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Schweißnähte erfüllen gestellte Anforderungen
Durch Modifizierungen an der Universal-Prüfmaschine konnten die Experten von TÜV Süd zeigen, dass mit dem neuen Prüfverfahren rechtwinklige Schweißnähte im L- und T-Stoß mit hoher Genauigkeit und reproduzierbar auf Festigkeit hin untersucht werden können. So konnte einerseits aufgezeigt werden, dass das maschinelle Heizelement-Stumpfschweißverfahren mit 90°-Zusatzeinrichtung prinzipiell auch für rechtwinklige Schweißverbindungen als Alternative zum Warmgas-Extrusionsschweißverfahren angewendet werden kann. Andererseits wird deutlich, dass die so gefügten Schweißnähte die Anforderungen des DVS für herkömmliche Stumpfschweißproben erfüllen können. Da für derartige Schweißnähte bislang noch keine Anforderungswerte festgeschrieben sind, können die im Rahmen der Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse die Grundlage für noch zu konkretisierende Mindestwerte darstellen. Nach Einschätzung der Experten von TÜV Süd können die Mindestwerte bereits jetzt als Gütekriterium, beispielsweise für eine betriebsinterne Produktionsüberwachung herangezogen werden.
Weitere Untersuchungen werden noch folgen müssen: Zum einen zur Bestimmung von Langzeit-Gütekriterien wie dem Langzeit-Schweißfaktor, zum anderen Untersuchungen an anderen Thermoplasten, die im Bereich des Behälter- und Apparatebaus eingesetzt werden. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das vorgestellte Prüfverfahren für die Qualitätssicherung von 90°-Schweißnahtverbindungen herangezogen werden kann. Es handelt sich dabei um ein modifiziertes Prüfverfahren, das auf den etablierten Verfahren und Beurteilungskriterien des DVS basiert und reproduzierbare sowie eindeutige Ergebnisse liefert. (bm)
* Dipl.-Ing. Frank Griebel ist anerkannter Sachverständiger bei TÜV SÜD Industrie Service.
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