Technische Dokumentation Reduzierter Zeitaufwand für die Erstellung technischer Dokumentationen durch Adobe Acrobat 3D

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Lang + Lang wurde vor 85 Jahren als Handelshaus für Industriegüter gegründet und beschäftigt sich seit 18 Jahren ausschließlich mit anspruchsvollen Engineering-Aufgaben. Spezialisiert ist die Firma auf die Technische Dokumentationen von Betriebsmitteln und Anlagen, was die Aufbereitung der erforderlichen CAD-Daten einschließt. Außerdem konstruiert sie für die Schwestergesellschaft Vormbaum Industrietechnik pneumatische Teileförderer, die Stanzabfälle aus Presswerkzeugen mit schwer zugänglichen Abfallschächten abführen.

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Die rechtzeitige Bereitstellung von Bedienungsanleitungen, Wartungshandbüchern und anderen Unterlagen kann entscheidend für den Markterfolg eines Produktes sein. Gleichzeitig steigen gerade bei komplexen Investitionsgütern die Kundenanforderungen an die Qualität der Dokumentation, denn schlecht dokumentierte Maschinen und Anlagen sind aufwendiger zu warten und zu bedienen. „Adobe Acrobat 3D ist ein perfekt geeignetes Werkzeug, um die Verständlichkeit der Technischen Dokumentation durch eingebettete 3D-Modelle zu erhöhen, ohne dass die Kosten dafür explodieren“, sagt Ralf Vormbaum, Geschäftsführer der Firma Lang + Lang.

Zu den Großkunden des Dokumentationsbüros gehört unter anderem ein internationaler Automobilhersteller, für den man mit der UGS-Software NX sämtliche Pressenstraßen in 3D nachmodelliert und in eine PDF-basierte Dokumentationslösung eingebunden hat, die über Webbrowser an allen Standorten zugänglich ist.

PDF-Dokumente werden dynamisch aufgebaut

Die Betriebsmittelplaner haben dadurch die Möglichkeit, visuell zu prüfen, welche Teile in welchen Werken auf welchen Pressen gestanzt und umgeformt werden können. Die PDF-Dokumente werden dynamisch aufgebaut, das heißt je nachdem welches Werk der Anwender auf der Startseite anklickt, werden über Javascripts die Zeichnungen der verfügbaren Pressen aus einer Datenbank in die Dokumentvorlage geladen. „Derzeit arbeiten wir daran, mit Adobe Acrobat 3D auch 3D-Modelle in die Dokumentation einzubetten“, sagt Vormbaum.

Modelle lassen sich in Echtzeit animieren

3D-PDFs lassen sich schnell und einfach aus allen gängigen CAD-Systemen ableiten. Die Anwender bei Lang + Lang wählen normalerweise den Weg über den Import der CAD-Dateien in Adobe Acrobat 3D und nicht über das Auslesen des Bildschirminhalts, damit in den 3D-PDFs nicht nur die Modellgeometrie, sondern auch die Modellhierarchie zur Verfügung steht.

Dabei erlaubt die NX-Schnittstelle es sogar, die bereits im CAD-Modell definierten Farben, Materialien und Schattierungen zu übernehmen. Bei Inventor werden die Bauteile im 3D-Toolkit der Adobe-Software nachträglich mit Materialien und Texturen belegt. Lang + Lang nutzt die Autodesk-Software unter anderem für die Konstruktion der Teileförderer.

„Die Darstellungsqualität der in die PDFs eingebetteten 3D-Modelle ist genauso gut wie die der Originaldaten und auch ihre Genauigkeit ist völlig ausreichend,wenn man die maximale Auflösung einstellt, wobei natürlich zu berücksichtigen ist, dass wir meist mit Großmodellen arbeiten“, sagt Vormbaum. „Man kann beispielsweise in das Modell einer Presse hineinzoomen, die Verkleidung transparent schalten oder einen Schnitt durch das Werkzeug legen. Das ist gerade für NichtCAD-Anwender eine tolle Erfahrung.“

Modelle werden in Bewegung versetzt

Um die Funktionsweise eines Produkts noch verständlicher zu machen, lassen sich die Modelle in Adobe Acrobat 3D in Bewegung versetzten. „Der Aufwand für die Erzeugung von Animationen hält sich in Grenzen, wenn man sich mit der Software ein wenig auskennt“, versichert Vormbaum. „Man braucht dafür nicht unbedingt Javascripts zu programmieren, sondern kann die Bewegungsabläufe auch manuell definieren und aufzeichnen.“

Im Unterschied zu klassischen Animationsprogrammen, erzeugt die Adobe-Software keine Folge von gerenderten Einzelbildern, sondern setzt die 3D-Modelle in Echtzeit in Bewegung. Das hat den Vorteil, dass der Anwender während der laufenden Animation den Blickwinkel auf das Modell verändern oder sogar in das Modell hineinzoomen kann, und es spart die Zeit für das Rendern. Schattenwurf und komplexe Lichtreflexe darf man bei diesen Animationen natürlich nicht erwarten, was aber nicht heißen soll, dass man in Adobe Acrobat 3D keine Ansichten rendern kann.

Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten

Adobe Acrobat 3D bietet dank seines Funktionsumfangs eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten, und fast täglich fallen uns neue ein“, betont Vormbaum. Derzeit erzeugt Lang + Lang im Auftrag eines Sondermaschinenbauers die ersten Betriebsanleitungen mit eingebetteten 3D-Modellen. Bei der Entwicklung von neuen Teileförderern dient die Software als Werkzeug für die Kommunikation der 3D-Konstruktionsdaten an Zulieferbetriebe, damit diese sich ein besseres Bild von den zu fertigenden Teilen machen können.

3D-PDFs bietet nicht nur einen guten Schutz des geistigen Eigentums, wie Vormbaum erklärt, sondern können außerdem durch Passwort gegen den Zugriff durch Unbefugte geschützt werden. Lang + Lang arbeitet seit rund einem halben Jahr mit Adobe Acrobat 3D. Obwohl es noch ein paar offene Wünsche gibt und ein paar technische Fragen noch nicht ganz geklärt sind, ist Vormbaum von den Vorzügen der 3D-PDF-Lösung absolut überzeugt: „Gerade bei komplexen, gefahrenträchtigen Anlagen legt der Kunde heute großen Wert auf eine übersichtliche und verständliche Dokumentation. Dazu müssen Sie aus den CAD-Modellen oft Hunderte von Ansichten ableiten und durch den Grafiker aufbereiten lassen, was nicht nur Zeit kostet, sondern auch die Kosten in die Höhe treibt. Das können wir uns durch den Einsatz von 3D-PDFDokumenten sparen.“

Zeitaufwand um 30 bis 40 Prozent reduzierbar

Vormbaum schätzt, dass sich der Zeitaufwand für die grafische Aufbereitung der CAD-Modelle durch den Einsatz von 3D-PDFs um 30 bis 40 Prozent reduzieren lässt. Und dieser Aufwand ist nicht unerheblich: Bei der Dokumentation von größeren Anlagen entfällt normalerweise mehr als die Hälfte der Zeit auf die Ableitung der Ansichten, so dass sich der Gesamtprozess um 25 Prozent verkürzen lässt. Wenn Teile der Anlage animiert werden sollen, sind die Einsparungen sogar noch größer.

Die Nutzeneffekte beschränken sich aber nicht auf Zeitvorteile, wie Vormbaum weiter ausführt: „3D-PDFs sorgen für eine bessere Verständlichkeit der Dokumentation und vermeiden dadurch Bedienfehler, die kostspielige Schäden an den Anlagen nach sich ziehen können.“

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