Kleben Spezial-Klebefolien als Lautsprecher-Membrane

Redakteur: Brigitte Michel

Der Bereich „Consumer Electronics“ bleibt einer der wichtigsten Treiber des tesa Industriegeschäftes. So konnte beispielsweise das Unternehmen 2012 im Mobiltelefon-Segment mit seinen Klebeband-Lösungen um mehr als 33 Prozent wachsen.

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Tablet-PC-Explosionszeichnung.
Tablet-PC-Explosionszeichnung.
(Bild: tesa)

Das Unternehmen tesa ist bestens aufgestellt, um in enger Zusammenarbeit mit den Zulieferern der Global Player innovative Klebeband-Produkte innerhalb kürzester Zeit zu entwickeln. Da die Geräte immer kleiner und leichter, aber zugleich leistungsfähiger werden, bieten sich auch zukünftig zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für leistungsfähige Tapes, die neben dem Verkleben von Bauteilen zahlreiche Zusatzfunktionen übernehmen, zum Beispiel das Licht- und Wärme-Management. 2012 konnte man, neben Großaufträgen aus dem prosperierenden Smartphone-Markt, insbesondere seine Präsenz im Bereich der Tablet-PCs ausbauen, vor allem in Südkorea und China. Kürzlich erhielten die Hamburger einen Millionenauftrag für die Herstellung von elektrisch leitfähigen Spezial-Klebebändern (Electrically Conductive Tapes). Seit längerem ist die Marke stark vertreten, wenn es um die sichere Verklebung von Touch-Displays in Smartphones und Tablet-PCs geht.

Komplexe Klang-Kompositionen

Darüber hinaus gibt es neue Anwendungsbeispiele, bei denen der spezifische Hafteffekt von Klebmassen nahezu keine Rolle spielt. Vielmehr geht es darum, besondere Eigenschaften zu nutzen, die zwar nicht unmittelbar in den Blick, dafür aber sofort ins Ohr fallen: Die weit verzweigten und in sich verschlungenen Acrylat-Molekülketten haben nämlich extrem gute Dämpfungseigenschaften. Dies prädestiniert sie für den Schichtaufbau von kleinen Lautsprecher-Membranen in Mobiltelefonen.

Global Player in der Elektronikindustrie stellen immer höhere Anforderungen an das akustische Leistungsspektrum ihrer Multifunktionsgeräte. Mobiltelefone müssen beispielsweise nicht nur Sprache einwandfrei übermitteln, sondern auch melodisch anspruchsvolle Tonfolgen von sich geben. Üblicherweise kommen in Handys zwei unterschiedliche Lautsprecher-Typen zum Einsatz: Die hochwertigen Speaker umfassen einen Frequenzbereich zwischen 500 Hz und 5000 Hz und sind notwendig für komplexe Klang-Kompositionen wie Klingeltöne, Apps, Musik und Spiele. Receiver (etwa 300 Hz bis 3000 Hz) genügen für die Übertragung von Telefongesprächen.

Seit Mitte 2012 kann tesa den rund 15 Firmen, die das wachsende Geschäft mit den winzigen Lautsprechern zumeist in China, Südkorea und Japan betreiben, diverse Dreischicht-Produkte anbieten. Diese bestehen oben und unten aus Hochleistungsfolien. Mittendrin befindet sich eine von mehreren puffernden Acrylat-Klebmassen aus eigener Produktion. Die besondere Anforderung: Zwei sich widerstrebende Eigenschaften müssen miteinander kombiniert werden – dünne Hochleistungsfolien sorgen für hohe Steifigkeit, die Klebmasse im Inneren für Flexibilität.

Alle Kunden erhalten die nicht klebenden „Klangfolien“ mit einem Dickenspektrum zwischen 22 µm und 60 µm als Rollenware. In einem weiteren Verarbeitungsschritt wie Prägen oder Tiefziehen entsteht dann die individuell auf das Mobiltelefon zugeschnittene Lautsprecher-Membran. (bm)

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