Eine neue biobasierte Barriereschicht ist wasserdicht, hitzebeständig, gut belastbar, essbar und kompostierbar. Sie optimiert Verpackungen oder trennt Lebensmittel voneinander.
Der essbare Knochen! Eine neuartige, biobasierte Beschichtung trennt trockene und feuchte Sektionen bei Lebensmitteln, wie das TLB informiert. Im Rahmen eines Wettbewerbs entstanden so etwa die hier zu sehenden Crumbsticks mit einem Brotknochen, der nicht aufweicht.
(Bild: Uni Hohenheim / D. Oppen)
Nachhaltigkeit gilt auch im Bereich Lebensmittel- und Verpackungsindustrie als eine große Herausforderung. So werden Kunststoffverpackungen zwar durch biobasierte und kompostierbare Materialien ersetzt, doch diese Materialien müssen vielen Anforderungen gerecht werden. Beispielsweise muss das Produkt, beziehungsweise die Verpackung, sicher gegen Gas- und Feuchtigkeitsmigration geschützt werden, sagt das Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH. Ein Forscherteam der Hochschule Hohenheim hat nun aber ein neuartiges Beschichtungssystem entwickelt, das die Anforderungen erfüllt. Die Erfindung wurde zum Patent angemeldet (EP 21207193.0 anhängig). Die TLB unterstützt die Wissenschaftler und die Universität Hohenheim bei der Patentierung und Vermarktung dieser Entwicklung.
Diese universell einsetzbare Barriereschicht wurde ursprünglich für die Anwendung in Lebensmitteln als hitzebeständige Feuchtigkeitsbarriere entwickelt, wie es heißt. Im Rahmen eines Produktentwicklungswettbewerbs entstanden dann sogenannte „Crumbsticks“. Das sind Hähnchenschlegel mit einem essbaren „Knochen“ aus einer kross gebackenen Brotstange. Die Barriereschicht verhindert, dass der „Knochen“ aus Brot durch die Feuchtigkeit des Fleisches aufweicht. Bei den Forschungen kristallisierten sich allerdings zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten heraus – insbesondere im Bereich nachhaltiger, biobasierter Verpackungssysteme. Wolle man so etwas schaffen, werde das Beschichtungssystem aufgesprüht und ergebe zusammen mit einem biobasierten Trägermaterial eine Wasser und Gas sperrende Verpackung.
Gelierte Fette sind die Basis für die vielseitige Biobarriereschicht
Die Hohenheimer Wissenschaftler haben bei der Entwicklung dieser verzehrbaren Schutzschicht sogenannte Oleogele eingesetzt, bei denen es sich um Fette handelt, die durch bestimmte Geliermittel strukturiert werden können. Diese seien zum Teil schon im Lebensmittelbereich etabliert. Beispielsweise können sie tierische Fette und Palmöl ersetzen. Neu sei der Einsatz als hitzebeständige Beschichtung, die verhindert, dass Wasser innerhalb eines Lebensmittels respektive von einem Lebensmittel in ein Verpackungsmaterial eindringt.
Schnitt durch einen essbaren „Knochen“, der aus einer kross gebackenen Brotstange besteht und auch kross bleibt. Die kompostierbare Biobarriereschicht wurde an der Hochschule Hohenheim entwickelt. Sie kann auch Verpackungen feuchtigkeitsbeständig machen.
(Bild: Uni Hohenheim / D. Oppen)
Für die Herstellung von Oleogelen können bestehende Produktionsverfahren (vor allem aus der Verpackungs- und Polymertechnologie) genutzt werden, wie die Forscher anmerken. Die Schicht könne entweder durch Glasieren, Laminieren, Überziehen oder Besprühen aufgebracht werden. Sie eignet sich sowohl direkt für Lebensmittel als auch für den Einsatz bei Lebensmittelverpackungen (auch Tiernahrung). Aber auch „Convenience Food“-Verpackungen könnten damit veredelt werden.
Das innovative Material kann, wie bereits gesagt, auch im Lebensmittelbereich eingesetzt werden, um Komponenten mit unterschiedlichen Charakteristiken zu trennen. Viele verarbeitete Lebensmittel seien nämlich Mehrkomponentensysteme, die sich durch unterschiedliche Eigenschaften definierten. Darunter fallen viele Snack- und „Convenience Food“-Produkte, die oft aus einer trockenen und einer feuchten (cremige) Komponente bestehen. Bei der Produktion und Lagerung dieser Produkte muss aber darauf geachtet werden, dass die Feuchtigkeit aus einem Bestandteil nicht in die trockenen Bereiche des Produkts einzieht. Eine Barriereschicht aus Oleogel kann das verhindern. Auch beim Backen oder Frittieren blieben die Charakteristika der einzelnen Komponenten des Lebensmittels dadurch erhalten.
Biobasierte Barriereschicht punktet im Tierfuttersektor
Ein weiterer Einsatz dieses Beschichtungsmaterials ist der Bereich Tierfutter. Auch in diesem Metier seien viele Einsatzmöglichkeiten denkbar. Dazu gehört einmal mehr die Beschichtung der Verpackungen gegen Feuchtigkeit, aber auch wieder das Trennen von einzelnen Komponenten des Futters. Die neue Beschichtung weist auch mehrere Eigenschaften auf, deren Kombination bisher noch nicht möglich war. Durch Veränderung der Zusammensetzung oder Hinzufügen von Zusatzstoffen (wie Geschmacks- oder Farbstoffen) kann die Oleogelschicht an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden. Die Zusammensetzung des Oleogels ist durch die Verwendung von Pflanzenölen und Ethylcellulose rein pflanzlich. Die Tiere können sie also ohne Probleme fressen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.