Interview

Schraubtechniknorm: „Das A und O bleibt die Qualifikation“

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VDI/VDE 2645-1; „Messgerätefähigkeit - Grundlagen und Begriffe“:

Mit der Veröffentlichung des Entwurfs darf Mitte nächsten Jahres gerechnet werden. Die Richtline bereitet die Basis für das Blatt 2 und 3 welche bereits veröffentlicht wurden und sich der Maschinen- und die Prozessfähigkeit widmen. Sie ist ein nötiger Baustein zwischen Kalibrierung und Prüfprozesseignung beziehungsweise MSA in der Schraubtechnik.

VDI/VDE 2645-2 „Fähigkeitsuntersuchung von Maschinen der Schraubtechnik; Maschinenfähigkeitsuntersuchung – MFU“

Die VDI/VDE 2645-2 gilt als einziges technisches Regelwerk weltweit, das die Fähigkeitsnachweise für alle Arten von Schraubwerkzeugen betrachtet, auf Basis von allgemeingültigen internationalen Vorgaben. Die Grundlage für das Blatt 2 der VDI/VDE 2645 bildet die Typprüfung nach VDI/VDE 2647 – auch diese ist aktuell noch in der Überarbeitung und im gegenseitigen Abgleich.

VDI/VDE 2647 „Typprüfung von Schraubwerkzeugen; Drehmoment- und Drehmoment-/Drehwinkelprüfung“:

Die VDI/VDE 2647 ist eine technische Regel für die Typprüfung von Schraubwerkzeugen, die Drehmoment und Drehwinkel als Steuer- und Kontrollgröße nutzen. Egal ob für die handbetätigte Montage oder motorbetrieben.

Überarbeitung und neuer Teil: VDI/VDE 2648 Reihe „Sensoren und Messsysteme für die Drehwinkelmessung - Anweisungen für die rückführbare Kalibrierung“:

Die 2648 Blatt 1 und 2 wurden bereits fertig überarbeitet, die Entwürfe wurden bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht und die Einsprüche gewürdigt. Daher darf man hier wohl in den kommenden Monaten mit den neuen Richtlinien in Deutsch und Englisch rechnen. Grundlagen und Hintergründe zum Thema vermittelt das Blatt VDI/VDE 2648 (ohne Nummer).

Überarbeitung: VDI/VDE 2862-1 „Mindestanforderungen zum Einsatz von Schraubsystemen und -werkzeugen; Anwendungen in der Automobilindustrie“:

Bei dieser Richtlinienüberarbeitung liegt der Fokus unter anderem auf die Anpassung an den Stand der Technik, die vereinfachte Anwendung, Umsetzung der „Lessons-learned“ aus der Praxis und Erweiterung des Anwendungsbereiches.

VDI 2230 Blatt 3 „Hinweise zur sicheren Montage von Schraubenverbindungen“:

Ebenfalls von vielen mit Spannung erwartet wird die Weiterführung der weltweit weit verbreiteten VDI 2230 mit dem Blatt 3. Sie ist als Ergänzung zu den beiden vorherigen Blättern gedacht und soll die Brücke schlagen zwischen Konstruktion und Montage.

Der Baustein für die Qualitätssicherung in der Schraubtechnik: VDA Band 5.2

Obwohl von der Automobilindustrie initiiert, ist diese technische Regel auch für andere Branchen interessant, da sie ein Thema behandelt welche alle Bereiche die Schrauben betrifft. Hintergrund, ist, dass es für Messaufgaben sachlich, faktisch immer nötig ist eine Prüfprozesseignung beziehungsweise eine Messsystemanalyse nachzuweisen. Die aktuell laufende Überarbeitung des VDA 5.2 geschieht in enger Abstimmung u.a. dem VDI und den Arbeitsgruppen aus VDI/VDE 2645 Blatt 1 und Blatt 3.

ISO/TS 17104 international in der Überarbeitung

„Auch hier ist es meine Aufgabe die Kommunikation und fachlichen Austausch zwischen VDI und dem Arbeitskreis sicher zu stellen. Hier besteht die Besonderheit auch darin, dass nach der ISO/TS der VDI die technisch aktuellere VDI/VDE 2649 veröffentlichte“, sagt Markus Fischer. Der VDI hat aufgrund der Kooperation mit dem ISO zunächst auf die Überarbeitung der 2649 verzichtet und wird die Ergebnisse und Zielrichtung abwarten. Die Hoffnung besteht auch hier, wie auch grundsätzlich, die Normenlandschaft für Anwender zu vereinfachen.
Ob die ISO 5393, welche nur dem ersten Anschein nach Ähnlichkeit mit der VDI/VDE 2647 hat, dieses Jahr turnusmäßig in die Überarbeitung geht, steht aktuell bei den Mitgliedsländern noch zur Wahl. Auch hier hat der VDI seine Mitarbeit für den Fall einer Überarbeitung angeboten.

Die neue ISO 5393

Überführung der DIN 25201 und grundsätzliche Neufassung in einer Europäischen Norm

Im Technical Committee (TC) 256 des CEN ist hier über die letzten Jahre mit großem Aufwand eine Europäische Lösung erarbeitet worden. Den Entwurf kann man bereits heute auf der DIN-Homepage kostenfrei lesen und kommentieren oder bei den einschlägigen Normenportalen käuflich erwerben. Auch hier gab es zwischen den Organisationen und Arbeitsgruppen, dankenswerterweise regen Austausch, ganz im Sinne der Anwender.

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