Werkstoffe
Sechs Neuheiten im Bereich Werkstoffe

Von Juliana Pfeiffer 5 min Lesedauer

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Von Plasmaprozessen, die die Oberflächen von Verbundwerkstoffen optimal vorbereiten, über den weltweit ersten dunklen Melaminharzschaumstoff, bis zum PFAS-freien Lagermaterial für mehr Nachhaltigkeit: Die Neuheiten im Bereich Werkstoffe.

Tenneco hat mit Glycodur Neo einen PFAS-freien Gleitlagerwerkstoff entwickelt, der für hohe Leistung und ökologische Verantwortung steht.(Bild:  Tenneco)
Tenneco hat mit Glycodur Neo einen PFAS-freien Gleitlagerwerkstoff entwickelt, der für hohe Leistung und ökologische Verantwortung steht.
(Bild: Tenneco)

Oberflächenbehandlung: Zuverlässige Haftung von Verbundwerkstoffen

Die Plasmaprozesse von Plasmatreat kommen ohne Lösungsmittel oder VOCs aus, erzeugen keinen gefährlichen Abfall und lassen sich in bestehende Produktionsumgebungen integrieren. (Bild:  Plasmatreat)
Die Plasmaprozesse von Plasmatreat kommen ohne Lösungsmittel oder VOCs aus, erzeugen keinen gefährlichen Abfall und lassen sich in bestehende Produktionsumgebungen integrieren.
(Bild: Plasmatreat)

In der Luft- und Raumfahrt sowie in der Mobilitätsindustrie werden zunehmend leichte Verbundwerkstoffe wie carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFRP), Thermoplaste und Hybridstrukturen eingesetzt, um Gewicht zu reduzieren und Effizienz sowie Leistungsfähigkeit zu steigern. Diese Materialien weisen jedoch oftmals eine geringe Oberflächenenergie auf, was die zuverlässige Haftung von Klebstoffen, Beschichtungen und Dichtstoffen erschwert. Eine gezielte Vorbehandlung der Oberflächen vor der Weiterverarbeitung ist daher unerlässlich. Konventionelle Verfahren wie mechanisches Schleifen oder der Einsatz chemischer Primer stoßen bei großen oder geometrisch komplexen Bauteilen häufig an ihre Grenzen. Die Openair-Plasma Technologie von Plasmatreat arbeitet unter Atmosphärendruckbedingungen und ermöglicht eine selektive, reproduzierbare Oberflächenreinigung und -aktivierung ausschließlich mit Druckluft und elektrischer Energie. Dabei werden organische Verunreinigungen entfernt und die Oberflächenenergie gezielt erhöht, ohne die grundsätzlichen Materialeigenschaften zu verändern. Eine neue Anwendung im Openair-Bereich ist HydroPlasma, bei der destilliertes Wasser in den Plasmastrahl eingebracht wird, um organische und anorganische Rückstände effektiv und zuverlässig zu entfernen, ohne die Materialoberfläche zu schädigen.
Ergänzend zur atmosphärischen Plasmabehandlung setzt Plasmatreat in der Luft- und Raumfahrt auch auf seine Niederdruckplasmatechnologie Aurora-Plasma, wenn eine besonders gleichmäßige und vollflächige Behandlung erforderlich ist. In geschlossenen Vakuumkammern werden komplexe und großformatige Bauteile unter definierten Prozessbedingungen homogen gereinigt und aktiviert.