Elektromobilität Sono kann Kunden-Anzahlungen nicht zurückerstatten

Von Jens Rehberg 1 min Lesedauer

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Nach dem Scheitern des E-Auto-Projektes „Sion“ wollte Sono Motors den Interessenten bereits geleistete Anzahlungen eigentlich zurücküberweisen. Eine hierfür notwendige Finanzierung ist nun aber geplatzt.

Der Elektro-Mini-Van Sion sollte zuletzt für circa 27.000 Euro zu haben sein.(Bild:  Sono Motors)
Der Elektro-Mini-Van Sion sollte zuletzt für circa 27.000 Euro zu haben sein.
(Bild: Sono Motors)

Weil der Rückzahlungsplan für die Abwicklung von Kundenansprüchen im Zusammenhang mit hinfälligen Sion-Reservierungen zusammengebrochen ist, hat Sono Motors am Montag beim Amtsgericht München einen Antrag auf Anordnung eines Schutzschirmverfahrens gestellt. Die ehemaligen Interessenten für ein Auto, das es nicht in die Serienfertigung schaffte, müssen nun um ihr Geld bangen. Zehntausende Privatleute hatten früheren Presseberichten zufolge insgesamt etwa 50 Millionen Euro anbezahlt, die Sono eigentlich in mehreren Raten innerhalb der nächsten zwei Jahre zurückerstatten wollte.

Als Grund dafür, die ausstehenden Gelder aktuell nicht aufbringen zu können, nennt Sono den Rückzug eines Finanzierers nach der jüngsten „Unsicherheit im Kapitalmarkt nach der Insolvenz der Silicon-Valley-Bank und dem Notverkauf der Credit Suisse an die UBS.“ Weitere Gespräche mit anderen potenziellen Finanzierungspartnern hätten keinen Erfolg gehabt.

Sono will weiter dekarbonisieren

Ein Schutzschirmverfahren kann nur beantragt werden, wenn die Zahlungsunfähigkeit noch nicht konkret eingetreten ist. Eine Sanierung des Unternehmens muss grundsätzlich möglich sein. Mitbegründer und Co-Geschäftsführer der Sono Motors GmbH, Jona Christians, kommentiert den Schritt in einer Pressemitteilung bemerkenswert optimistisch: „Umwege gehören zum Gründen dazu und wir werden uns auch künftig anstrengen, nachhaltige Lösungen mit unseren Partnern umzusetzen und damit zur Dekarbonisierung des Fahrzeugmarkts beizutragen.“

Bei einem Schutzschirmverfahren wird die angestrebte Restrukturierung zudem von Experten unterstützt, die das beantragende Unternehmen auswählt und nicht das Gericht. In diesem Fall sind dies Holger Ellers und Dirk Schoene von der Wirtschaftskanzlei Dentons.

Wie Sono zudem am Montag bekannt gab, hat auch die Sono Group N.V., die US-börsennotierte Muttergesellschaft der Sono Motors GmbH, in München einen Antrag auf Eigenverwaltung gestellt, mit dem eine Unternehmenssanierung angestrebt werde.

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