrie zwar nicht kohlenstofffrei, aber die Kohlenstoffatome können durch nicht-fossile Kohlestoffquellen und die Elektrifizierung der Chemieindustrie defossilisiert werden, heißt es.

Laut Cyclize nutzt das Verfahren ein nicht thermisches Plasma, welches durch eine selbstentwickelte und effiziente Elektronik erzeugt wird. Mit dem Plasma werde zunächst der Kunststoffabfall vergast und der daraus entstehende Kohlenwasserstoff-CO2 Gasstrom zu Synthesegas reformiert. Aus Synthesegas, einem Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, könnten dann Grundchemikalien oder Kraftstoffe erzeugt werden. Bisher wird Synthesegas aus Erdgas in einem Prozess namens Dampfreformierung gewonnen. Das Cyclize-Verfahren soll diesen Prozess gleichwertig ersetzen können.

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