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"Auf der Suche nach einer Lösung des Problems kamen unsere Entwicklungsingenieure auf die Idee, die Segmente bzw. Gelenke zusammen zu bringen", so Woods. Das bedeutete jedoch, dass eine völlig neue Lagerungskonstruktion gefunden werden musste, die für die Aufnahme kombinierter Lastangriffswinkel geeignet war. Die Pelamis-Ingenieure wandten sich daher an die Ingenieure der Schaeffler Gruppe. Der Schlüssel zum Erfolg des neuen Gelenk-Konzeptes ist ein von Schaeffler entwickeltes, reibungsminderndes Material. Mit dem modifizierten PTFE-Gewebe aus der Familie der Elgoglide-Beschichtungen konnte das sogenannte Stick-Slip-Problem effektiv beseitigt werden. Damit eignet sich die Anlage für einen größeren Betriebsbereich als dies mit Standardlagern möglich gewesen wäre.
Lager bilden jetzt eine in sich geschlossene Baueinheit
"Die Konzentration aller Lager an einer Position hat uns einen guten Schritt weitergebracht. Einerseits arbeiten die Lager jetzt erheblich effektiver, und zum anderen bilden sie eine in sich abgeschlossene Baueinheit. Die daraus resultierenden Vorteile sind vergleichbar mit einem Kfz-Motor, der komplett in einem Teil ausgebaut werden kann: Wir können unsere Wartungsabläufe verbessern und die technischen Risiken reduzieren. Während des gesamten Entwicklungsprozesses hat uns ein Team von Schaeffler-Spezialisten begleitet und unterstützt. Im Lauf der Zeit haben wir die Konstruktion immer wieder überarbeitet und weiterentwickelt. Dabei kam es nicht nur einmal vor, dass wir den aktuellen Entwurf verworfen und wieder ganz von vorn angefangen haben. Wir waren von dem großen Engagement der Schaeffler-Spezialisten und ihrer Bereitschaft zur Zusammenarbeit sehr positiv überrascht. Diese Kooperation war für beide Seiten ein ausgesprochen produktiv", betont Mike Woods.
Kommerziell Energie erzeugen: P2-Modell wird an Eon geliefert
Die Entwicklung des neuen P2 Wellenenergie-Konverters ist für Pelamis ein großer Schritt nach vorn. "Wir sind sehr stolz auf unsere P2", sagt Max Carcas, Leiter Geschäftsentwicklung bei Pelamis. "Die erste Anlage, die wir an Energieversorger Eon liefern werden, steht kurz vor der Fertigstellung und wird im nächsten Frühjahr umfassenden Tests unterzogen werden. Und schon jetzt haben wir Anfragen von anderen führenden Versorgungsunternehmen erhalten, die weitere Aufträge nach sich ziehen könnten – das gab es bisher noch bei keinem anderen Wellenkraftwerk weltweit. Wir werden weiter daran arbeiten, die Kosten der Anlage zu senken und gleichzeitig die Energieausbeute zu erhöhen."
Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Pelamis Wave Power an der Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger und umweltverträglicher Lösungen zur Erzeugung von elektrischem Strom aus Wellenenergie. Mit Innovationsstärke, kontinuierlicher Entwicklungs- und Forschungsarbeit sowie der Bereitschaft, bestehendes Fachwissen zu hinterfragen hat Pelamis das nahezu Unmögliche möglich gemacht – nämlich kontinuierliche Energiegewinnung in der unruhigen, sich ständig verändernden Umgebung auf offener See. Im Jahr 2004 baute das Unternehmen den ersten Offshore-Wellenenergiekonverter der Welt. Aufbauend auf dieser Erfahrung wurde nun das P2-Modell entwickelt, das seinen Vorgänger in puncto Leistung und Wirtschaftlichkeit noch einmal übertrifft. (mi)
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