Handhabung

Roboter erledigen Testaufgaben mit Feingefühl

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Aussagekräftige und reproduzierbare Ergebnisse

Über eine Schnittstelle liefert die Robotersteuerung die Daten an den angeschlossenen PC. Er ist per SAP-Interface mit der Produktentwicklung von Klingspor verbunden. Kurzfristig liefern die Tests aussagekräftige und vor allem reproduzierbare Ergebnisse. Daraus können die Klingspor-Experten wertvolle Erkenntnisse zur Kornhaftung, zum Verschleißverhalten und in dessen Folge zur Performance der einzelnen Produkte ableiten. „Dabei können wir Schleifmopteller, Trennscheiben und viele andere Produkte testen“, ergänzt Biemer.

Für das Testen der Schleifscheiben ist die Variante FC Pressure das Verfahren der Wahl. Beim Prüfen von Trennscheiben nutzt die Robotersteuerung die Variante FC SpeedChange. Sie passt die Vorschubgeschwindigkeit in Abhängigkeit von den Reaktionskräften an. Vor der Prüfung definieren die Prüfer den Grenzverschleißdurchmesser der Trennscheibe. Für jeden Trennschnitt misst das System die Dauer. Außerdem ermittelt es taktil die Durchmesserreduzierung. Zusätzlich kann es die auftretenden Seitenkräfte und so die Belastbarkeit der Scheibe beim Verkanten ermitteln.

Vorkonfigurierte Programme vereinfachen das Testen

Für die Prüfaufgabe nutzt das Testteam zahlreiche vorkonfigurierte Programme. Die Parameter passt es für die einzelnen Tests individuell an. Die Dateneingabe und die Bedienung des Roboters erfolgen über eine mobile Bedienkonsole Flex-Pendant. Das handliche Gerät in mittlerer Tablet-Computergröße sendet seine Signale an die Robotersteuerung IRC5. Sie verarbeitet die Daten und der angeschlossene PC visualisiert die Dateien tabellarisch und grafisch.

Statt der Spindeln mit Schleifscheibenaufnahme kann der Robotergreifer auch direkt komplette handelsübliche Handmaschinen fassen. Dies ermöglicht das Testen unterschiedlich leistungsfähiger Maschinen und Marken sowie der Auswirkungen auf die Klingspor-Produkte. Diese Tests geben z.B. Auskunft darüber, wie sich leistungsstarke Schleifmopteller vergleichend an leistungsstarken und -schwachen Winkelschleifern verhalten. „Gängige Schleifmaschinen aus dem Baumarkt halten hier oft nur einen Tag“, weiß Florian Biemer aus Erfahrung. Auch unterschiedliche Stromversorgungen, beispielsweise mit Spannungen von 110 oder 230 V, lassen sich mit den Systemen simulieren.

„Dies ist eine der ersten Prüfanwendungen, die ABB mit Force Control umgesetzt hat“, erklärt Uwe Seip, Vertriebsingenieur bei ABB Robotics: „Ursprünglich realisierten unsere Entwickler den Tastsinn für Montage- und Fügeprozesse mit sehr engen Toleranzfeldern. Dann ergaben sich weitere Anwendungen aus den individuellen Praxisanforderungen unserer Kunden.“ Ein zweites baugleiches Robotertestsystem auf Basis des IRB 4400 arbeitet inzwischen bei Klingspor am Standort in Polen. (jv)

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