3D-CAD in der Praxis Schweizer Weltmarktführer für Schieber-Technologie arbeitet mit Pro/ENGINEER und Windchill PDMLink
Schiebersysteme, die den Durchfluss des geschmolzenen Stahls kontrollieren, sind so individuell wie das Stahlwerk, in dem sie montiert sind. Zu den Weltmarktführern in der Schieber-Technologie gehört die Schweizer Stopinc AG mit ihrer Marke INTERSTOP Flow Control Technology. Zur Anpassung vorhandener und zur Entwicklung neuer Produkte setzt man 3D-CAD-Software von PTC ein, sowohl in der Konstruktion als auch im Datenmanagement. So gewinnt das Unternehmen auf der ganzen Welt ein hohes Maß an Sicherheit.
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Als Ingenieur- und Handelsbetrieb ist die Stopinc AG der weltweit führende Technologielieferant für das Abgießen von geschmolzenen Metallen in Stahlwerken und Gießereien. Das Unternehmen gilt als Gründer der Schiebertechnologie und ist seit 1966 in diesem Geschäftsfeld tätig. Die Interstop Flow Control Technology ist mittlerweile in 71 Ländern in über 400 Stahlwerken mit über 6000 Einheiten im Einsatz. Ein erheblicher Teil der weltweiten Stahlproduktion von über 1,1 Mrd. Tonnen Stahl wird über die Stopinc-Technologie vergossen.
65 Mitarbeiter im Stammhaus in Hünenberg sowie weitere 40 Mitarbeiter in den Tochtergesellschaften in den USA und in China sowie in den Verkaufs- und Servicebüros in Malaysia und Jakarta sind für Forschung, Entwicklung, Service und Verkauf der Systeme im Einsatz.
Daten für die Schweiz und die USASeit 1999 wird mit 3D-CAD-Software von PTC gearbeitet: Pro/ENGINEER für die Konstruktion und – zunächst – Pro/INTRALINK für die Datenverwaltung. Für die Schweiz war diese Lösung ideal. Schwierigkeiten zeigten sich bei der Anbindung der Niederlassung in den USA. Pro/INTRALINK ist vor allem für LANs (Local Area Network) konzipiert, während die unternehmensweiten Datenverbindungen über WANs (Wide Area Network) mit verteilten Servern laufen.
Die Anwender bei Stopinc, die immer häufiger über Standorte hinweg zusammenarbeiten und Daten gemeinsam nutzen, benötigten jedoch auch für das WAN eine Lösung, die eine durchgängig hohe und zuverlässige Performance sicherstellt. So suchte man eine Lösung, die gleichzeitig auch einem Lieferanten Zugriffsrechte auf Fertigungszeichnungen gewähren sollte.
Neue PDM-Technologie
Entsprechend interessiert beobachtete man bei Stopinc die Entwicklung der PDM-Technologie bei PTC. Im Sommer 2006 stand die Entscheidung an, ob man auf die nächste Pro/INTRALINK-Version wechseln oder gleich den Technologiesprung auf Windchill PDMLink, das gerade in der neuen Version 8.0 auf den Markt gekommen war, wagen wollte.
Das Systemhaus Novita Engineering aus Volketswil präsentierte beide Lösungen und zeigte die Unterschiede auf: Windchill PDMLink bietet ein einziges zuverlässiges Depot für digitale Daten aus der Produktentwicklung. So können Hersteller sämtliche Formen von Produktdaten - etwa aus den Bereichen Mechanik, Elektronik oder Software - professionell verwalten. Die Lösung ist Web-basiert und unterstützt geografisch verteilte Teams bei der Verwaltung kritischer Prozesse wie Änderungs- und Konfigurationsmanagement sowie Fertigungsfreigabe.
Das Team um CAD-Administator Selçuk Türkoglu machte sich die Entscheidung nicht leicht. Man befragte andere Anwender und testete das Angebot „Windchill on Demand“. Dabei werden die Daten auf einem zentralen Server bei IBM gelagert, und die Kunden greifen über den Web-Browser darauf zu. Die Verantwortung für Datenschutz und Datensicherheit liegt beim Betreiber des Servers. Dieses Service-Angebot wird derzeit vor allem in den USA gerne genutzt – europäische Anwender ziehen es vor, Software und Daten im eigenen Hause zu haben. Das gilt auch für die Schweizer Firma Stopnic.
Vom „Übungsserver“ zum „Go live“
Der Test verlief nach Wunsch. Um eine größere Baugruppe auszuchecken, benötigte die neue Lösung 90 Sekunden, statt früher 18 Minuten. Daher entschied man sich Ende Juni 2006 PDMLink einzuführen und die rund 60 Gigabyte Daten von Pro/INTRALINK zu konvertieren.
Zunächst wurden die Konstrukteure auf Pro/ENGINEER Wildfire 3 geschult. Nachdem alle Daten im neuen PDM-System zur Verfügung standen, folgte die Schulung für die Datenverwaltung. Die Benutzer in den USA und in der Schweiz wurden gleichzeitig unterwiesen, damit man möglichst schnell produktiv arbeiten konnte.
Entwicklungskosten senken
Für Stopinc brachte das neue System schon bald erkennbare Vorteile. Während es früher keine echte, durch das System gestützte Freigabeprozedur gab, lassen sich jetzt Abläufe festlegen, und das System sichert die Einhaltung dieser Workflows. Auf diese Weise werden Konstruktionsfehler früher erkannt; es ist weniger Nacharbeit nötig und die Entwicklungskosten sinken.
Das „Risiko“ des Umstiegs hat sich für Stopnic– ein knappes Jahr nach der Einführung – rundum gelohnt: Die Performance wurde massiv verbessert, und die Anwender sind höchst zufrieden. (hö)
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