Servoantrieb

Servoantriebe weiter im Aufwind

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Die Umrichter-SPS verarbeitet die Daten angeschlossener Sensoren und Aktoren und übermittelt Antriebs- und Anwendungsdaten in hoher Qualität an den Leitstand sowie an andere vernetzte Komponenten. Antriebe können für bestimmte Aufgaben Verbünde bilden und sich zum Beispiel für Drehzahl- oder Lagegleichlauf synchronisieren. Hunderte typische Funktionen, darunter die Motion-Control-Module der PLCopen, sind als Parametersätze hinterlegt und können bei der Applikationsentwicklung einfach übernommen werden. Motoren und Getriebe fertigt Nord ebenso wie die Frequenzumrichter selbst. Die Antriebssysteme für komplette Anlagen liefert der international vertretene Hersteller fertig montiert und auf Wunsch vorparametriert und mit standardisierten steckbaren Kabelverbindungen (1 x Leistung, 1 x Daten) für eine zeitsparende Inbetriebnahme.

Rexroth: Mit Open Core-Schnittestelle den Antrieb selber programmieren

Noch einen Schritt weiter geht Bosch Rexroth. Mit der Technologieschnittstelle Open Core Interface for Drives können Maschinenhersteller jetzt individuelle Anwendungsprogramme für die Rexroth-Servoantriebe Indradrive in IT-Hochsprachen programmieren und diese auch auf externen Geräten mit dem Betriebssystem Linux ablegen.

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Zusätzlich zur SPS-basierten Automatisierung nach IEC 61131-3 öffnet Rexroth mit Open Core Interface for Drives die Firmware der Indradrive-Antriebe für IT-Programmiersprachen und Betriebssysteme. Zu den bisher schon unterstützten Betriebssystemen Windows, iOS, Android und Windows Phone können Anwender die individuellen Steuerungsprogramme auch auf dem Betriebssystem Linux einsetzen. Das senkt die Systemkosten und erhöht die Zukunftssicherheit, „denn Anwender sind bei Open Source-Betriebssystemen unabhängig von den Entscheidungen einzelner Hersteller, die ihre Produkte abkündigen und den Service einstellen können“, erklärt Michael Beier, Produktmanager Electric Drives bei Rexroth.

Linux ist transparent, stabil und flexibel erweiterbar. Diese Vorteile ergänzt Rexroth durch Open Core Interface for Drives. Anwender programmieren zum Beispiel einfach in der bei Linux gewohnten Entwicklungsumgebung Eclipse mit C/C++ oder Java die gewünschte Inbetriebnahmesoftware, die parallel zur SPS auf die Indradrive-Antriebe zugreifen kann. Die Kommunikation zwischen Linux-PC und beliebigen Antrieben erfolgt über Standard Ethernet mit dem Sercos Internet Protokoll S/IP. Neben der Verwendung von Komfortfunktionen (wie zum Beispiel Move Relative) ist somit auch das standardisierte Lesen und Schreiben von Geräteparametern möglich. (ud)

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Über den Autor

 Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht