Schaltschrank Schaltschranktechnik im Wandel der Zeit
Die Schaltschranktechnik hat in den 90er-Jahren eine regelrechte Revolution erfahren. Mit dem einzelnen Gehäuse war es nicht mehr getan. Gefragt war das umfassende Lösungsangebot mit vielfältigen Ausbaumöglichkeiten. Rittal setzte damals entscheidende Standards in der Schaltschranktechnik.
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Dem Wunsch nach einem umfassenden Lösungsangebot mit vielfältigen Ausbaumöglichkeiten wurde das hessische Unternehmen Rittal 1985 mit der Entwicklung des PS 4000 gerecht. Das systemintegrierbare Schaltschranksystem war komplett ohne Verbindungsrahmen anreihbar und basierte auf dem patentierten und noch heute eingesetzten Systemlochprofil. 1984 entstand im Rahmen dieser Entwicklung der bis heute bekannte Rittal Slogan „Umschalten auf Perfektion“.
Umweltfreundliches Pulverbeschichtungsverfahren ersetzt Nasslackierung
In den 90er Jahren standen umweltfreundliche Technologien in vielerlei Hinsicht hoch im Kurs. In der Schaltschranktechnik waren das beispielsweise neue Oberflächentechnologien. 1990 entwickelte das Unternehmen ein neues, umweltfreundliches Pulverbeschichtungsverfahren, das die damals übliche Nasslackierung ersetzte. Das Material wurde mit einer Eisenphosphatierung vorbehandelt und in einem Elektrophorese-Tauchverfahren weiterbehandelt. Dieses Verfahren war damals nur führenden Automobilherstellern bekannt.
Neben einem großen Produktspektrum suchten Kunden in 80er und 90er Jahren auch Partner, die sie von der Planung über das Engineering, die Testaufbauten, der Nullserienzertifizierung, internationalen Approbationen bis zur Auslieferung des Produkts bis hin zu einem auf der ganzen Welt gesicherten After-Sales-Service wirkungsvoll begleiten. Es galt, komplexe Probleme rund um die Gehäusetechnik optimal zu lösen: von der Stromverteilung über die Klimatisierung bis zu IT-Infrastrukturlösungen und umfassenden Softwarelösungen. Zu den steigenden Anforderungen gehört auch ein inzwischen stark gewandeltes Marktsegment: der IT-Markt. Es entwickelte sich zunächst nur im kommerziellen Bereich, dann aber durch Ethernet in der Industrie ein großer Markt an Server-Racks, Outdoor-Racks, Netzwerkverteilern, Klimalösungen und Monitoring-Einheiten.
Schaltschranksystem mit unendlichen Ausbaumöglichkeiten
Vor 30 Jahren war die Schaltschranktechnik noch weit entfernt davon, ein Schaltschranksystem zu bieten, das geradezu „unendliche“ Ausbaumöglichkeiten hatte. Nach dem PS 4000, der bis heute weltweit über 7 Millionen mal verkauft wurde, hat das Unternehmen 1999 den Nachfolger TS 8 vorgestellt. Er hat ein 12-fach gekantetes Vertikalprofil. Durch die Symmetrie erhält der Anwender zahllose Ausbaumöglichkeiten auf verschiedenen Montageebenen, so ist er nach allen Seiten anreihbar. Mit der TS 8-Plattformtechnik ist ein weltweiter Systemstandard entstanden, der sowohl in der Industrie als auch in der Informationstechnologie und der Telekommunikation alle Anforderungen an Schaltschrank- und Racksystemen erfüllen kann.
FCKW-freie Kühlmittel sind die Revolution in den 90er Jahren
Eine Technologie, die die Entwicklung der Klimatisierung von Schaltschränke in den 90er Jahren revolutionierte waren Kühlgeräte mit FCKW-freiem Kältemittel. 1992 hatte Rittal als erster Großserienhersteller alle Schaltschrank-Kühlgeräte auf FCKW-freie Kältemittel umgestellt, bevor es der Gesetzgeber forderte. Doch es ging weiter. Nicht nur der Umweltaspekt spielte eine Rolle, sondern auch die Energieeffizienz der Geräte. Bei der Klimageräteserie TopTherm-Plus beispielsweise setzte das Unternehmen 2006 auf neueste Technologien wie die Nanotechnologie und verringerte damit den Wartungsaufwand. Gleichzeitig verbrauchen die RiNano-Kühlgeräte weniger Energie. Mit der energiesparenden Kühlgeräteserie Cool Efficiency lässt sich sogar bis zu 45 Prozent Energie einsparen.
IT-Komplettlösung für sichere Rechenzentren
Eine weitere Durchbruchsinnovation stellt Rimatrix5 dar, die 2005 auf den Markt kam: eine IT-Komplettlösung für den Aufbau effizienter und sicherer Rechenzentren. Grundlage der Innovation ist das aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Rack-basierten Klima-, Energie- und Sicherheitslöungen - vom Server-Rack, der Stromversorgung über USV und der Klimatisierung.
In den letzten Jahren hat sich Rittal im Markt verstärkt als Systemanbieter positioniert. Mit dem Programm „Rittal – Das System“ bündelt das Unternehmen seit 2010 seine gesamte Kompetenz zu einem einzigen Systempaket – einer Synthese aus Produkten, Engineering-Tools und Service. Damit lassen sich aus einem Baukasten passgenaue Lösungen für die Energiehauptverteilung, industrielle Automatisierung, Gebäudeinstallation, Netzwerktechnik und Data Center erstellen.
Durchgängige Engineering-Lösungen
Durch den Leistungsverbund zwischen Rittal und dem Tochterunternehmen Eplan Software & Service bieten sich seit Jahren zudem große Synergieeffekte im Engineering von Maschinen und Anlagen. So ermöglicht die Bauteilebibliothek RiCAD 3D, die 3D-Daten der Produkte für die effiziente Planung im Schaltschrankbau bereitstellt. Softwaretools helfen zudem beim Aufbau von Niederspannungsschaltanlagen und bei der Berechnung dimensionierter Kühltechnik.
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