Beschichtung Oberflächenschutz für das Extreme
In Kooperation mit MTV Solingen treibt die Thoma Innotec GmbH die Markteinführung der Beschichtungsverfahren NiL 35 und Nicabor voran. Dabei wollen sie Zeichen beim Verschleiß- und Korrosionsschutz zylindrischer Teile setzen.
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Zusammen mit der Thoma Innotec GmbH führt MTV Solingen die Beschichtungsverfahren NiL 35 und Nicabor ein. Dabei profitiert Thoma Innotec vom Potenzial der Thoma Metallveredelung GmbH, Heimertingen, bei der Großserienbeschichtung. So stehen den Verfahren beim Beschichten zylindrischer Teile Bauteilgrößen bis 3500 mm Länge und 400 mm Durchmesser offen. Im Verbund mit dem Hartverchromen durchstoße man Anwendungsgrenzen, die bislang im extremen Verschleiß- und Korrosionsschutz galten.
Mit den zwei Verfahren erweitern die beiden Partner das Variantenspektrum bei Verschleiß- und Korrosionsschutzschichten. NiL 35 ist die Bezeichnung einer Kombinationsschicht aus zwei Legierungen der Metalle Kupfer, Zinn und Nickel auf Basis des Metalls Bronze. Dieses Schichtsystem zeigt laut Thoma eine gute Verschleißbeständigkeit in Verbindung mit herausragendem Schutz vor Korrosion. Die Abscheidung erfolgt aus wässrigen Elektrolyten. Wesentliche Innovation dabei ist eine spezielle Strommodulation, wodurch ein Verbundwerkstoff auf Basis einer metallischen, atomaren Bindung erzeugt wird. Diese Schichten widerstehen korrosiven Angriffen von Seewasser und stark ätzenden Chloridlösungen. Dazu wird bei der Gesamtabscheidung eine Schichtdicke von mindestens 60 µm empfohlen: 45 µm Grundschicht und 15 µm Deckschicht. Bei Reparaturarbeiten seien auch größere Schichtdicken möglich. Weitere Vorteile werden in der Wirtschaftlichkeit gesehen, als Alternative zu den bisher bei schwierigen Umgebungsbedingungen verwendeten Edelstahllegierungen, keramischen Beschichtungen und dem Laser-Cladding mit Inconel 625.
Die Bezeichnung Nicabor steht für ein elektrolytisches Verfahren, bei dem in eine duktile Nickelmatrix harte Feststoffpartikel in hoher Konzentration eingelagert werden. Diese Kombination verbessert den Verschleißschutz. Die Partikel haben eine mittlere Korngröße von 1 bis 2 µm und können bis zu 30 Vol.-% der Schicht einnehmen – homogen in der Matrix verteilt. Das Ergebnis ist eine Mischhärte von etwa 360 HV0,1. Das ermöglicht, dass bei Gleitreibung der Gegenkörper nicht mehr direkt auf der metallischen Schichtmatrix läuft, sondern auf den herausstehenden Partikeln.
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