Elektromobilität Regenerativer und tragbarer Strom für afrikanische Fischerboote

Quelle: Pressemitteilung von Fraunhofer, voltaviewafrica.org 2 min Lesedauer

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Mit einem geschlossenen und nachhaltigen Gesamtkonzept für die regenerative Stromerzeugung und -speicherung unterstützt das Start-up Volta View Africa ländliche Regionen in der Subsahara-Region – die erste operative Anlage wurde kürzlich in Gambia in dem Fischerort Balingho eingeweiht und an die Dorfbewohner übergeben.

Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung einer Gesellschaft ist eine zuverlässige Energieversorgung. Das Start-up Volta-View-Africa entwickelt deshalb innovative Stromspeicherkonzepte und inkubiert Elektrifizierungsprojekte. In Gambia wurde jetzt die erste Anlage in Betrieb genommen. (Bild:  Fraunhofer HHI)
Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung einer Gesellschaft ist eine zuverlässige Energieversorgung. Das Start-up Volta-View-Africa entwickelt deshalb innovative Stromspeicherkonzepte und inkubiert Elektrifizierungsprojekte. In Gambia wurde jetzt die erste Anlage in Betrieb genommen.
(Bild: Fraunhofer HHI)

Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung einer Gesellschaft ist eine zuverlässige Energieversorgung. Das Start-up Volta View Africa entwickelt deshalb Stromspeicherkonzepte und inkubiert Elektrifizierungsprojekte. Im westafrikanischen Gambia wurde jetzt die erste Anlage in Betrieb genommen.

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Das Konzept von Volta View Africa fokussiert sich auf einen regenerativen Kreislauf:

  • Mittels Photovoltaik wird elektrischer Strom erzeugt, der in mobilen, tragbaren Lithium-Batterien gespeichert wird, die die Bewohner vor Ort als individuelle Stromquelle nutzen können.
  • Das Kraftwerk basiert auf einem modularen Blockbauprozess und besteht aus zwei 10-Fuß-Containermodulen.
  • Während das eine Modul mit einer 7,5-kWp-Photovoltaikanlage Strom erzeugt, wird das andere für die Trinkwasseraufbereitung verwendet.
  • Der Strom wird in 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterien gespeichert und in robusten, tragbaren Batterieboxen mit einer Speicherkapazität von 4,8 kWh untergebracht.
  • Die Trinkwasseraufbereitung erfolgt über eine UV-C-Lichtbehandlung und eine spezielle Filtertechnik.
Mit der Gefriertruhe können wir unseren Fang jetzt länger lagern und so einen höheren Gewinn erwirtschaften. Dies verbessert unsere Wettbewerbsfähigkeit enorm.

Jawo, Chairman der in Balingho ansässigen Fischer

Im Einsatz: B-Ware und wiederaufbereitete Module

Im Sinne einer Circular Economy werden für die Projekte ausschließlich B-Ware-Lithium-Batteriezellen aus der Automobilindustrie und wiederaufbereitete Photovoltaikmodule verwendet. Prof. Schade, Initiator des Vorhabens und Leiter der Abteilung „Faseroptische Sensorsysteme“ am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI), fungiert als technischer Leiter des Projekts. Seine Abteilung hat zusammen mit der Technischen Universität Clausthal die grundlegenden physikalisch-technischen Voraussetzungen geschaffen – unter anderem wurde ein Sicherheitskonzept für die Lithium-Batterien sowie eine Sensorik, die eine vollständig digitalisierte Überwachung und Steuerung der Batteriespeicher und des gesamten Kraftwerkes ermöglicht, entwickelt.

Batterieboxen bringen Strom zu Verbrauchern

Mit den tragbaren Batterieboxen kann der Strom direkt zu Verbrauchern gebracht werden. Die zuvor benötigten Stromnetze und Dieselgeneratoren werden somit durch das einfach zu bedienende Volta-View-Africa-Powerhouse und die tragbaren Volta-Move2Go-Powerpacks ersetzt. Die erste operative Anlage wurde am 21. Juni 2023 in Gambia in dem Fischerort Balingho feierlich eingeweiht und an die Dorfbewohner übergeben.

Die Anlage liefert ein in sich geschlossenes Gesamtkonzept:

  • Mit den Batteriepacks werden in Gambia Fischerboote erstmals elektrisch betrieben.
  • In einer Kühltruhe im Powerhouse wird der Fischfang eingefroren.
  • Zugleich erhalten die Dorfbewohner Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Die Powerpacks können darüber hinaus als tragbare Generatoren mit nach Hause genommen werden. Mit einer integrierten Haushaltssteckdose können Mobiltelefone aufgeladen werden, es gibt in den Abendstunden Licht und ein Kühlschrank kann zur Lagerung von Lebensmitteln betrieben werden. Das Wiederaufladen der Batteriepacks erfolgt am Powerhouse durch Sonnenenergie und somit völlig emissionsfrei.

Zehn weitere Anlagen in Planung

Durch die Umstellung der Fischerboote auf E-Mobilität lassen sich die Gesamtbetriebskosten um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Istzustand senken. Darüber hinaus wird CO2 eingespart und das Wasser, Lebensgrundlage der Fischer, wird nicht mehr verunreinigt. Die Digitalisierung des Gesamtsystems ermöglicht weiterhin die Etablierung von CO2-Zertifikaten zur Mitfinanzierung der Investitionskosten. Gemeinsam mit dem gambischen Unternehmen Sub-Sahara United Vehicles Ltd. werden in den nächsten 12 Monaten zehn weitere Volta-View-Africa-Powerhouse-Anlagen mit insgesamt 50 austauschbaren Batterien in Gambia installiert.

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