Forschung Erster deutscher Quantensatellit im Orbit aktiv

Quelle: Zentrum für Telematik 1 min Lesedauer

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Ein Forschungssatellit aus Würzburg umkreist ab sofort die Erde. Mit ihm soll eines Tages die Quantenverschlüsselung im Alltag genutzt werden können.

Start der Falcon-9-Rakete vom Startplatz in Kalifornien.(Bild:  SpaceX)
Start der Falcon-9-Rakete vom Startplatz in Kalifornien.
(Bild: SpaceX)

Das Zentrum für Telematik Würzburg (ZfT) hat erfolgreich den Forschungssatellit Qube zur globalen Quantenschlüsselverteilung ins All gebracht. Laut einer Mitteilung ist er seit dem 16. August im All aktiv, um die abhörsichere Telekommunikation weiter voran zu bringen. Qube ist damit der erste europäische Satellit zur Quantenschlüsselerzeugung und -Übertragung mit einer optischen Kommunikationsverbindung.

Laut dem Vorstand des ZfT war vor allem die Miniaturisierung des 3,53 Kilogramm schweren Satellits eine Herausforderung. Bei der Ausrichtung auf die Bodenstation sei eine noch nicht erreichte Genauigkeit erzielt worden. „Unsere miniaturisierten Quantenkommunikationskomponenten wurden so entwickelt, dass sie auch bei den extremen Vibrations-, Temperatur- und Strahlungsbelastungen beim Start und beim Einsatz im All voll funktionstüchtig bleiben“, erklärt Christoph Marquardt, Professor an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen, die ebenfalls an dem Projekt beteiligt war. Die deutlich geringeren Kosten von Kleinstsatelliten werden insbesondere bei den später notwendigen Satellitennetzen eine entscheidende Rolle spielen, um global eine abhörsichere Kommunikation zu ermöglichen, heißt es weiter.

Eine Falcon-9-Rakete beförderte den Kleinsatelliten am 16. August um 20.56 Uhr ins All. Eine Stunde nach dem Start war Qube in der Zielumlaufbahn angekommen und wurde vom Raketenadapter ausgestoßen. Wiederum etwa eine Stunde später flog er dann in Reichweite der Würzburger Bodenstation des ZfT und bot so Gelegenheit, erste Daten auszutauschen. Bereits der erste Kontaktversuch klappte und das ZfT-Team konnte damit beginnen, mit entsprechenden Kommandos die beim Ausstoß üblichen Störungen zu reduzieren, wie Taumelbewegungen und Drehungen des Satelliten. Besondere zusätzliche Schwierigkeiten resultieren aus der hohen Geschwindigkeit in der Umlaufbahn von etwa 21.000 km/h relativ zur Bodenstation. So muss während des Überflugs die Antenne des Satelliten ständig nachgedreht werden, um den Kontakt aufrecht zu erhalten.

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