Steckverbinder

PV-Steckverbinder – das Spiel mit dem Feuer

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Im Visier der Produktfälscher

Kein Wunder, dass Multi-Contact als Marktführer ständig im Visier der Produktfälscher ist. Bei Multi-Contact unterscheidet man zwischen Plagiaten, auch Fälschungen oder Raubkopien genannt, einerseits und Imitaten beziehungsweise Nachahmungen andererseits. Plagiate sind so gemacht, dass der Kunde überzeugt davon ist, das Original vor sich zu haben. Die Fälscher übernehmen deshalb auch den Originalnamen oder das Originallogo. Gegen diese Unternehmen, die die Kunden bewusst täuschen, geht Multi-Contact rigoros vor. Rückendeckung bekommt Multi-Contact von der „Aktion Plagiarius e.V.“, die jedes Jahr Betrüger mit Negativpreisen auszeichnet: „Billige Kopien passieren nicht aus Versehen. Die Fälscher handeln vorsätzlich, skrupellos und rein aus Profitgier. Sie kopieren das fertige, am Markt erfolgreich etablierte Endprodukt und minimieren ihr eigenes unternehmerisches Risiko,“ so die Meinung von Plagiarius.

Geringere rechtliche Handhabe haben die Hersteller bei den „Imitaten“, die dem Original unter Umständen sehr ähnlich sehen. Sie werden auch gern als „kompatibel“ angepriesen. Eine Haftung bei Verwendung solcher Fremdfabrikate schließt Multi-Contact allerdings kategorisch aus. Markus Müller, zuständig für Marktentwicklung bei Multi-Contact Deutschland bemerkt: „Wenn man die Bedeutung der Qualität der Steckverbinder für die Sicherheit einer PV-Anlage und ihre Ausbeute betrachtet, ist unsere Haltung, denke ich, nachvollziehbar.“

„Kompatibel“ ist weder sicher noch zertifiziert

Dabei müsste es allen bekannt sein, dass der Einsatz von durchgängigen Steckverbindersystemen eines Herstellers sicherstellt, dass Zertifizierungen bestehen bleiben. Sowohl der TÜV als auch UL raten von der Kombination von Steckverbindern unterschiedlicher Hersteller ab. Im Falle der Brandkatastrophe hatte sich der Installateur auf die Versicherung des Anbieters, seine Stecker seien kompatibel, verlassen. Heute sieht auch er, dass das nicht mehr als eine Werbeaussage war ohne wirklichen Hintergrund. Dr. Michael Berginski leitet die globalen PV-Aktivitäten des Steckverbinder-Spezialisten Multi-Contact im Bereich Engineering und Produktmanagement. Sein Standpunkt zu dieser Frage ist eindeutig: „Die Firma Multi-Contact hat bis heute keinerlei Kompatibilität von Fremdprodukten zu unseren MC3 oder MC4 Steckverbindern bestätigt. Wir beabsichtigen auch nicht, dies in Zukunft zu tun. Eine Kompatibilität von PV-Steckverbindern gibt es für uns nur innerhalb der gleichen Typenfamilie desselben Herstellers, bei aufeinander abgestimmten Prozessen, Materialien, Produktionshilfsstoffen, Änderungswesen etc.“

Alarmierende Temperatur bei Fremdverbindungen

Dr. Berginski hat sogenannte „Fremdverbindungen“ von Multi-Contact PV Steckverbindern mit Steckverbindern anderer Fabrikate untersucht und kommt zu ernüchternden Ergebnissen: Bei Fremdverbindungen lagen die Temperaturen der Steckverbinder in einer Reihe von Fällen deutlich über den zulässigen Werten. Interessant war, dass der Durchgangswiderstand im Neuzustand beim Fremdverbau anfangs zwar niedrig war, aber im Laufe der Zeit teilweise sehr stark anstieg. Beim Verbau gleicher Steckerfamilien blieb der Durchgangswiderstand nahezu konstant. Die Einhaltung des IP-Schutzgrades wird bei Fremdverbau unter anderem durch die Steckertoleranzen erschwert; oft sitzen die Stecker zu locker. Die Folgen: Leistungsverluste, deutlich größere Erwärmung bis zur Brandgefahr, Verformung der Stecker mit Nichteinhalten von Wasser- oder Staubschutz gemäß IP-Klasse und somit die Gefahr eines elektrischen Schlages.

(ID:40210390)