Hannover-Messe-Exponat Sensorgriff steuert Elektromotor-Räder

Quelle: Pressemitteilung Universität des Saarlandes 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mit zwei Fingern Lasten von 500 Kilogramm sicher bewegen: Das verspricht eine neues Verfahren der Universität des Saarlandes. Es setzt auf das Zusammenspiel von intelligenten Rädern und einem Sensorgriff.

Professor Matthias Nienhaus (r.) und Ingenieur Eric Peleikis inmitten von Forschungsobjekten: Überall, wo Menschen auf Räder angewiesen sind, kann die neue Technologie die Fahrt, das Lenken oder den Transport schwerer Güter erheblich erleichtern.(Bild:  Oliver Dietze)
Professor Matthias Nienhaus (r.) und Ingenieur Eric Peleikis inmitten von Forschungsobjekten: Überall, wo Menschen auf Räder angewiesen sind, kann die neue Technologie die Fahrt, das Lenken oder den Transport schwerer Güter erheblich erleichtern.
(Bild: Oliver Dietze)

Leicht manövrierbare Rollstühle, Rollatoren und Krankenbetten; wendig in die Kurve gleitende Einkaufswagen oder Fahrradanhänger; Trolleys und Handkarren, die beim Ziehen und Schieben auch großer Lasten selbst unterstützen: All dies wird möglich mit der neuen Technologie, die Professor Matthias Nienhaus und sein Team von der Universität des Saarlandes entwickeln. Ohne zusätzliche Sensoren kommt ihr System aus intelligenten Rädern und Sensorgriff aus. Die Forscher benötigen hierfür nur die Daten, die beim Drehen in den Elektromotoren der Räder und durch Bewegung des Griffs anfallen.

Elektromotoren im Inneren der Räder werden zum Sensor

Die Räder, die der Antriebstechniker mit seinem Team entwickelt hat, wissen ohne zusätzliche Sensoren, wann sie mit wie viel Anschub die Fahrt unterstützen müssen. Dafür werden die Elektromotoren im Inneren der Räder selbst zum Sensor. Diese liefern sämtliche benötigte Messdaten. Wie die Universität des Saarlandes mitteilt, werden aus der Datenmasse Signalmuster identifiziert und typischen Abläufen zugeordnet. Anhand dieser Muster und Daten könne mithilfe mathematischer Modelle und intelligenter Algorithmen die Zustände des Motors exakt beschrieben werden. So lassen sich die Antriebe ansteuern oder überwachen, heißt es.

Sensorgriff misst Kräfte und steuert Räder an

Über einen neu entwickelten Sensorgriff, der auf der Hannover Messe gezeigt wird, schafft das Team eine Schnittstelle zum Menschen. Hier sitzt die Schaltzentrale des Systems: Der Griff misst Kräfte mehrdimensional in alle Richtungen. Hierdurch wird erkannt, wie stark und in welchem Winkel er gezogen, gedrückt, bewegt oder seitlich um die eigene Achse gedreht wird. Ein Benutzer vermittelt so ganz natürlich, welche Unterstützung er braucht. Der Sensorgriff kann an beliebiger Stelle angebracht werden. Er weiß via Handerkennung auch, ob eine menschliche Hand ihn ergreift oder nicht, und kann so vorschriftsmäßig reagieren.

Anhand der Fahrinformationen, die der Mensch über den Sensorgriff intuitiv auf das zu bewegende Fahrzeug überträgt, berechnet die Elektronik, ob und wie genau die Elektromotoren welcher Räder sich einschalten müssen, mit welcher Leistung welches Rad sich in welche Richtung wie langsam oder schnell drehen muss. Verbunden über ein sogenanntes Datenbussystem arbeiten dabei mehrere Räder im Verbund zusammen. Die entsprechenden Befehle gibt der Griff dann an die Räder weiter, die nun automatisch den schiebenden Menschen unterstützen.

Hannover Messe: Halle 2, Stand B34

(ID:49324146)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung