Nachhaltigkeit Resiliente und nachhaltige Versorgung mit funktionssicheren Werkstoffen

Quelle: Fraunhofer IWM 2 min Lesedauer

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Die Industrie benötigt die Rohstoffe Nickel, Magnesium und Seltene Erden für die Fertigung verschiedener Produkte. Doch diese Rohstoffe sind oft nicht verfügbar. Hier setzt das Projekt „Orchester“ an: Hierbei erforschen Fraunhofer-Institute, wie Werkstoffe und Bauteile in möglichst hochwertiger Form erhalten und in den Kreislauf geführt werden können.

Ganzheitliche Bewertung von Herstellungsprozess und Werkstoffunktion sowie Nachhaltigkeit und Resilienz; von der Rohstoffgewinnung, dem Stranggießen, Walzen und Umformen bis zur Herstellung, Verwendung und Wiederverwertung von Bauteilen: „Orchester“(Bild:  Fraunhofer IWM, Grafik: Gebhard|Uhl)
Ganzheitliche Bewertung von Herstellungsprozess und Werkstoffunktion sowie Nachhaltigkeit und Resilienz; von der Rohstoffgewinnung, dem Stranggießen, Walzen und Umformen bis zur Herstellung, Verwendung und Wiederverwertung von Bauteilen: „Orchester“
(Bild: Fraunhofer IWM, Grafik: Gebhard|Uhl)

Durch Krisen wie die Corona-Pandemie oder ausgesetzte Handelsabkommen kommt es immer wieder zu Lieferengpässen. Rohstoffe wie Nickel oder Magnesium und Seltene Erden, die die Industrie für die Fertigung unterschiedlichster Produkte benötigt, sind nicht immer verfügbar – oft für längere Zeit. Hier setzt das Leitprojekt „Orchester“ der Fraunhofer-Gesellschaft an: Seit Januar 2024 erforschen sechs Fraunhofer-Institute, wie die nachhaltige und resiliente Versorgung gestaltet und gesichert werden kann. Das auf vier Jahre angelegte interdisziplinäre Projekt soll die Informationsbasis dafür schaffen, Werkstoffe und Bauteile in möglichst hochwertiger Form zu erhalten und in den Kreislauf zu führen.

Sichere Materialversorgung für die Zukunft

Das Leitprojekt ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung nachhaltiger Materialversorgung – eine Blaupause für die Bewältigung von Krisen. „Wir wissen nicht, welche Herausforderungen uns in Zukunft betreffen werden, daher brauchen wir Werkzeuge, um schnell angemessen reagieren zu können“, erklärt Dr. Dirk Helm, der das Geschäftsfeld Fertigungsprozesse am Fraunhofer IWM leitet. „Mit innovativen Ansätzen und einer interdisziplinären Zusammenarbeit werden wir diese Krisen besser bewältigen können.“

Das Projekt strebt an, die Bandbreite der einsetzbaren Werkstoffe zu erweitern, den Recyclinganteil in Prozessen zu steigern und den Einsatz Seltener Erden aus der Primärroute zu reduzieren. Damit soll ein Paradigmenwechsel in der Werkstoffspezifikation weg von einer Definition über Materialzusammensetzung hin zu einer funktionsbasierten Spezifikation erreicht werden; für eine schnellere Substitution von kritischen Materialien und somit eine resilientere Materialversorgung.

Drei Demonstratoren zeigen Wirksamkeit

Das Projekt zeigt seine Wirksamkeit anhand von drei Demonstratoren, die sich auf Werkstoffspezifikation, Recycling und Kritikalität konzentrieren: So werden für Bipolarplatten für Elektrolyseure und Brennstoffzellen bzw. Wärmetauscher, deren Kosten maßgeblich durch den Nickelanteil bestimmt werden, Wege erforscht, diesen Anteil zu reduzieren, ohne die wesentlichen funktionellen Eigenschaften der Bipolarplatten zu beeinträchtigen. An anderer Stelle gilt es, den Sekundärmaterialanteil der Aluminium-Legierung in Verdichterrädern für Wasserstoffpipelines, Brennstoffzellen und Wärmepumpen zu maximieren, um den energetischen Fußabdruck zu minimieren. Dabei setzt das Projekt auf experimentelle und simulationsgestützte High-Throughput-Screening-Methoden, um effiziente Legierungsvariationen zu identifizieren.

Permanentmagneten wiederverwenden

Der dritte Demonstrator zielt auf die Wiederverwertung von Permanentmagneten für E-Motoren und Windkraftanlagen ab; hierzu werden Simulationsmodelle und maschinelles Lernen eingesetzt, um den Einfluss von Verunreinigungen auf die magnetische Performance vorherzusagen und entsprechende Legierungsfenster zu ermitteln.

„Die Mehrwerte sind vielfältig“, erklärt Dirk Helm. „Sie umfassen eine verbesserte Auswahl einsetzbarer Werkstoffe, eine Erhöhung des Recyclinganteils in Prozessrouten, eine kürzere Entwicklungszeit für Legierungen, weniger Seltene Erden aus primärer Produktion und eine gesteigerte Resilienz.“ Das Projekt verdeutlicht, wie digitale Innovationen dazu beitragen können, die Herausforderungen einer nachhaltigen und resilienten Versorgung mit funktionssicheren Werkstoffen zu bewältigen.

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