Kabelmanagement Sechs Tipps für die Montage von Kabelverschraubungen

Quelle: Hummel 2 min Lesedauer

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Kabelverschraubungen sorgen dafür, dass kein Wasser oder Schmutz ins Gehäuse eindringt und das Kabel festsitzt. Doch trotz ihrer scheinbaren Einfachheit gibt es bei der Montage zahlreiche Stolperfallen zu beachten. Sechs Tipps für eine fehlerfreie Montage.

Hummel bietet ein großes Portfolio an Verschraubungen (v. l. n. r.): HD-Verschraubung für hygienisch sensible Anwendungen, Multi-Verschraubung zur Durchführung mehrerer Kabel, zwei Knickschutzverschraubungen für bewegungsintensive Einsatzorte (z. B. Wallboxen, Rolltore), Exios A2F für explosionsgefährdete Bereiche ohne armiertes Kabel, HSK-K-Kunststoffverschraubung (blau, auch in Grau/Schwarz erhältlich, optional mit EX-Hutmutter).(Bild:  Hummel)
Hummel bietet ein großes Portfolio an Verschraubungen (v. l. n. r.): HD-Verschraubung für hygienisch sensible Anwendungen, Multi-Verschraubung zur Durchführung mehrerer Kabel, zwei Knickschutzverschraubungen für bewegungsintensive Einsatzorte (z. B. Wallboxen, Rolltore), Exios A2F für explosionsgefährdete Bereiche ohne armiertes Kabel, HSK-K-Kunststoffverschraubung (blau, auch in Grau/Schwarz erhältlich, optional mit EX-Hutmutter).
(Bild: Hummel)

Bei der Auswahl der richtigen Kabelverschraubung sowie der anschließenden Montage gibt es einiges zu beachten. Hier gibt es sechs Praxis-Tipps der Hummel AG, Experten für Verbindungstechnik und Kabelmanagement:

1. Die richtige Größe macht den Unterschied

Passt die Verschraubung nicht exakt zum Kabeldurchmesser, geht entweder die Dichtwirkung verloren oder das Kabel wird beschädigt: Sitzt die Verschraubung zu locker, gibt’s keine Zugentlastung. Sitzt sie zu fest, wird das Kabel gequetscht. Schutzfunktionen sind somit nicht mehr gegeben. Zu empfehlen ist, den Außendurchmesser des Kabels mithilfe eines Messschiebers exakt zu messen und mit dem angegebenen Klemmbereich der Verschraubung abzugleichen. Dabei sollten technische Tabellen und Maßvorgaben vom Hersteller beachtet werden.

2. An die Dichtung denken

Sitzt die Dichtung schief, ist beschädigt oder fehlt, kann keine zuverlässige Abdichtung erreicht werden. Feuchtigkeit, Staub oder Gase dringen ein und gefährden die gesamte Installation. Die Einhaltung der Schutzart ist nicht mehr gewährleistet. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift direkt zu den originalen Dichtungseinsätzen des Herstellers. Dennoch sollte die Unversehrtheit der Dichtung geprüft und auf den richtigen Sitz geachtet werden. Hochwertige Dichtungen sind in vielen Varianten von Markenherstellern erhältlich.

3. Anzugsdrehmoment: Weder zu viel noch zu wenig

Wird die Kabelverschraubung zu fest angezogen, kann die Dichtung beschädigt oder das Gehäusematerial überlastet werden. Bei zu geringem Anzugsdrehmoment wird keine ausreichende Dichtheit oder Zugentlastung erzielt. Beide Fälle beeinträchtigen die Schutzart der Installation. Häufig passiert das bei der händischen Montage ohne definiertes Drehmoment. Zum empfehlen ist, die vom Hersteller angegebenen Drehmomentwerte einhalten. Diese stehen in den technischen Datenblättern. Tipp: Werkzeuge mit einstellbarem oder voreingestelltem Drehmoment verwenden.

4. Material gezielt wählen

Die Kabelverschraubung muss zu den Bedingungen vor Ort passen. Je nachdem, ob UV-Strahlung, aggressive Medien, hohe bzw. kalte Temperaturen oder mechanische Belastung vorliegen. Ansonsten können Materialien spröde werden, korrodieren oder brechen. Edelstahl oder vernickeltes Messing bieten Schutz in aggressiven oder hygienisch sensiblen Umgebungen, Kunststoffvarianten sind leichter und für viele Standardanwendungen ausreichend.

EMV-Kabelverschraubung aus Metall in Größe M32 mit langem Anschlussgewinde. Diese Verschraubung wird eingesetzt, wenn elektromagnetische Verträglichkeit gefordert ist.(Bild:  Hummel)
EMV-Kabelverschraubung aus Metall in Größe M32 mit langem Anschlussgewinde. Diese Verschraubung wird eingesetzt, wenn elektromagnetische Verträglichkeit gefordert ist.
(Bild: Hummel)

5. Zugentlastung: Oft unterschätzt, aber essenziell

Bei bewegten oder frei hängenden Leitungen kann eine unzureichende Zugentlastung zu Problemen führen. Das Kabel kann sich lösen, die Adern brechen oder die Dichtung wird durch Zugkräfte undicht. Verschraubungen mit integrierter Zugentlastung bieten hier eine Lösung. Bei besonderen Belastungen empfiehlt sich eine zusätzliche Fixierung durch Klemmen oder Kabelhalter. Wichtig ist, dass die Kräfte nicht auf die Anschlussstelle wirken.

EMV-Kabelverschraubung mit integrierter Knickschutzspirale: Der Knickschutz verhindert das Abknicken des Kabels und schützt so vor einem Freiliegen des Kabels bzw. dessen Litzen. Auch diese Ausführung gewährleistet elektromagnetische Verträglichkeit gemäß EMV-Anforderungen.(Bild:  Hummel)
EMV-Kabelverschraubung mit integrierter Knickschutzspirale: Der Knickschutz verhindert das Abknicken des Kabels und schützt so vor einem Freiliegen des Kabels bzw. dessen Litzen. Auch diese Ausführung gewährleistet elektromagnetische Verträglichkeit gemäß EMV-Anforderungen.
(Bild: Hummel)

6. EMV-konform verschrauben

In vielen Anwendungen sind geschirmte Leitungen im Einsatz. Wird der Schirm nicht korrekt über die metallische Verschraubung kontaktiert, kann die elek­tromagnetische Verträglichkeit (EMV) der Anlage beeinträchtigt werden. EMV-fähige Kabelverschraubungen mit 360°-Kontaktflächen sorgen für eine rundum sichere Schirmanbindung. Der Kabelschirm muss freigelegt und vollflächig kontaktiert werden. Die Schirmverbindung sollte durchgehend und belastungsfrei ausgeführt sein.

Wer diese Fehler vermeidet, der sorgt für eine sichere Verbindung. Kabelverschraubungen wirken unscheinbar, übernehmen aber wichtige Funktionen in Sachen Dichtheit, Zugentlastung und EMV-Schutz. Beim nächsten Projekt kurz innehalten, messen, lesen und die richtige Kabelverschraubung wählen lohnt sich. Hersteller wie die Hummel AG halten dafür ein breites Sortiment parat.

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