Gyropack Rucksack erhöht Stabilität bei Bewegungen

Quelle: TU Delft 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ein innovativer Rucksack hilft Menschen mit der Bewegungsstörung Ataxie, sicherer zu stehen und zu gehen, wodurch sie weniger auf Mobilitätshilfen wie Gehhilfen angewiesen sind.

Ein innovativer Rucksack verlangsamt die Bewegung des Oberkörpers und gibt mehr Zeit, das Gleichgewicht wiederzufinden.(Bild:  TU Delft)
Ein innovativer Rucksack verlangsamt die Bewegung des Oberkörpers und gibt mehr Zeit, das Gleichgewicht wiederzufinden.
(Bild: TU Delft)

Für viele Menschen mit einer Bewegungsstörung ist es ein Traum, das Haus ohne Gehhilfe verlassen zu können. Gehhilfen werden oft als schwer, unhandlich und sogar stigmatisierend empfunden. Ein Gerät wie der Rucksack, das die Hände frei lässt und mehr Bewegungsfreiheit bietet, ist daher eine willkommene Entwicklung.

Inspiriert von Weltraumtechnologie

Die clevere Technik im Rucksack wirkt Drehbewegungen des Oberkörpers entgegen.(Bild:  TU Delft)
Die clevere Technik im Rucksack wirkt Drehbewegungen des Oberkörpers entgegen.
(Bild: TU Delft)

Die Idee für den Rucksack entstand vor über einem Jahrzehnt an der TU Delft und am Erasmus MC. Die Forscher ließen sich dabei von der Weltraumtechnologie inspirieren: Große Satelliten können ihre Ausrichtung anpassen, ohne Kraft auf ihre Umgebung auszuüben. „Wir nutzen denselben gyroskopischen Effekt“, erklärt Professorin Heike Vallery. „Der Rucksack enthält sich drehende Räder und ein fortschrittliches Steuerungssystem, das Drehbewegungen des Oberkörpers entgegenwirkt. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man sich durch Wasser bewegen. Das verlangsamt die Bewegung des Oberkörpers, sorgt für mehr Stabilität und gibt mehr Zeit, das Gleichgewicht wiederzufinden.“

Zusammen mit den Forschern Bram Sterke, Katie Poggensee, Lotte van de Venis und dem Rehabilitationsarzt Jorik Nonnekes wurde der sogenannte Gyropack für Menschen mit Ataxie optimiert. Vierzehn Patienten testeten den Rucksack bei Gleichgewichts- und Gehübungen unter drei Bedingungen: ohne Rucksack, mit aktivem Rucksack und mit einer Version, bei der die Räder keine Wirkung zeigten – eine Art Placebo-Bedingung, die sich in Klang und Gefühl nicht von der aktiven Version unterschied.

Die Experimente zeigten, dass selbst der inaktive Rucksack Vorteile bot. „Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Rucksack mit etwa sechs Kilogramm immer noch recht schwer ist“, sagt Nonnekes. „Dieses Gewicht trägt bereits zur Stabilisierung des Oberkörpers bei. Die größte Verbesserung wurde jedoch mit dem aktiven Rucksack erzielt: Die Patienten waren sichtbar stabiler und konnten beispielsweise viel leichter geradeaus gehen.“

Ziel: leichteres und leiseres Design

Etwa sechs Kilogram wiegt der Rucksack aktuell.(Bild:  TU Delft)
Etwa sechs Kilogram wiegt der Rucksack aktuell.
(Bild: TU Delft)

Die Forscher wollen den Rucksack nun weiterentwickeln und dabei den Schwerpunkt auf Benutzerfreundlichkeit legen. Das Ziel ist es, das Gerät leichter und leiser zu machen. „Der Rucksack ist noch nicht für den täglichen Gebrauch geeignet“, sagt Vallery, „aber in Zukunft könnte er das Leben von Menschen mit Ataxie erheblich verbessern.“

(ID:50542174)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung