Sicherheitsbremsen Punktzugwinden ersetzen 50 Jahre alte Bühnentechnik

Redakteur: Brigitte Michel

Geräuscharmut und Sicherheit müssen bei der Ausstattung der Bühnentechnik an Theatern vorrangig beachtet werden. Deshalb sind Sicherheitsbremsen, wie die Doppelbremse ROBA-stop-silenzio, für derartige Anwendungen dringend erforderlich.

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Das Musiktheater Gelsenkirchen gehört zu den spektakulärsten Theaterbauten der Nachkriegszeit. Nach und nach wird die Bühnentechnik des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes aus den 1950er Jahren erneuert. In den letzten beiden Jahren war unter anderem die Antriebstechnik der Obermaschinerie an der Reihe. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Geräuscharmut und Sicherheit wurden die neuen elektrischen Prospektzüge der Firma Lödige mit einer ROBA-stop-silenzio Doppelbremse von mayr Antriebstechnik ausgestattet. Sie ist, nach Herstelleraussage, derzeit die leiseste auf dem Markt verfügbare Bühnenbremse.

Funktionsstörungen sind bei Sicherheitsbremse ausgeschlossen

Alljährlich zur Sommerzeit, während der sechswöchigen Spielzeitpause, stehen Wartungs-, Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen auf dem Plan des Schauspielhauses. Jahr für Jahr wird auf diese Weise ein Teilbereich der Spielstätte auf den neuesten Stand gebracht. Bei der Erneuerung der Obermaschinerie wurden die bislang von Hand betriebenen Züge, die seit dem Bau des Theaters noch nie ausgewechselt wurden, durch elektrische Antriebstechnik ersetzt. Vorher mussten Prospekte, Kulissen, Vorhänge und Beleuchtung mit Muskelkraft bewegt werden. Bis zu zwölf Schnürmeister und Bühnenarbeiter waren gefordert, um das Szenenbild zu wechseln. Diese körperlich sehr belastende und anstrengende Arbeit gehört damit der Vergangenheit an.

Die Akteure auf der Bühne bewegen sich ständig unter schwebenden Lasten, die bei unkontrollierten Abwärtsbewegungen schnell zu einer tödlichen Gefahr werden können. Deshalb wurden die neuen Punktzugwinden mit ROBA-stop-silenzio Doppelbremsen ausgestattet. Bei diesen Sicherheitsbremsen sorgen zwei unabhängig voneinander arbeitende Bremsen für hohe Betriebssicherheit. Sie erfüllen die Anforderungen gemäß BGV C1 und EN 81. Die kompakte und geschlossene Ausführung sorgt für einfache Handhabung und Montage. Der Arbeitsluftspalt ist voreingestellt und bedarf keiner Nachstellung. Damit sind Funktionsstörungen durch Bedien- und Einstellfehler schon konstruktiv ausgeschlossen. Diese Sicherheitsbremsen sind weitgehend wartungsfrei. Wartungsarbeiten beschränken sich auf die Inspektion der Reibbeläge, die äußerst verschleißfest sind und eine sehr lange Lebensdauer haben.

Selbst nach längerem Betrieb geringes Geräuschniveau

Durch eine spezielle Geräuschdämpfung ist die ROBA-stop-silenzio die derzeit leiseste Bühnenbremse auf dem Markt. Viele Bühnenbremsen werden bei längerem Betrieb durch Verschleiß und Setzen der Dämpfungseinrichtungen lauter. Langzeitversuche ergaben, dass sich die Geräuschemissionen dieser Sicherheitsbremse nach 300000 Schaltungen immer noch auf dem sehr niedrigen Niveau des Neuzustandes bewegen. So hohe Schaltzahlen werden in der Bühnentechnik im realen Betrieb nur selten erreicht. Selbst nach mehreren Millionen Schaltungen liegt das Geräuschniveau der ROBA-stop-silenzio immer noch unter 60 dB(A). Damit erfüllt diese Bremse auch optimal die Forderung der Aufzugstechnik. Die Baureihe steht in zwölf Größen und unterschiedlichen Ausführungen zur Verfügung. Jede Größe ist als Einzel- oder Doppelbremse lieferbar. Die Doppelbremsen decken einen Drehmomentbereich von 2 x 4 bis 2 x 2300 Nm ab.

Bevor Lödige im Gelsenkirchener Musiktheater mit der Erneuerung der Technik und der Installation der 32 Prospektzüge beginnen konnte, wurden zunächst neue Gitterroste im 23,90 m hohen Schnürboden verlegt. Lödiges Lieferumfang umfasste die Antriebstechnik, Winden, Seile, Umlenkrollen und Laststangen. Aufgrund der engen Platzverhältnisse im Schnürboden kam nur ein Getriebe mit sehr geringem Platzbedarf in Frage. Der gewählte Strinrad-Schnecken-Getriebemotor erfüllt diese Forderung durch eine sehr kurze Bauweise und einen nach oben stehenden Motor.

Neue Bühnenwinden erlauben schnellen Szenenwechsel

Die neuen Punktzugwinden tragen Lasten bis zu 350 kg. Die aktuelle Last kann kontinuierlich über eine elektronisch gesteuerte Lastmesszelle abgefragt werden. Zusätzlich sind alle Winden mit einem mechanischen Notstopp-Schalter ausgerüstet. Zur Ausstattung des Motors gehört auch ein Encoder (Drehwertgeber), der die aktuelle Position des Zugs registriert und an die zentrale Steuerung übermittelt.

Für die Bühnenarbeiter des Musiktheaters Gelsenkirchen bedeutet die neue Technik eine erhebliche Arbeitserleichterung mit ganz neuen Möglichkeiten für die szenischen Darstellungen. Besonders bei Musical-Aufführungen sind sehr schnelle Szenenwechsel gefragt. Mit den neuen elektrischen Bühnenwinden, koordiniert über eine elektronische Steuerung, genügt dazu heute ein einziger „Maus-Click“. (mi)

Mayr

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