Ergonomie am Arbeitsplatz Oft unterschätzt: Lärm als Auslöser für Rückenschmerzen 

Quelle: Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. 2 min Lesedauer

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Telefonate, Tastaturklappern, Lüftungsrauschen: Was nach normalem Büroalltag klingt, kann handfeste Rückenschmerzen verursachen. Der Grund ist nicht der Lärm selbst, sondern der Stress, den er auslöst.

Akustikkabinen mit ergonomischer Ausstattung reduzieren Lärmbelastung im Büro und fördern die Rückengesundheit.(Bild:  © AGR/Sedus)
Akustikkabinen mit ergonomischer Ausstattung reduzieren Lärmbelastung im Büro und fördern die Rückengesundheit.
(Bild: © AGR/Sedus)

Dass Lärm krank machen kann, ist bekannt. Der Zusammenhang mit Rückenbeschwerden wird jedoch häufig unterschätzt. Geräusche, die das Gehirn als störend bewertet, aktivieren das Stresssystem: Der Körper schüttet Cortisol aus, Puls und Blutdruck steigen, die Muskulatur verkrampft. Besonders betroffen sind Nacken und Schultern. 
Wie verbreitet Beschwerden im Büroalltag sind, zeigt eine repräsentative YouGov‑Umfrage im Auftrag der AGR: 73 Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland leiden unter Nackenschmerzen. Gleichzeitig zeigt die BIBB/BAuA‑Erwerbstätigenbefragung 2024, dass rund ein Viertel der Beschäftigten häufig unter Lärmbedingungen arbeitet, mehr als die Hälfte empfindet dies als belastend. 

Lärmschutz wird im Büroalltag häufig unterschätzt. Dabei gehört er genauso zur Ergonomie wie ein guter Stuhl oder ein höhenverstellbarer Schreibtisch.

Christian Terstappen, Physiotherapeut und Experte der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V.

Rückzugsorte schaffen: Worauf Arbeitgeber achten sollten
 

Infografik zur YouGOV-Umfrage "Rückenfreundlichkeit am Arbeitsplatz" im Auftrag der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V., September 2024.(Bild:  © AGR)
Infografik zur YouGOV-Umfrage "Rückenfreundlichkeit am Arbeitsplatz" im Auftrag der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V., September 2024.
(Bild: © AGR)

Deshalb lohnt es sich, die akustische Gestaltung von Arbeitsplätzen stärker in Präventionskonzepte einzubeziehen. 
Offene Bürokonzepte fördern Austausch und Teamarbeit, verstärken aber gleichzeitig die Lärmbelastung. Für konzentriertes Arbeiten, vertrauliche Telefonate oder eine kurze Erholungspause sind daher geschützte Bereiche wichtig. Akustikkabinen können hier Abhilfe schaffen. Neben einer guten Schalldämmung sollten solche Kabinen laut AGR auch ergonomisch ausgestattet sein, um die Arbeitnehmergesundheit zu fördern: Höhenverstellbare Tische und Aktivstühle regen Haltungswechsel an, eine gute Belüftung und ausreichende Beleuchtung mit Tageslichtqualität tragen zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Terstappen, der Unternehmen im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung berät, betont: „Unternehmen, die in schallisolierte Rückzugsbereiche investieren, sollten die ergonomische Ausstattung von Anfang an mitbedenken. Wer Ruhe hat, aber schlecht sitzt, hat nichts gewonnen.“

Drei Tipps gegen Lärmstress im Büro

Was Beschäftigte selbst gegen Lärm unternehmen können:

  • Störgeräusche ausblenden: Noise-Cancelling-Kopfhörer können helfen, störende Hintergrundgeräusche zu reduzieren und konzentrierter zu arbeiten.

  • Besprechungen verlagern: Wenn möglich sollten Telefonate oder Meetings in geschlossene Räume verlegt werden. Das senkt den Geräuschpegel im Großraumbüro für alle.

  • Regelmäßig kurze Pausen machen: Kurze Bewegungspausen helfen, Stress abzubauen und verspannte Muskulatur zu lockern. „Schon einmal pro Stunde kurz aufstehen und ans offene Fenster oder vor die Tür gehen macht einen spürbaren Unterschied“, sagt Physiotherapeut und AGR-Experte Christian Terstappen.

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