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Grenzwerte sind abhängig von Schutzzielen
Auf den ersten Blick mag es irritieren, dass der Anhang der Norm zwar genau die Testverfahren beschreibt, aber keine Grenz- bzw. Sollwerte für die Belastbarkeit oder die Verformbarkeit des Schutzzauns angibt. Auf den zweiten Blick ist diese Vorgehensweise aber schlüssig. Denn die Stabilität des Zauns ist abhängig von den definierten Schutzzielen bzw. von den Aufgaben, die er erfüllt und von den sonstigen Sicherheitsmaßnahmen, die der Anlagenhersteller vorsieht.
Konkret bedeutet das. In der Regel kommen an einer automatisierten Anlage mit Robotern verschiedene Sicherheitseinrichtungen zum Einsatz. Eine sicherheitsgerichtete Steuerung verhindert z.B., dass sich der Roboterarm aus seinem Arbeitsbereich heraus bewegt. Auch mechanische Anschläge können diese Aufgabe er-füllen. In diesem Fall ist der Schutz der Person vor einem Einschlag des Roboters in den Schutzzaun kein primäres Schutzziel mehr, und der Schutzzaun kann we-sentlich schlanker dimensioniert werden (Bild 3). Genau dieses Zusammenwirken mehrere Schutzmaßnahmen wird übrigens auch in der BG-Information „Industrieroboter“ (BGI 5123) vom Juni 2008 beschrieben.
Gemeinsam Schutzziele definieren
Somit legt der Anhang der neuen Norm einen Weg nahe, den Brühl schon seit langem empfiehlt und mit vielen Kunden geht. Gemeinsam wird das Sicherheitskonzept besprochen und definiert, welche Aufgaben der Schutzzaun übernimmt. Auf dieser Basis und in Abhängigkeit von weiteren Faktoren (zu denen die Häufigkeit des Aufenthalts von Personen in den angrenzenden Bereichen außerhalb des um-zäunten Bereichs gehört) kann die zu erzielende Belastbarkeit des Schutzzauns festgelegt werden.
Diese Belastbarkeit lässt sich dann, falls keine entsprechenden Referenzwerte vorliegen, mit den im Anhang von DIN EN 14120 beschriebenen Pendelschlagtests nachweisen. Eine hierfür geeignete Testanlage steht bei Brühl zur Verfügung. Ergebnis dieser Vorgehensweise ist ein Schutzzaun, der alle sicherheitsrelevanten Anforderungen in vollem Umfang erfüllt und zugleich nicht überdimensioniert ist. Das spart aus Anwendersicht Kosten und gestattet auch ein höheres Maß an Flexibilität als ein Schutzzaun, der nach dem Motto „Viel hilft viel“ ausgewählt wurde. Aufgrund der Expertise und der Datenbasis von Brühl ist in den meisten Fällen auch kein Test erforderlich, sondern man kann auf vorhandene Referenzwerte zurückgreifen. (jv)
* Timo Kleemann, Technische Bereichsleitung, Hans Georg Brühl GmbH
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