Mit der Übernahme der Ewellix-Gruppe baut Schaeffler seine Industrie-Sparte im Bereich der Lineartechnik aus. Das aus dem SKF-Lineargeschäft hervorgegangene Unternehmen soll bereits 2024 zu einer Verbesserung des Gewinns pro Schaeffler-Aktie beitragen.
Dr. Stefan Spindler: „Mit dem Erwerb der Ewellix-Gruppe erweitern wir unser Industriegeschäft in der Lineartechnik vor allem in wichtigen Zukunftsbereichen.“
(Bild: Schaeffler)
Schaeffler erwirbt die Ewellix-Gruppe: Das wurde mit der Unterzeichnung des Vertrags mit einer zum Triton Fund V gehörenden Beteiligungsgesellschaft besiegelt. Durch den Kauf des globalen Herstellers und Lieferanten von lineartechnischen Komponenten und Systemen will Schaeffler seine Marktposition vor allem im Lineargeschäft stärken. Noch steht die Übernahme unter dem Vorbehalt der Prüfung und Zustimmung durch die zuständigen Behörden.
Ewellix ist einer der Marktführer unter anderem bei elektromechanischen industriellen Aktuatoren und Hubsäulen sowie Rollengewindetrieben. Diese werden in der Robotik, der Medizintechnik und in mobilen Maschinen eingesetzt. Das bestehende Produktportfolio der Industriesparte von Schaeffler wird durch die in hohem Maße komplementäre Produktpalette von Ewellix ideal ergänzt. Die Vertriebs- und F&E-Teams sowie die sechs Produktions- und Konfektionsstandorte mit insgesamt rund 1.200 Mitarbeitenden bilden eine starke Geschäftseinheit und werden im Schulterschluss mit dem Team von Schaeffler Industrial Synergien umsetzen.
Lineartechnik mit Wachstumspotenzial
Die Aktuatoren von Ewellix spielen eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung beispielsweise von mobilen Maschinen.
(Bild: Ewellix)
Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG sagt: „Mit dem Erwerb von Ewellix stärken wir unser Industriegeschäft und setzen unsere Strategie auch in volatilen Zeiten weiterhin konsequent um. Die Akquisition trägt dazu bei, unser Geschäft als globaler Automobil- und Industriezulieferer weiter zu diversifizieren und noch stärker in attraktive Wachstumsmärkte zu investieren.“
Die Lineartechnik weist über die kommenden Jahre hohes Wachstumspotenzial innerhalb des globalen Industriegeschäfts auf. Der gemeinsame Fokus liegt auf wachstumsstarken Marktsektoren wie beispielsweise der industriellen Automatisierung, Robotik, der Medizintechnik, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie den mobilen Maschinen.
Ewellix war aus dem SKF-Lineargeschäft entstanden
Ewellix ist ein global agierendes Unternehmen mit Hauptsitz in Göteborg (Schweden), das 2018 aus dem SKF-Lineargeschäft entstanden war. Die Investmentgesellschaft Triton hatte es erworben und unter der Marke Ewellix als eigenständiges Unternehmen repositioniert.
Ewellix bietet Kugel- und Rollengewindetriebe bis zu einer dynamischen Lastkapazität von knapp 4.000 kN an.
(Bild: Ewellix)
Die Ewellix Gruppe ist ein führender Hersteller und Lieferant von Linearantrieben, der moderne Konstruktion und Entwicklung, Fertigungskompetenz sowie Anwendungstechnik und Digitalisierung verbindet. Das Unternehmen verfügt über mehr als 50 Jahre Erfahrung in diesem Geschäft. Die Hauptprodukte, wie Aktuatoren, Hubsäulen, Range Extender für Roboter, Kugel- und Rollengewindetriebe, Linearführungen (Profilschienenführungen und Linearkugellager) kommen zahlreichen Anwendungen und Geräten zum Einsatz – in der Medizintechnik, bei mobilen Maschinen, in der Montageautomation, in der Robotik sowie in verschiedenen weiteren Industrieanwendungen.
Das Unternehmen verfügt über sechs Produktions- und Konfektionsstandorte in den USA, Europa und Asien und unterhält 16 Vertriebsbüros in 15 Ländern sowie ein Netz von rund 550 Vertriebspartnern. Es erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von rund 216 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2022 wird ein Umsatz von rund 250 Millionen Euro erwartet.
„Mit dem Erwerb der Ewellix-Gruppe erweitern wir unser Industriegeschäft in der Lineartechnik vor allem in wichtigen Zukunftsbereichen. Ich habe das Unternehmen als sehr gut geführte Geschäftseinheit mit hoher Kunden- und Vertriebsorientierung sowie entsprechender Produktentwicklung kennengelernt. Das Unternehmen verfügt dadurch über eine starke Pipeline besonders innovativer Lösungen und zahlreicher Kundenprojekte. Wir werden das Ewellix-Team bei der Umsetzung seiner ambitionierten Wachstumsziele unterstützen, Schritt für Schritt Synergien heben und die Fertigungstechnologie der Produktionseinheiten von Ewellix gemeinsam weiterentwickeln“, so Dr. Stefan Spindler, Vorstand Industrial bei Schaeffler.
Sich auf die zentralen Trends in der Industrie konzentrieren
Mit der Transaktion kann die Schaeffler-Gruppe ihr eigenes Portfolio im Bereich der Lineartechnik erweitern. Zudem versetzt der Kauf von Ewellix Schaeffler in die Lage, sich stärker als bisher auf drei zentrale Trends im Industriegeschäft zu fokussieren:
der Trend zur Elektromechanik, um hydraulische oder pneumatische Systeme zu ersetzen oder zu ergänzen,
der Trend zu Effizienzsteigerungen,
drittens den Trend hin zu Automatisierung und Robotik.
Ewellix nutzt einen Aktuator-Baukasten, mit dem sich schnell und kosteneffizient anwendungsspezifische Kundenlösungen umzusetzen lassen. Durch die Kombination mit dem Schaeffler-Portfolio sollen zukünftig zusätzliche maßgeschneiderte Lösungen basierend auf intelligenten Designprinzipien möglich werden.
Stand: 08.12.2025
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Kaufpreis von rund 582 Millionen Euro
Die Schaeffler-Gruppe hat sich nach eigenen Angaben in den letzten Jahren eine solide Bilanz und Liquiditätsposition erarbeitet, die es auch in volatilen Zeiten ermöglicht, den Erwerb erfolgreich umzusetzen.
Der Kaufpreis der Transaktion, die in Form eines so genannten Share Deals erfolgt, beträgt rund 582 Millionen Euro. Dieser Wert schließt die von Schaeffler zu übernehmende Nettoverschuldung von Ewellix in Höhe von rund 120 Millionen Euro sowie Transaktionskosten nicht ein. Der Kaufpreis wird aus bestehenden internen und externen Finanzierungsmitteln dargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass die Transaktion bereits in 2024 zu einer Verbesserung des Gewinns pro Aktie der Schaeffler AG in einem mittleren einstelligen Prozentbereich führt.
Der Vollzug des Kaufvertrags steht unter den marktüblichen Vollzugsbedingungen in Bezug auf fusionskontroll- und außenwirtschaftsrechtliche Freigaben. Mit dem Vollzug des Kaufvertrags wird Ende 2022 gerechnet.