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Simulation von Ursache und Wirkung
Die Simulation mit Power-Flow kann Ursache und die Wirkung im Zusammenspiel von Aerodynamik und Verschmutzung darstellen, indem sie die Bewegung einzelner Partikel im aufgewirbelten Wasser verfolgt. Die Bahn eines Teilchens reicht vom Reifen, wo es zum ersten Mal emittiert wurde, bis zum Fahrzeugheck. Diese Simulationen helfen, wichtige Strömungsstrukturen und die Oberflächen des Fahrzeugs zu identifizieren, die die Bewegungsbahn der Teilchen beeinflussen. Dadurch wird ein komplexeres Bild als durch eine zeitlich gemittelte Strömung erzeugt, da die Teilchen einer zufälligen Bewegung in der Strömung folgen, bevor sie die Oberfläche des Fahrzeugs erreichen.
Anhand der Simulation wird deutlich, dass nur sehr wenige Partikel von der hinteren Nachlaufströmung erfasst werden. Die meisten werden weiter nach hinten transportiert und verlassen den Bereich der fahrzeugnahen Strömung. Wenn man nur die interessierenden Teilchen betrachtet, erkennt man, dass die Partikel, die ihre Richtung umkehren und sich dem Fahrzeugheck nähern, sehr leicht sind und einen Durchmesser von etwa 1/10 mm haben. Schwerere Partikel sind nicht in der Lage, ihre Richtung zu ändern, und leichtere neigen dazu, dem fahrzeugnahen Luftstrom zu folgen und nicht an der Oberfläche anzuhaften.
Verbindung zwischen Strömung und Partikelbahn
Auf diese Weise können Verbindungen zwischen den Strömungsstrukturen und der Bahn der Partikel hergestellt werden. Im vorliegenden Beispiel werden die Teilchen stark von der unteren Ecke der Basisnachlaufströmung beeinflusst. Durch eine Visualisierung anhand einer Iso-Oberfläche in der Nachlaufströmung, die Bereiche mit hohen Energieverlusten zeigen, lassen sich die Strömungswirbel der Basisnachlaufströmung kenntlich machen. Die Unterseite des Ringwirbels wird in der Mitte nach oben gequetscht, wodurch die Strömung, die sich um diesen Wirbel herum bewegt, von der Mitte des Fahrzeugs nach außen gerichtet wird.
Auswirkungen der konstruktionsänderungen
Wenn die Unterseite des Wirbels mehr parallel zum Boden gewesen wäre, eine Form, die als aerodynamischer angesehen wird, wäre die Luft, die von der Unterseite des Fahrzeugs kam, auf die Mitte des Fahrzeugs gerichtet worden. Partikel, die sich von den Reifen des Fahrzeugs kommend dem Ringwirbel nähern, werden vom Luftstrom erfasst und zurück in Richtung des Fahrzeugshecks geleitet. Partikel, die tiefer in den Wirbelkern eindringen, können ein paar Mal um den Kern zirkulieren, bevor sie austreten und entweder entweichen oder sich auf dem Fahrzeugheck ablagern.
Die Änderungen am Diffusor, die den Luftwiderstand verringerten und die Verschmutzung der Fahrzeugrückfläche erhöhten, führten zu einem verstärkten unteren Wirbel in der hinteren Nachlaufströmung. Durch den stärkeren unteren Wirbel wurde die Unterseite des hinteren Wirbelrings abgeflacht und mehr Luft mit Schmutzpartikeln vom Unterboden des Fahrzeugs auf die Rückfahrkamera geleitet. Durch die Rückkehr zum alten Diffusordesign und die Fokussierung des Basisdrucks auf die unteren hinteren Ecken kann der Kameraregion mit minimaler Auswirkung auf den Kraftstoffverbrauch relativ klar und sauber gehalten werden.
Optimieren mit Power-Flow
Mithilfe der für das Problem wichtigen Oberflächen und Strömungsstrukturen, die durch Power-Flow identifiziert wurden, erhalten Ingenieure eine Vorstellung, wie man die Verschmutzungsgefahr bei nur minimaler Erhöhung des Luftwiderstands reduzieren kann. Aber das Testen alternativer Entwürfe nach der sogenannten Trial-and-Error-Methode (Versuch und Irrtum) allein kann es schwierig machen, die beste Lösung zu finden. Computergestützte Optimierungsmethoden sind effizienter und können Abhängigkeiten über mehrfache Änderungen hinweg besser beschreiben. Die Optimierungslösung von Power-Flow schafft einen Designraum mit vielen realisierbaren Änderungen. Sie berücksichtigt optische Design-Ziele ebenso wie Konstruktionseinschränkungen, wie sie beispielsweise durch die Fertigung vorgegeben sind. Das hilft Aerodynamik-Ingenieuren dabei, das Fahrzeugentwicklungsteam mit besseren Ergebnissen, wie optimalen Parameterkombinationen, „Was-wäre-wenn“-Szenarien und Einschätzungen für jede Design-Veränderung, zu unterstützen. (mz)
* Ph.D. Jonathan Jilesen, Technischer Leiter Applikation Verschmutzung und Wassermanagement, Exa
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